Botanischer Garten

Wenig bekanntes Bochumer Gartenparadies an der Ruhr-Uni

Nicht exotisch aber dennoch herrlich anzuschauen sind diese Narzissen im Botanischen Garten. Mit ihrer gelben Farbenpracht dominieren sie in diesen Tagen die Beete.

Foto: Ingo Otto

Nicht exotisch aber dennoch herrlich anzuschauen sind diese Narzissen im Botanischen Garten. Mit ihrer gelben Farbenpracht dominieren sie in diesen Tagen die Beete. Foto: Ingo Otto

Bochum.   Der Botanische Garten an der Ruhr-Universität gehört zu den zehn größten Anlagen dieser Art in Deutschland. Ein wichtiges Standortargument.

Zu den zehn größten Botanischen Gärten in Deutschland gehört dieses Paradies zwischen Ruhr-Universität und Lottental. Und doch gilt das abwechslungsreiche, rund 13 Hektar große Areal mit seltenen Pflanzen aus der ganzen Welt beinahe selbst als ein Exot. Viele Bochumer waren noch nie dort oder wissen gar nicht so genau, wo es sich denn befindet.

Für den „Herrn“ dieser Pflanzenpracht, Prof. Thomas Stützel, ist das alles altbekannt. Er weiß, dass die zwischen 150.000 und 200.000 Besucher im Jahr, eben ganz und gar nicht Spitze sind. „Wenn wir etwas bieten, dann kommen die Leute, daran arbeiten wir“, so Stützel. Er erinnert sich noch gut an die Extraschicht vor drei Jahren. Damals kamen 25.000 Menschen – und zwar in einer Nacht. Ein Traum, den Stützel und sein engagiertes Team nur allzugern wiederträumen möchten.

Was die Akanthus-Blüte erzählt

Doch jetzt greift zunächst der Frühling Raum, kriecht über das Alpinum, überquert sozusagen die Alpen, und macht sich bunt und breit in der liebevoll angelegten russischen Steppe. Nebenan liegt der Miniatur-Balkan, wie zufällig zupft Stützel ein dürres Zweiglein und weist auf die Blüten hin. Die „Akanthus-Blüte“, sie stand einst Modell für die Baumeister der Klassik. Die Kapitelle der Korinthischen Säulen sind verziert mit stilisierten Akanthus-Blütenblättern.

Doch der Botanische Garten misst seine Bedeutung nicht nur an der Zahl seiner Besucher. Für die Universität bedeutet er einen nicht zu unterschätzenden Standortvorteil. So soll es ein Kompendium für Medizinstudenten geben. Sehr genau aufgelistet finden sich dort die drei wesentlichen Vorteile der Ruhr-Universität:
1. Botanischer Garten
2. Bermuda-Dreieck
3. Currywurst

Wir wissen nicht, ob das wirklich ernst gemeint ist, verlockend allemal. Doch ganz ernst nehmen die Verantwortlichen den Auftrag, den Botanischen Garten bekannter und attraktiver zu machen. Geplant sind gezielte Vorträge, Rundgänge und Veranstaltungen, die viele Menschen ansprechen. In kurzer Zeit soll eine neuer technischer Leiter vorgestellt werden, dessen Aufgabe es sein wird, auch solches zu organisieren.

Ob sich an der schwierigen Erreichbarkeit und der Parkplatzsituation aber etwas ändern lässt, steht auf einem anderen Blatt.

Anreise und Öffnungszeiten

  • Im Sommerhalbjahr vom 1. April bis 31. Oktober öffnet der Botanische Garten zu folgenden Zeiten: 9 bis 18 Uhr (Freiland) die Gewächshäuser sind von 9 - 17 Uhr offen. Im Winterhalbjahr, 1. November bis 31. März: Freiland: 9 -16 Uhr; Gewächshäuser: 9 -15.30 Uhr.


  • Anreise mit dem ÖPNV, U 35 bis Ruhr-Universität, dann Ausschilderung folgen. Oder mit dem Bus, Linie 375 bis zur Haltestelle Lottental.

>>> Umfrage: Waren Sie schon einmal im Botanischen Garten?

  • „Ich komme aus Bochum und bin so zweimal im Jahr im Botanischen Garten – mit meinem Mann und meiner Enkeltochter. Was uns gefällt ist, dass man dort herumlaufen und vieles entdecken kann: besondere Pflanzen, Bäume oder auch die Wachteln. Gerne sind wir zudem in den Gewächshäusern unterwegs.“ Claudia Mödee
  • „Ja, na klar. Ich kenne den Botanischen Garten von früher aus meiner Kindheit. Damals war meine Mutter mit mir dort spazieren. Im Moment studiere ich an der Ruhr-Uni, deswegen bin ich auch immer noch dort – wenn schönes Wetter ist, so einmal im Monat. Mir gefallen dort die Gewächshäuser, auch der Chinesische Garten ist toll.“ René Menke
  • „Ich bin oft in Bochum unterwegs, vor allem in der Innenstadt. Der Botanische Garten ist weit weg, nicht zentral gelegen. Deswegen kennen ihn vor allem Studenten. Ich bin Schülerin und habe Bio Leistungskurs. Es ist ein bisschen schade, dass man von dem Garten nicht so viel hört, obwohl Bochum nicht die grünste Stadt ist.“ Marie Tomczyk
  • „Ich bin schon länger nicht dagewesen, weil ich nicht motorisiert bin. Das ist sehr schade. Früher waren wir dort oft, haben in der Nähe gewohnt. Im Botanischen Garten finde ich vor allem den Chinesischen Garten toll, auch das Tropenhaus gefällt mir. Es wäre aber besser, wenn die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln besser wäre.“ Doris Grewing
  • „Ich finde den Botanischen Garten schön, aber er ist nicht so im Blickpunkt. Er blüht ein wenig im Verborgenen.“ Kathrin Schimpke

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