Stadtleben

Die „Sommernächte“ 2017 scheinen gesichert

Das „Gartentheater“  hat im vergangenen Premiere gefeiert – eine Wiederholung ist unwahrscheinlich.

Foto: May

Das „Gartentheater“ hat im vergangenen Premiere gefeiert – eine Wiederholung ist unwahrscheinlich. Foto: May

Iserlohn.   Drei Alternativen im Rat: weniger Programm, mehr Zuschuss oder Verlagerung an den Fritz-Kühn-Platz.

„,Sommernächte’ vor dem Aus?“, diese Frage stellt sich seit drei Jahren stets aufs Neue. Die beruhigende Nachricht zuerst: Ende Juli bis Mitte August sollen die Iserlohner auch 2017 wieder „Sommernächte“ mit Musik und „Genuss pur“ erleben können. Doch wo und mit wie vielen Veranstaltungen, das ist im Detail noch offen.

Abspecken, mehr Zuschüsse oder Verlagerung zum Fritz-Kühn-Platz – so heißen die Alternativen, die am Dienstag kommender Woche im Haupt- und Personalausschuss des Stadtrats auf den Tisch kommen. Hintergrund ist ein Defizit, das der heimische Veranstalter „Live Project“ seit drei Jahren beklagt – trotz der jährlich rund 40 000 Euro Zuschuss aus der Stadtkasse.

Defizite zwischen 30 000und 50 000 Euro

„Mein Bruder Carsten und ich sind verrückte Iserlohner“, betont Sven Wiedemeyer. Für „Live Project“ seien die „Sommernächte“ zugleich ein Stück Imagepflege. „Aber das alles hat auch finanzielle Grenzen“, bilanziert Wiedemeyer. So seien in den vergangenen drei Jahren jeweils Defizite zwischen 30 000 und 50 000 Euro aufgelaufen.

„Live Project" und City-Management drückten deshalb im Januar auf die Tube: Entscheidungen bei der Stadt seien überfällig, um das Konzept für die weitere Zukunft in trockene Tücher zu bringen. In einem offenen Brief an Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens hielten sie mit Kritik nicht hinterm Berg, beklagten Untätigkeit und Vakuum im Stadtmarketing (wir berichteten).

Dr. Ahrens konterte entsprechend. Zuschüsse für die „Sommernächte“ in Iserlohn seien auch für das Jahr 2017 im Etat eingeplant. Doch habe „Live Project“ bis dato keine Bilanz und Kostenkalkulation vorgelegt.

Inzwischen haben sich Bürgermeister und „Live Project“ in einem konstruktiven Gespräch ausgetauscht, bestätigen Dr. Ahrens und Wiedemeyer unisono. „Ich habe seit 2006, damals noch als Baudezernent, immer hinter dieser für die Bürger sehr attraktiven Veranstaltung gestanden“, betont der Bürgermeister auf Nachfrage der Heimatzeitung.

Bürgermeister plädiertfür den Marktplatz

„Live Project“ will die „Sommernächte“ ebenfalls weiterführen, erklärt Wiedemeyer. Um die finanzielle Situation zu verbessern, schlug er etwa vor, die „Sommernächte“ an den neugestalteten Fritz-Kühn-Platz zu verlagern. Der biete mehr Raum als der Marktplatz – und damit auch potenziell höhere Einnahmen durch Stände. Zudem sind am Marktplatz auf der Rückseite von Douglas künftig zwei neue Geschäfte geplant sind, die den Platz für Feste weiter eingrenzen.

Der Rathauschef macht sich derweil für Kontinuität am Marktplatz stark: zentrale Lage, gute Atmosphäre für Besucher – und aus Sicht des City-Managements auch attraktiver für den Einzelhandel. „Das ist alles gut nachvollziehbar. Nur muss es irgendwie finanziert werden“, resümiert Wiedemeyer.

Deshalb hat die Verwaltung für den Haupt- und Personalausschuss am 21. März drei Alternativen zur Entscheidung vorbereitet:
Erstens eine Verlagerung der „Sommernächte“ zum Fritz-Kühn-Platz.
Zweitens eine deutliche Reduzierung der Veranstaltungen am Marktplatz, um das Defizit zu verringern.
Drittens eine Erhöhung des Zuschusses der Stadt Iserlohn um weitere rund 10 000 Euro, um das Programm am Marktplatz nicht allzu stark zu kürzen.

Drei oder vier Wochenmit Genuss und Musik

Nach Wiedemeyers vorläufigen Plänen sollen die „Sommernächte“ am 29. Juli mit einer Autoshow und Musik eröffnet werden. In der folgenden Woche vom 3. bis 6. August ist „Genuss pur“ vorgesehen – und am 18. und 19. August ein „Beat Garden“, bei dem samstags vor allem heimische Bands auftrumpfen sollen. Eine weitere Veranstaltung zwischen „Genuss pur“ und „Beat Garden“ hängt von der Entscheidung der Stadträte ab.

Wiedemeyers Ausblick: „Mit 10 000 Euro mehr Zuschuss finden wir sicher eine Lösung, dass wir auch vier Wochen gestalten können.“

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