Musik

Gebt Musik eine Zukunft!

Nigel Warrack mit singender Säge, Béatrice Picard und Julius Schepansky an Vibraphon und Akkordeon.

Foto: Felix Kriewald

Nigel Warrack mit singender Säge, Béatrice Picard und Julius Schepansky an Vibraphon und Akkordeon. Foto: Felix Kriewald

Iserlohn.   Europäische Jugendmusikpreisträger spielen in Iserlohn exklusiv für Kinder.

Bereits seit 2003 kooperiert die Musikschule Iserlohn mit der EMCY (European Union of Music Competitions for Youth) und darf so jedes Jahr das 3. Kammerkonzert mit hochtalentierten Preisträgern nationaler und internationaler Jugendmusikwettbewerbe aus ganz Europa ausrichten. In diesem Jahr ist der Besuch Teil des Projekts „GIVE MUSIC A FUTURE“, das jungen Talenten die Möglickeit internationaler Auftritte und zugleich Kindern von „Brennpunktschulen“ den Zugang zur Musik bietet. Am Sonntag durften drei Musiker ihr Können in der Musikschule präsentieren.

Der Bundespreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“, Julius Schepansky, versinkt in seiner Musik und nimmt den Zuhörer unweigerlich mit. Seine Interpretation dreier Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach in Verknüpfung mit dem zeitgenössischen Variationszyklus „Erz“ vom finnischen Komponisten Jukka Tiensuu schafft ein gänzlich neuartiges Klangerlebnis. Die strenge Kompositionsstruktur des barocken Meisters wird dabei durch die kontrastreichen Einwürfe des modernen Komplementärwerks durchbrochen, dennoch verliert sich nicht der Zusammenhang. Schepanskys in jeder Hinsicht perfekte Darbietung lässt es so wirken, als sei Bachs Epochalwerk schon immer für das Akkordeon bestimmt gewesen. Auch mit seiner Improvisationskunst wusste der 18-jährige Lünener zu überzeugen, präsentierte er doch mit drei kurzen, tänzerischen Stücken aus dem „Histoires“-Zyklus Jacques Iberts, die dem Interpreten nur als Inspiration für beliebige Eigenkreationen dienen sollen, das ganze Klangspektrum seines Instruments.

Alle Musiker spielen auf professionellem Niveau

Auf ebenso hohem Niveau zeigten sich die 17-jährige luxemburgische Percussionistin Béatrice Picard, die mit Stücken auf Marimba- und Vibraphon die Zuhörer ungewohnten, aber bezaubernden Klängen aussetzte, sowie der 24-jährige Spanier Juán Sanjuán Más. Dieser stellte zunächst solo mit der „Improvisation Nr. 1“ von Enrique Crespo alle Höhen und Tiefen seiner Posaune vor, bevor er mit Schepansky Debussys Klavierprélude „De pas sur la neige“, eigens vom Akkordeonisten für diese Besetzung arrangiert, intonierte und zum Schluss mit Picard mit Howard Buss’ „Night Tide“ dem Konzert ein Ende setzte. Doch bevor das Publikum den Konzertsaal verlassen durfte, gab es als Zugabe noch außergewöhnlichere Klänge zu hören: Nigel Warrack von der Initiative „Flying Gorillas“, die eng mit dem EMCY-Projekt kooperiert, ließ mit den anderen seine Säge „Somewhere Over The Rainbow“ singen.

Diese Zugabe bildet die Verbindung zum Mitmach-Konzert des gleichen Ensembles am Montag in der Südschule. Dort erhielten 30 Drittklässler spielerisch und mit vollem Körpereinsatz den Zugang zur Musik und die jungen Künstler die Möglichkeit mit Kindern zu arbeiten. Dies sind die Ziele der diesjährigen „Discover Music Tour“, die sich auf Schulen mit hohem Migrationsanteil fokussiert und somit einem anderem Publikum Musik und Tanz näher bringen will. Die Kinder zeigten sich begeistert von den drei Instrumenten und ließen sich von Warrack ohne Probleme zum Tanzen animieren. Auch sprachliche Barrieren spielten keine Rolle, alle Anwesenden waren durch die universelle Sprache verbunden: die Musik.

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