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„Partners in Design“ zeigt Bauhaus-Preziosen in Bielefeld

Blick in die Ausstellung „Partners in Design“.

Foto: Kunsthalle Bielefeld

Blick in die Ausstellung „Partners in Design“. Foto: Kunsthalle Bielefeld

Bielefeld.   Die Kunsthalle Bielefeld ist der einzige Museumsbau Philip Johnsons in Europa. Mit Alfred H. Barr brachte er Bauhaus in die USA – und nach Hause.

Irgendwie klingt das nach Ikea: „Nützliche Dinge für weniger als zehn Dollar“ war der Titel einer Ausstellungsreihe im Museum of Modern Art (MoMA) in New York – von 1938 bis 1949. Für zehn Dollar gab es in der Ausstellung Bauhaus-Objekte: Die Ausstellung tourte durch Nordamerika und sollte für modernes Design werben – gestaltet nach Art des Bauhauses.

Virtueller Wohnungsrundgang

Die weltberühmte Dessauer Kunst- und Designschule, die nach nur 14 Jahren 1933 von den Nationalsozialisten geschlossen wurde, emigrierte – mit ihren prominentesten Köpfen, vor allem mit ihren Ideen vom schnörkellosen, gebrauchsorientierten Design. In Nordamerika fand sie mit dem ersten Direktor des MoMA, Alfred H. Barr, einen prominenten Protagonisten. Und mit Philip Johnson gab es einen Architekten, der die Bauhaus-Ideen aufnahm: Der Mann aus Cleveland ließ 1930 seine erste Wohnung in New York von Mies van der Rohe ausstatten. Wie die Wohnung ausgesehen hat, kann man in Bielefeld erleben. Warum Bielefeld? Die Kunsthalle ist Johnsons einziger europäischer Museumsbau – somit der richtige Platz für die Ausstellung „Partners in Design“, ihm und Barr gewidmet.

Die Kunsthalle hat mit Kuratorin Guilia Foscari die nachempfundenen Ausstellungsräume der 30er-Jahre mit Gemälden der hauseigenen Sammlung ergänzt – mit Paul Klee, Oscar Schlemmer, Laszlo Moholy-Nagy, Wassily Kandinsky – Künstler mit denen Barr und Johnson sich austauschten. Dieses transatlantische Teamwork mit den Malern begann schon vor Emigration von Bauhaus-Vertretern in die USA: Johnson und Barr besuchten das Bauhaus bereits in den 20er-Jahren.

Endlos erscheinende Designwelt

Hauptschaustück der Bielefelder Ausstellung ist neben den nachempfundenen Räumen der damaligen Ausstellung – die wirklich ein bisschen was von den Schauräumen bei Ikea haben: die abgedunkelte Halle im zweiten Obergeschoss, in der rund 40 Design-Objekte zu sehen sind: Effektvoll erstrahlen die Bauhaus-Designstücke wie kostbare Preziosen beim Juwelier – zwei Spiegelwände lassen die Designwelt zudem beinahe endlos erscheinen.

Was für ein Weg: Aus den Alltagsgegenständen für höchstens zehn Dollar, die einst wie auf dem Grabbeltisch im MoMA lagen, werden Preziosen des Designs. Auch das ist eine Erfolgsgeschichte des Bauhauses und seiner Söhne und Töchter. Die Bielefelder Ausstellung könnte sie fortschreiben

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