Neuer Straßenname

Erinnerung an Witte statt an Coventry

In der Kapelle im Park von Haus Ortlohn, die nicht abgerissen wurde, hing von 1970 bis zur Schließung der Evangelischen Akademie die Nachbildung des  Nagelkreuz

Foto: IKZ

In der Kapelle im Park von Haus Ortlohn, die nicht abgerissen wurde, hing von 1970 bis zur Schließung der Evangelischen Akademie die Nachbildung des Nagelkreuz Foto: IKZ

Iserlohn.  Gegen den Vorschlag der UWG-Piraten, eine der beiden neuen Straßen im Planungsgebiet des ehemaligen Hauses Ortlohn „Coventrystraße“ zu nennen, macht die AfD-Fraktion mobil. Statt dessen schlagen sie den Namen „Heinrich-Witte-Straße“ vor.

Als Begründung wird angeführt, dass beim Bau der Villa Heinrich Witte um 1895 parallel zur Baarstraße der Ortlohnpark angelegt worden sei. Mit Heinrich Witte, so heißt es in dem AfD-Antrag, „würde die Straße einen Namensgeber finden, der sowohl historischen sowie auch direkten örtlichen Bezug zum Ortlohnpark hat.“

Außerdem würde so „der geschichtliche Kontext eine passende Verbindung zur in unmittelbarer Nähe liegenden Theodor-Fleitmann-Straße ergeben.“ Abschließend stellen der Fraktionsvorsitzende Prof. Dr. Michael Müller, sein Stellvertreter Alexander Langguth und Ratsherr Frank Neppe fest: „Der Name der englischen Stadt Coventry stellt diesen Bezug in keinster Weise her.“

Für die UWG-Piraten war und ist der aber sehr wohl gegeben, denn wie sie in ihrem Antrag ausführlich erläuterten, war das Haus Ortlohn Zeit seines Bestehens ein Zentrum der „Nagelkreuzgemeinschaft“. Dabei handelt es sich um über 160 kirchliche Zentren und Gemeinden, denen für ihren besonderen Einsatz für Versöhnung und Frieden zwischen den Völkern eine Nachbildung des Nagelkreuzes von Coventry verliehen worden war, das bekanntlich aus den Zimmermannsnägeln des Dachgebälks der durch einen deutschen Bombenangriff zerstörten Kathedrale der englischen Stadt geformt wurde.

Das hatte auch die Verwaltung überzeugt, die einen entsprechenden Beschlussvorschlag für die Sitzung des Haupt- und Personalausschusses am kommenden Donnerstag vorbereitet hatte. Der AfD-Antrag richtet sich hingegen an den Verkehrsausschuss. Dessen Vorsitzender Rolf Kaiser winkte gestern auf Nachfrage direkt ab: „Dafür sind wir überhaupt nicht zuständig.“

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