Krankenhaus

Jederzeit bereit zur Katheter-Untersuchung

Die Kardiologen des „Bethanien“ bieten die 24-Stunden-Katheter-Bereitschaft: Oberarzt Dr. Hazam Hamzat (li.) und Chefarzt Dr. Henning Rust.

Foto: Michael May

Die Kardiologen des „Bethanien“ bieten die 24-Stunden-Katheter-Bereitschaft: Oberarzt Dr. Hazam Hamzat (li.) und Chefarzt Dr. Henning Rust. Foto: Michael May

Iserlohn.   Dr. Henning Rust bietet im Bethanien bei Infarkt-Verdacht einen 24-Stunden-Dienst an 365 Tagen.

Herzinfarkte oder andere lebensbedrohliche Gesundheitsbeeinträchtigungen halten sich nun mal in den wenigsten Fällen an die Regelarbeitszeiten von Ärzten, Pflegepersonal oder Krankenhäusern, kommen also gerne nachts, an den Wochenenden oder an Feiertagen.

Diese Erkenntnis ist nicht wirklich neu, führt aber am Ende bei den Betroffenen eben auch nicht selten zu Verzögerungen, Komplikationen oder sogar auch irreparablen Schäden. Dem möchte das Agaplesion Ev. Krankenhaus Bethanien nun mit einem neuen Angebot entgegentreten. Bereits seit dem 1. März hält das Haus eine 24-Stunden-Katheterbereitschaft zur Versorgung von Patienten mit akutem Herzinfarkt vor. Und im Gespräch mit der Heimatzeitung ergänzt der Kardiologische Chefarzt Dr. Henning Rust: „Auf diesen täglichen Bereitschaftsdienst sind wir auch an Wochenenden und an Feiertagen eingerichtet.“

Bei Problemen nicht selbst die „Anreise“ antreten

Um die medizinische Notwendigkeit eines solchen Angebots zu untermauern erklärt Dr. Rust noch einmal Grundsätzliches: „Bei einem akuten Herzinfarkt kommt es zu einem Verschluss oder einer hochgradigen Einengung einer Herzkranzarterie, die die Herzmuskel mit Blut versorgen. Dies kann zu bösartigen Herzrhythmusstörungen, zum akuten Herzversagen oder zum plötzlichen Herztod führen.“ Mittels einer sofortigen Herzkatheter-Untersuchung, bei der zudem gleichzeitig eine Erweiterung und Stabilisierung des Gefäßes vorgenommen werden könne, seien die Mediziner in der Lage, dieser bedrohlichen Situation zu begegnen.

Information am Rande: Die Herzkatheter-Untersuchung im Bethanien-Krankenhaus durch Dr. Rust und sein Team wird nach eigenen Angaben routinemäßig durch das Handgelenk durchgeführt.

Der Chefarzt, der seit April letzten Jahres in Iserlohn tätig ist, dazu weiter: „Da die Zeit bis zur Eröffnung oder Weitung des Gefäßes ex­trem wichtig ist, ist eben von großer Bedeutung, dass die Untersuchung in unserem Haus zu jeder Zeit durchgeführt werden kann und somit Zeit raubende Transporte in weiter entfernte Kliniken des Umlands zunächst hinfällig werden.“

Das Bethanien-Angebot funktioniert auf der Basis einer Rufbereitschaft, die auch außerhalb der „normalen“ Behandlungszeiten sicherstellt, dass innerhalb von 30 Minuten der Katheterplatz von Ärzten und Pflegepersonal besetzt wird. Dabei bekommt das Krankenhaus in der Regel auch schon vor Eintreffen des Patienten Angaben des behandelnden Notarztes und kann frühzeitig im Haus die Alarmierung auslösen.

Allerdings weiß Dr. Henning Rust auch davon zu berichten, dass etwa fünf Prozent der Patienten auch tatsächlich auf eigenen Wegen kommen, weil sie an sich unklare Symptome feststellen, die sie abgeklärt wissen möchten.

Davon rät der Mediziner allerdings grundsätzlich ab: „Bei einem Verdacht auf Herzinfarkt sollte umgehend über die 112 der Rettungsdienst alarmiert werden. Eine eigene Anfahrt kann unnötigen Zeitverlust und mögliche Zwischenfälle auf dem Weg ins Krankenhaus mit sich bringen.“

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