Besuch

Forstinspektor-Anwärter zu Gast

Die Forstinspektor-Anwärter Robert Hörnig, Jannik Halfke, Ludwig Neumann und Johannes Rohde aus Mecklenburg-Vorpommern besuchten das Forstamt Lüdenscheid und ließen sich von Nils Schäfer und Sebastian Blanke über die Schäden nach dem Sturm "Kyrill" und die anschließenden Aufforstungsarbeiten informieren.

Die Forstinspektor-Anwärter Robert Hörnig, Jannik Halfke, Ludwig Neumann und Johannes Rohde aus Mecklenburg-Vorpommern besuchten das Forstamt Lüdenscheid und ließen sich von Nils Schäfer und Sebastian Blanke über die Schäden nach dem Sturm "Kyrill" und die anschließenden Aufforstungsarbeiten informieren.

Kesbern.   Im Rahmen ihrer Ausbildung können in Mecklenburg-Vorpommern die Forstinspektor-Anwärter für vier Wochen in der gesamten Republik herumreisen, um sich über alle Themen rund um den Wald zu informieren. In NRW ist solch eine „Ausbildungsreise“ nicht vorgesehen.

Besuch aus Mecklenburg-Vorpommern bekam Sebastian Blanke, Revierleiter im Forstbetriebsbezirk Iserlohn am Mittwoch. Vier Forstinspektor-Anwärter – Robert Hörnig, Jannik Halfke, Ludwig Neumann und Johannes Rohde – ließen sich durch ihn darüber informieren, welche Schäden der Sturm „Kyrill“ vor zehn Jahren im Raum Iserlohn verursacht hat und welche Maßnahmen die Waldbesitzer ergriffen haben, um die geschädigten Flächen wieder aufzuforsten. Unterstützt wurde Sebastian Blanke durch Nils Schäfer, beim Forstamt zuständig als Forstfachgebietsleiter für den Bereich „Zentrale Dienste“.

Mehr als 180 000 Festmeter Holz fielen im Sauerland dem Sturm zum Opfer, der in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 zum wahr gewordenen Alptraum der heimischen Waldbesitzer wurde.

Für Bereich zwischen Altena und Hemer zuständig

Sebastian Blanke ist für ein Revier zuständig, dass sich von Altena bis an die Grenzen Hemers erstreckt. Niedrigster Punkt ist Altena mit 145 Metern NN, höchster Punkt der Schwarzpaul mit etwas mehr als 500 Meter NN. Blanke fuhr mit seinen Gästen zur „Fläche eins“, sie liegt etwa zwei Kilometer vom Flugplatz Hegenschein entfernt. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, welche Gehölze im Rahmen des Kyrill-Förderprogramms genutzt werden durften, um den Wald neu aufforsten zu können. Es durfte dafür 50 Prozent Nadelholz genutzt werden, allerdings keine Fichte. Der Rest waren Laubgehölze wie Ahorn, Eiche, Lärche, Esche und Douglasie. Gefördert wurden die Arbeiten durch das „Kyrill-Programm“.

Die Setzlinge wurden „schachbrettartig“ gepflanzt, um eine gute Durchmischung des Bestandes zu erreichen. In dem Bestand sind dennoch einige Fichten zu entdecken, sie wuchsen vermutlich aus Samen heran, die durch den Wind oder Tiere auf die Fläche gebracht wurden. Bei den nächsten Pflegearbeiten werden sie aber wieder entfernt. Der Forstbetriebsbezirk Iserlohn betreut rund 1727 Hektar Wald, der im Besitz von 149 Eigentümern ist.

Hinzu kommen zwischen 4000 und 5000 Hektar Hoheitsfläche, inklusive des Iserlohner Stadtwaldes mit etwa 1200 Hektar. Der Stadtwald Hemer mit 200 Hektar und Stiftungswald mit etwa 200 Hektar.

Waldbesitzer bildeten nach Kyrill Solidargemeinschaften

Blanke erinnerte noch einmal daran, was für ein logistischer Kraftakt es vor zehn Jahren war, das Holz aus dem Wald zu bekommen und zu vermarkten. Der Holzpreis war damals recht stabil, nach dem Sturm jedoch begann die Talfahrt. Die Mitglieder der Forstbetriebsgenossenschaften gründeten damals eine Solidargemeinschaft. Damit sollte erreicht werden, dass bei den Verkaufserlösen kein Waldbesitzer schlechter gestellt werden sollte – egal, ob sein Holz als erstes oder als letztes verkauft wurde.

Langfristig muss auch darüber nachgedacht werden, ob die Fichte durch andere Nadelbaumarten, beispielsweise durch die Douglasie oder die Lärche, ersetzt werden kann. De Holzexperten beobachten zudem mit Sorge den Klimawechsel. Wenn tatsächlich die Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu vier Grad ansteigt, muss hinterfragt werden, wie sich das auf unsere heimischen Wälder auswirkt.

Für die vier Forstinspektor-Anwärter aus Mecklenburg-Vorpommern war das Gespräch mit Sebastian Blanke sehr aufschlussreich. Insgesamt sind sie im Rahmen ihrer Ausbildung vier Wochen lang in der gesamten Bundesrepublik unterwegs, um sich über alle Themen rund ums Holz zu informieren.

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