Berufswahl

Blick hinter die Redaktionskulissen

Chefredakteur Thomas Reunert begrüßte gemeinsam mit Redakteur Torsten Lehmann die fünf „backstage“-Teilnehmer und Moderator Georg Christophery vom Übergangsmanagement Schule-Beruf der Stadt Iserlohn.

Foto: Max Winkler

Chefredakteur Thomas Reunert begrüßte gemeinsam mit Redakteur Torsten Lehmann die fünf „backstage“-Teilnehmer und Moderator Georg Christophery vom Übergangsmanagement Schule-Beruf der Stadt Iserlohn. Foto: Max Winkler

Iserlohn.  Beim zweiten „Ferien-backstage“ im Wichelhovenhaus ging es diesmal nicht nur um das Berufsbild des Redakteurs.

Dass es am Dienstag beim zweiten „Ferien-backstage“ und der insgesamt dritten Auflage des städtischen Projekts beim Iserlohner Kreisanzeiger nicht nur um den Beruf des Redakteurs bzw. der Redakteurin ging, lag auch an Lina Gecaj und Azra Akyildiz.

Denn die Gesamtschülerin vom Nußberg und die Realschülerin vom Bömberg nutzten die Diskussion mit Redakteur Torsten Lehmann über Themen, die speziell junge Leser interessieren, auch dazu, um noch einmal auf die Miss- bzw. besonderen Umstände an ihren beiden Schulen aufmerksam zu machen. So sei der Unterricht für die Oberstufe in den eigentlich einst nur als Zwischenlösung angedachten, inzwischen altersschwachen Containern und auch die Aufteilung auf die zwei Standorte Nußberg und Gerling­sen ein immer größeres Ärgernis für die Gesamtschüler und ihre Lehrer, wusste die 14-jährige Lina auch in ihrer Funktion als Klassensprecherin der Klasse 8.3 zu berichten.

Zukunft der Bömbergschüler war auch ein Thema

Mit gemischten Gefühlen blickt indes die gleichaltrige Azra gemeinsam mit ihren Mitschülern aus der Klasse 8c ihrem letzten Schuljahr entgegen, das sie ja bekanntlich ab Sommer kommenden Jahres nicht mehr am Bömberg, sondern am Hemberg verbringen (wir berichteten ebenfalls).

Auch wenn den beiden Schülerinnen durchaus bewusst ist, wie wichtig es gerade in solchen Situationen ist, das öffentliche Interesse auf diese Probleme zu lenken, konnten sie sich am Ende des ausnahmsweise mehr als dreieinhalbstündigen Seminars eher nicht vorstellen, später den Journalisten-Beruf zu erlernen. Während Azra bei ihren bisherigen „backstage“-Teilnahmen (unter anderem auch noch im JuZ Karnacksweg und im Rathaus, bei einer Krankenkasse und in einer Gärtnerei) besonders von der Arbeit einer Feuerwehrfrau angetan war, hatte Lina, die erstmals bei dem Programm zur Berufswahlorientierung mitmachte, schon jetzt Bedenken wegen der Vereinbarkeit der unregelmäßigen Arbeitszeiten mit einer möglichen späteren Familienplanung.

Denn zwei Dinge hatte ihnen IKZ-Chefredakteur Thomas Reunert schon gleich bei seiner Begrüßung im geschichtsträchtigen Gutenbergzimmer des Wichelhovenhauses deutlich gemacht: Dadurch dass die Heimatzeitung an 365 Tagen rund um die Uhr Bereitschaft habe, gehörten neben Früh-, Mittel- und Spät- auch Sonn- und Feiertagsdienste dazu. Und: „Wer Journalist werden will, muss für den Beruf brennen“, machte er deutlich, dass neben Talent fürs Schreiben vor allem auch Leidenschaft für die Sache mitgebracht werden müsse.

Teilnahme trotz der anstehenden Abiklausuren

Auch Michele Carasi aus der Klasse 10b von der Hauptschule Letmathe, der über das „backstage“-Projekt schon einmal in die IT-Abteilung des Rathauses „hineingeschnuppert“ hatte, war von den Arbeitszeiten etwas abgeschreckt. Wie Celina Radny (15) aus der Klasse 9d der Realschule Letmathe, die mit Seminaren bei der Stadt und Radio MK, im Altenheim und Tierheim, in einer Apotheke und einer Konditorei schon viele Erfahrungen sammeln konnte, war aber auch der 17-Jährige sehr dankbar für die „interessanten, guten Einblicke“, unter anderem auch durch die Teilnahme an der mittäglichen Redaktionskonferenz. Der Blick hinter die Kulissen bestärkte Oliver Roth indes in seiner Berufswahlentscheidung: Der 18-Jährige aus der Stufe 12 des Märkischen Gymnasiums nahm trotz der in der kommenden Woche beginnenden Abi-Klausuren gerne teil, will er doch nach seinem Studium (Politik, Geschichte) Journalist werden.

Anmeldungen für „backstage/backPack“ sind weiterhin möglich

Die 10. Staffel des Projekts „backstage/backPack“ läuft seit dem 27. März und noch bis zum 7. Juli 2017. 74 Unternehmen bieten diesmal bei insgesamt 114 Veranstaltungen an 52 Tagen Einblicke in 81 verschiedene Berufe aus 15 Berufsfeldern an. In den ersten drei Wochen haben schon 68 Schülerinnen und Schüler teilgenommen, weitere 390 haben sich bisher angemeldet, diesmal übrigens viele aus dem 9. Jahrgang. Anmeldungen sind noch jederzeit weiterhin möglich unter www.backstage-iserlohn.de. Dort findet man sämtliche Angebote mit der Angabe der noch freien Plätze. Bei einigen Angeboten gibt es auch Wartelisten.

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