Trinkerszene

Anzeigen wegen Flugblatt-Protest gegen Saufraum in der Nordstadt Dortmund

Dortmund. Das Thema Saufraum polarisiert mehr denn je. Dortmunds SPD rechnete Donnerstag vor, warum die Kosten für die Einrichtung aus dem Ruder laufen werden, während die CDU die SPD für ihr „Störfeuer“ rügte.

Während sich SPD und CDU wegen des Saufraums in der ehemaligen Dortmunder Kneipe Gypsy Nordstadt weiter streiten, wagt Marita Hetmeier von der Nordstadt-SPD einmal mehr den Alleingang. Sie macht ernst mit ihren Mobilisierungsplänen: Mit anonymen Flugblättern lädt sie Anwohner für Freitag zu einer Info-Veranstaltung ein – und kassierte offenbar prompt zwei Anzeigen.

Für die SPD im Rat ist die Sache klar: Für den Saufraum stünden die Fördermittel des Landes über 237.300 Euro zur Verfügung. Weitere Kosten, wie für die Anmietung eines Raumes oder die Bürgerarbeit, seien durch Ratsbeschlüsse nicht gedeckt, sagt Dirk Goosmann. Der Rat habe zwar die Ausschreibung zur Findung eines Projektträgers beschlossen, bisher aber nicht den Abschluss von Mietverträgen gebilligt. Die SPD-Fraktion rechnet mit Zusatzkosten von 50.000 Euro jährlich.

Für Christiane Krause (CDU) steht fest, dass „die SPD einen Popanz aufbaut“. Krause sei entsetzt darüber, dass die SPD bis zuletzt versuche, „durch Hetzaussagen diesen Trinkraum zu blockieren.“

Anonym, ohne Hinweise auf den Verfasser oder Veranstalter, macht ein Flugblatt in der Nordstadt die Runde: Darauf die Einladung für Anwohner der Nordstraße und Heroldstraße, sich heute über den Saufraum zu informieren.

Ort des Geschehens: der Saal der Josephsgemeinde. „Wir hoffen, dass noch Zeit bleibt, unsere Sicht darzustellen. Zu befürchten ist, dass sich viele Trinker direkt vor den Häusern und Wohnungen aufhalten werden, und das Viertel noch weiter belastet wird“, heißt es da. Einladende ist Marita Hetmeier mit einem weiteren Privateigentümer. Nach WR-Informationen sollen deshalb zwei Anzeigen erstattet worden sein.

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