Unfall

„Wir haben nur einen gewaltigen Knall gehört“

Durch die Wucht des Aufpralls wurden die schweren Betonpoller vor dem Buchladen aus ihrer Verankerung gerissen.

Foto: Alexander Barth

Durch die Wucht des Aufpralls wurden die schweren Betonpoller vor dem Buchladen aus ihrer Verankerung gerissen. Foto: Alexander Barth

Hemer.   Ein außer Kontrolle geratenes Auto verursacht einen spektakulären Unfall in der Innenstadt, der Fahrer wird schwer verletzt in eine Spezialklinik geflogen.

Zeugen des Geschehens waren noch lange blass um die Nase: Die Hemeraner Innenstadt ist am Dienstagmorgen Schauplatz eines spektakulären Verkehrsunfalls gewesen, der sich zu einer echten Katastrophe hätte auswachsen können – nur durch Glück hat außer dem Fahrer des Unfallwagens niemand Verletzungen davongetragen. Der Sachschaden ist immens und beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mindestens 30 000 Euro.

Hemer: Auto rast durch Innenstadt und überschlägt sich

In Hemer raste am Vormittag ein Auto durch die Innenstadt und überschlug sich. Der Fahrer wurde schwer verletzt in eine Klinik gebracht.

Hemer: Auto rast durch Innenstadt und überschlägt sich

Nach vorläufigem Stand der Ermittlungen hat sich der Unfall wie folgt zugetragen: Ein 74-jähriger Hemeraner fährt gegen 10.15 Uhr von der Sparkasse aus entgegen der Einbahn-Regelung mit aufheulendem Motor auf die verkehrsberuhigte Hauptstraße Richtung neuer Markt. Zunächst überfährt der Mann zwei Absperrpoller, dann wird sein Honda immer schneller. Einige Fußgänger können sich nur mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen.

Feuerwehr löst soforteinen Großalarm aus

An der Steinert rammt das Fahrzeug die Betonpoller vor dem Buchladen, die durch die Wucht des Aufpralls teilweise aus ihrer Verankerung im Boden gerissen werden. Der Wagen überschlägt sich und kracht mit der Seite auf einen geparkten Peugeot. Karrosserieteile des Honda und sogar Stücke des geborstenen Motorblocks fliegen herum, landen auch auf der Zugangstreppe des Buchladens. Wie durch ein Wunder wird niemand von den Trümmern getroffen und verletzt. Eine Mitarbeiterin des Buchladens schildert den Augenblick des Unfalls so: „Wir haben nur einen gewaltigen Knall gehört. Bevor wir uns noch Gedanken machen konnten, haben wir durch das Schaufenster gesehen, was passiert ist.“

Bei der Feuerwehr wird nach dem ersten Notruf Großalarm per Sirene ausgelöst. Die hauptamtlichen Einsatzkräfte beginnen unmittelbar nach dem Eintreffen am Unfallort damit, den Schwerstverletzten aus dem völlig deformierten Wrack zu retten, das wegen der instabilen Seitenlage allerdings im ersten Schritt mit Gurten befestigt werden muss. Die Löschgruppe Becke bereitet sich vor Ort darauf vor, einen drohenden Brand des Unfallfahrzeugs sofort bekämpfen können, denn ausgelaufener Kraftstoff stellt eine akute Gefahr dar. Die Löschgruppe Sundwig sichert die Unfallstelle und schirmt die Rettungsarbeiten mit Sichtschutzplanen ab. Die Löschgruppe Deilinghofen übernimmt die Bereitschaft auf der Feuerwache.

Schwierige Rettung des Verletzten aus dem Wrack

Einem Rettungsassistent gelingt es, in das Wrack zu dem Verletzten zu kriechen und ihn notdürftig zu versorgen, während die Feuerwehrleute draußen fieberhaft versuchen, eine möglichst schonende Rettung des Verletzten aus dem Wrack zu ermöglichen. Auch in diesem Fall werden die in modernen Fahrzeugen verbauten Sicherheitseinrichtungen wie der Seitenaufprallschutz für die Rettungskräfte zum Bumerang: Es dauert eine halbe Stunde, bis der Mann endlich aus dem völlig zerstörten Auto befreit werden kann. Nach der notärztlichen Versorgung wird er schließlich direkt vom neuen Markt aus mit einem Hubschrauber in die Unfall-Spezialklinik nach Lünen geflogen.

Über die Gründe, aus denen es zu der Schreckensfahrt gekommen ist, kann vorläufig nur spekuliert werden. Die Polizei geht aber mittlerweile davon aus, dass der 74-Jährige nicht absichtlich durch die Stadt gerast ist, sondern aus gesundheitlichen Gründen die Kontrolle über den Honda verloren hat.

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