Innovation

Terex/Demag stellt seine „Kran-Revolution“ vor

Kranbauer Terex hat den neuen Demag V-Profilkran vorgestellt. Die Fachpresse ist begeistert.

Foto: WP

Kranbauer Terex hat den neuen Demag V-Profilkran vorgestellt. Die Fachpresse ist begeistert. Foto: WP

Wetter.   Großer Auflauf in Wetter: Vor der versammelten Fachpresse stellte Terex seinen Demag V-Profilkran vor. Das Besondere: Der Kran hat Löcher und ist deswegen wesentlich leichter als herkömmliche Lastenkräne. Für Wetter soll sich die Innovation positiv auswirken.

Auf die Werkschließung folgt die Innovation. Erst vor ein paar Tagen verkündete der Kranbauer Terex, dass er sein Werk in Luisenthal schließt, indem er ebenso wie in Wetter Demag-Produkte herstellt. Künftig sollen die Industriekräne im tschechischen Slany gefertigt werden, 90 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Doch davon ist am Dienstagmittag in den wetterschen Hallen nichts zu spüren. Hier wird gerade eine „Revolution“ vorgestellt, wie Terex Geschäftsführer Stoyan Filipov extra per Videobotschaft aus den USA verkündet. Und auch sein Kollege Lutz Dowy sagt selbstbewusst: „Heute wird zwar das neue iPhone vorgestellt, aber das hier ist die richtige Veranstaltung.“ Nicht der Apple-Standort Cupertino in Kalifornien, sondern Wetter in Nordrhein-Westfalen soll also der Ort sein, an dem Bahnbrechendes in der Technikwelt verkündet wird.

Und dann fällt der schwarze Vorhang, Blitzlichtgewitter, Staunen. Der Star des Tages fährt über die versammelte Fachpresse: der Demag V-Profilkran. Seinetwegen ist die Ruhrstadt heute ein Wallfahrtsort für Kran-Interessierte.

Der neue Kran hat Löcher

Der Grund: Das neue Modell fällt schon durch sein Aussehen auf. Vereinfacht gesagt, der Kran hat Löcher. Normalerweise besteht ein Lastenkran aus einer durchgängigen, langen Stahlfläche – der Profilkran wird nur durch einzelne Stahlstangen gehalten. 17 Prozent Gewicht können so eingespart werden. Das Vorbild für diese Bauweise: der Knochenaufbau des Menschen.

„Wenn man menschliche Knochen ganz genau unter die Lupe nimmt, dann sieht man, dass sie nicht aus einer durchgängigen Fläche bestehen“, erklärt Andreas Hambrock von Terex. Deswegen habe man sich auch die herkömmlichen Lastenkräne genauer angesehen: „Und wir haben herausgefunden, dass nur bestimmte Stellen eines Krans wirklich belastet werden. Viele Bereiche sind praktisch nutzlos.“ Genau dort klaffen nun die Löcher.

Doch die neuen Kräne halten auch länger. Durch Membrangelenke wird die Schwingung des Kranträgers reduziert, dadurch wiederum schafft das neue Modell bis zu 500 000 Lastwechsel – doppelt so viele wie bisher. „Diese Bauform haben wir natürlich zum Patent angemeldet“, sagt Hambrock. Aber was bedeutet die Revolution am Kran-Himmel für Wetter?

„Die Profilkrane werden nicht hier gefertigt“, sagt Christoph Kreutzenbeck von der Marketing-Abteilung: „Aber die Komponenten für den Kran werden hier hergestellt.“ Außerdem sei auch die Produktabteilung oder der Vertrieb in Wetter ansässig. „Das neue Kranmodell wirkt sich also positiv auf den Standort aus.“

Voraussetzung ist natürlich, dass er verkauft wird. Zunächst bietet Terex den Profilkran dafür in Deutschland an, schon im Oktober in Europa, „das Ziel ist aber ein weltweiter Verkauf“, erklärt Andreas Hambrock.

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