Design-Preis an Rolf Müller

10 000 Euro für gestalterisches Gesamtwerk

Foto: IKZ

Iserlohn/München. Der frühere Iserlohner Rolf Müller erhält den mit 10 000 Euro dotierten Kunst- und Design-Preis der Stadt München. Das hat jetzt der dortige Kulturausschuss entschieden.

Der 68-Jährige bekommt ihn am 8. Juli im Rahmen einer geschlossenen Festveranstaltung von der Bürgermeisterin Münchens, Christine Strobl, für sein herausragendes gestalterisches Gesamtwerk überreicht.

Müller lebt seit 1967 in der bayerischen Metropole, wo er auch das Design Zentrum München gründete. Er kann die Glückwünsche seiner ehemaligen Mitschüler am Märkischen Gymnasium, die sich am 5. April zum Abiturtreffen bei Korth in der Calle wiedersehen, nicht persönlich entgegen nehmen, weil er dann im Frankreich-Urlaub weilt.

Müller studierte nach dem Abitur am MGI visuelle Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung Ulm und war stellvertretender Gestaltungsbeauftragter für die Spiele der XX. Olympiade in München, bevor er sich 1972 mit einem eigenen Design-Büro selbstständig machte. Sein früherer Mitschüler Prof. Dr. Werner Beile, der auch in diesem Jahr das Treffen der MGI-Abiturientia 1960 organisiert, erklärt halb im Scherz: „Vielleicht hätte man ihn für die Gestaltung des Iserlohner Bahn-Haltepunkt-Vorplatzes engagieren sollen.” Auf unsere Nachfrage hat der frühere Iserlohner Rolf Müller dann ernsthaftes Interesse an der Gestaltung geäußert und unsere Zeitung gebeten, die Kontakte herzustellen. Gabriele Bilke vom Amt für Stadtgestaltung hat sich bereits mit ihm in Verbindung gesetzt, ihm den komplizierten Stand der Dinge zur „Kunst am Stadtbahnhof” erläutert. Und nach den Osterferien sollen die Gespräche auch mit Galerieleiter Rainer Danne aufgenommen werden.

„Rolf Müller gehört seit vielen Jahren zu den führenden, international hochgeachteten Designer-Persönlichkeiten in München”, heißt es in der Begründung der Jury für den renommierten Preis. „Besonders durch seine visuelle Gestaltung der Olympischen Spiele 1972 ist er hier auch weit über die Fachgrenzen hinaus bekannt geworden. Zentrale Themen seines gestalterischen Werkes sind Corporate Design, Entwicklung von Informations- und Orientierungssystemen, Plakate, Publikationen und Ausstellungen.”

Seine Philosophie ist es, eindeutige Zeichen zu setzen und damit Geschichten zu erzählen. Wie die Jury erklärt, hat Müllers „humane Haltung, seine ganzheitliche, intuitive und analytische Arbeitsweise auf nachfolgende Generationen von Kommunikationsdesignerinnen und -designern stilbildend gewirkt.”

Der mit mehreren Kunst- und Designpreisen ausgezeichnete Müller lehrte an der Kunstgewerbeschule Zürich, der Fachhochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd, an der Rhode Island School of Design in Providence (USA), der Intermedia Fachhochschule Voralberg (Dornbirn), der Akademie der Bildenden Künste in München und der Schule für Gestaltung in Ravensburg.„Rolf Müller hat sich dabei nicht von Kommerz und Marketing vereinnahmen lassen, er hat aber immer den Dialog zwischen Kunst und Wirtschaft gesucht”, heißt es in der Design-Preis-Begründung. „So entstand eine leise und formal integre Designsprache, die auf das Wesentliche gerichtet ist.” Die Jury lobt seine Plakate und deren formal überzeugende Intelligenz und nennt die für Ausbildung und Lehre bedeutsame und bis heute einflussreiche Arbeit Rolf Müllers, der das internationale Design-Magazin HQ - High Quality (1985 bis 1998) herausgegeben hat: „HQ ist ein Manifest für die Lust und Freude an sinnvoller, intelligenter Gestaltung. Rolf Müller ist ein Design-Klassiker, dem kritisches Hinterfragen wichtig ist und der das menschliche Maß nicht aus den Augen verloren hat”, heißt es abschließend. Müller machte sich einen Namen durch Einzelausstellungen und Informations- und Orientierungssysteme: u.a. für die Internationale Bauausstellung Emscherpark in Gelsenkirchen (1990 bis 1994), die Expo 2000 Sachsen-Anhalt in Dessau, die Regionale 2004 an der Ems und die Bundesgartenschau 2005 in München.

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