Comedy

Otto Waalkes begeistert Düsseldorfer mit Ostfriesen-Charme

Die Haare sind in den Jahren weniger geworden, sein Witz jedoch nicht. Otto Waalkes spielte gestern in Düsseldorf.

Foto: Dana Schmies

Die Haare sind in den Jahren weniger geworden, sein Witz jedoch nicht. Otto Waalkes spielte gestern in Düsseldorf. Foto: Dana Schmies

Düsseldorf.  Otto Waalkes spielte vor 2500 Zuschauern in Düsseldorf sein neues Programm „Holdrio Again“. Er begeisterte mit Witz, Grimasse und seinem Lachen.

Es gibt Momente im Leben, in denen man – nur für einen Moment – wieder ein kleines Kind ist. Wenn man eine Carrera-Bahn in die Hände bekommt, das Lieblingsbuch aus dem Kindergarten in der Bücherei sieht, oder wenn man in einer voll besetzten Konzerthalle quakt wie eine Kröte, heult wie ein Wolf, semiprofessionell versucht das Lachen einer Hyäne zu imitieren und dabei gnadenlos scheitert.

Letzterer ist der Moment, wenn vor einem Otto Waalkes auf der Bühne steht, und dazu animiert im Geiste nochmals so jung zu sein, wie der siebenjährige Martin auf dem Platz nebenan.

Einfache Geschichte, großer Lacher

Nervös hüpft er auf seinem Stuhl herum, die schwarze Cap mit dem roten „O“ tief ins Gesicht gezogen, lacht er schon, bevor der Witz kommt. Er hat ihn seiner Mutter schließlich schon kurz zuvor zugeflüstert. Otto: „Was passiert wenn man einen grünen Apfel ins Rote Meer wirft?“ Martin: „Er wird nass!“ Mutti lacht. Otto erzählt das Witz-Ende auf der Bühne. Martin lacht ein zweites Mal, Mutti auch.

Vielleicht ist es das, was diesen Abend in der Halle am Düsseldorfer Südpark ausmacht. Die Vorhersehbarkeit. Das Lachen, bevor der Gag überhaupt ausgesprochen wurde. Die Vorfreude auf die bekannte Pointe vereint die Generationen.

Otto vereint Generationen

Jeder hat hier seine eigene Otto-Story. Seien es die älteren Semester, die noch die Vinylplatten auf den Spieler legten, die Texte mitsprachen, auswendig lernten. Oder die etwas jüngeren, die seine Filme im TV sahen, die Gags auf dem Schulhof zum Besten gaben. Oder schließlich die Jüngsten, die den Mann mit der markanten Lache und der nicht mehr ganz so wallenden blonden Mähne ins Herz geschlossen haben, weil sie ihn als die Stimme des Faultiers Sid aus Ice Age kennen.

So wird die Show zum Selbstläufer für einen, an diesem Donnerstagabend blendend aufgelegten Komiker. Er muss die Gitarrensaite nur anzupfen, das erste Wort der Strophe anstimmen, die Menge singt mit. Sei es die Hänsel und Gretel-Story im Ed-Sheeran -Style „I’m in love with you und ich zeig dir mein Arschtattoo“ oder die selbe Geschichte im Helene-Fischer-Gewand „Atemlos durch den Wald, ziehen die beiden und der Wald ist arschkalt.“

Emden in Düsseldorf nachgebaut

Zwei Stunden führt Otto die 2500 Zuschauer so durch seine Show. Auf einer Bühne, die seine Heimat spiegelt. Der Otto-Huus-Nachbau aus seiner Geburtsstadt Emden, der kleine gelbe Leuchtturm, dessen Licht über die Deiche scheint, die Plüsch-Ottifanten im Blumentopf. Ostfriesenfeeling fürs Rheinland.

So kommt zusammen, was bei der Kunstfigur Otto zusammen gehört. Der Witz. Die Grimassen. Die markante Lache. Die Freude daran, Menschen zum Lachen zu bringen.

Oder wie Otto am Ende sagt: „Wenn es euch gefallen hat, mein Name ist Otto Waalkes. Wenn nicht. Howard Carpendale!“

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