Iserlohner Rat

Erneut kein Beschluss zur neuen Schulstruktur

Vor der Ratssitzung war am Dienstag der Schulausschuss zu einer Sondersitzung zusammengekommen, die auch von den Schulleitungen gespannt verfolgt wurde.

Foto: IKZ/Michael May

Vor der Ratssitzung war am Dienstag der Schulausschuss zu einer Sondersitzung zusammengekommen, die auch von den Schulleitungen gespannt verfolgt wurde. Foto: IKZ/Michael May

Iserlohn.   Für die von der Verwaltung vorgelegten Alternativen fanden sich in der Ratssitzung keine Mehrheiten , wobei die AfD das Zünglein an der Waage war.

Im Debattenton, verglichen zu den vorangegangenen Redeschlachten, nahezu verbindlich, im Ergebnis jedoch ein Debakel oder sogar „eine Katastrophe“, wie es Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens formulierte: Trotz einer insgesamt rund vierstündigen Beratungszeit und mehreren Sitzungsunterbrechungen gelang es dem Rat auch am Dienstag nicht, eine Lösung zur Schulentwicklungsplanung herbeizuführen. Keine der beiden von der Verwaltung zur Abstimmung vorgelegten Varianten fand eine Mehrheit im Stadtparlament.

Erneut standen sich am Dienstag zwei Blöcke mit jeweils guten Argumenten gegenüber. Hier die Befürworter der Errichtung von zwei Sekundarschulen an den Standorten Hemberg und Bömberg/Wiesengrund, auf der anderen Seite diejenigen, die sich für eine zweite Gesamtschule am Bömberg/Wiesengrund sowie eine Sekundarschule am Hemberg zum kommenden Schuljahr aussprechen. Hiermit einhergegangen wäre in beiden Fällen der Beschluss zur Auflösung der beiden Realschulen am Hemberg und am Bömberg sowie der Hauptschule Martin-Luther.

Grüne verabschieden sich aus dem Bildungsbündnis

Eine neue Rolle in der alten Streitfrage über den richtigen Weg zur Neuaufstellung des weiterführenden Schulsystems hatten indes die Bündnisgrünen eingenommen. Bisher zum „Bildungsbündnis“ und somit eindeutig zum Lager der Gesamtschul-Förderer zählend, war die Fraktion kurz vor der Ziellinie am Montagabend aus dem politischen Verbund ausgeschieden. Statt also Variante B mit einer Gesamtschule und einer Sekundarschule zu unterstützen, sprachen sich die Bündnisgrünen nun im Rat gemeinsam mit der CDU für die Errichtung von zwei Sekundarschulen aus. Ein Schock für SPD, FDP und Linke, die zuvor an eine sichere Mehrheit geglaubt hatten, zumal sich zwischenzeitlich auch die UWG-Piraten ihrem Zweckbündnis angeschlossen hatten. Eine zweite Gesamtschule am Standort Bömberg/Wiesengrund sei nicht zielführend zur Herstellung eines Schulfriedens in Iserlohn, wohingegen die Errichtung von zwei Sekundarschulen dem Ziel zur Einführung des gemeinsamen längeren Lernens Rechnung trage, begründete Fraktionsvorsitzende Elke Olbrich-Tripp den Kurswechsel. Gleichzeitig regte sie an, in drei Jahren noch einmal das Wahlverhalten der Eltern zu überprüfen, um dann möglicherweise doch die Errichtung einer zweiten Gesamtschule im Stadtgebiet zu planen.

So erfreut sich indes die CDU über den Schwenk der Grünen zeigte, so wenig waren die Christdemokraten am Ende mit dem Ergebnis der geheimen Abstimmung zufrieden, da auch die von der Union favorisierte Lösung mit zwei Sekundarschulen nicht mehrheitsfähig war. Das Zünglein an der Waage: Die AfD, die bereits in der dem Rat vorangegangen Sondersitzung des Schulausschusses gegen beide Varianten votiert hatte, weil die „Alternative“ eine Veränderung der Schullandschaft für nicht erforderlich hält. Damit war die neu in den Rat eingezogene Drei-Mann-Fraktion zugleich der einzige Sieger der Abstimmung, da ohne mehrheitlichen Beschluss vorerst der heute bestehende Zustand festgeschrieben wird.

Bürgermeister Ahrens will kein weiteres Jahr des Stillstands

Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens zeigte sich derweil nicht gewillt, mindestens ein weiteres Jahr des Stillstandes hinnehmen zu wollen, zumal sich der Rat bereits mit breiter Mehrheit für ein zweigliedriges Schulsystem ausgesprochen hat und sich die beiden Lager auch schon stark angenähert haben. Ahrens kündigte daher am Dienstagabend im Stadtparlament an, dass der Rat am 28. Oktober erneut zu einer Sondersitzung zusammenkommen werde, um dann über neue, vermutlich nur leicht modifizierte Alternativen zu diskutieren und dann auch endgültig zu beschließen.

Besagter 28. Oktober ist mit Blick auf den mit der Bezirksregierung abgestimmten Zeitplan dann auch die allerletzte terminliche Möglichkeit, soll denn die neue Struktur bereits zum kommenden Schuljahr greifen. Denn der Beschluss des höchsten politischen Gremiums der Stadt ist nur das Fundament für die eigentliche Entscheidung. Um Arnsberg nämlich einen tatsächlich genehmigungsfähigen Vorschlag unterbreiten zu können, müssen zunächst noch eine Elternbefragung sowie die verbindliche Schüleranmeldung an den potenziell neuen Schulen erfolgen – Ausgang offen.

Bericht folgt

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (7) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik