Pflege

Spielerische Hilfe für pflegende Angehörige

Die AWO-Verantwortlichen Jörg Richard (von li.) Michael Scheffler, Ulrike Weiß und Dirk Niggemann testeten das Spiel „Blockade - das Spiel zur Wirklichkeit", das erstmals beim Deutschen Pflegetag in Berlin zum Einsatz kam. Es soll nun in allen AWO-Seniorenzentren gespielt werden.

Foto: Cornelia Merkel

Die AWO-Verantwortlichen Jörg Richard (von li.) Michael Scheffler, Ulrike Weiß und Dirk Niggemann testeten das Spiel „Blockade - das Spiel zur Wirklichkeit", das erstmals beim Deutschen Pflegetag in Berlin zum Einsatz kam. Es soll nun in allen AWO-Seniorenzentren gespielt werden. Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.   Die AWO setzt eigenes Kartenspiel „Blockade“ ein, um Auswege und Problemlösungen aufzuzeigen.

Ein Verkehrsunfall oder ein Schlaganfall verändert das Leben der Betroffenen manchmal von Grund auf. „Viele Menschen sind dann erstmal völlig hilflos und überfordert“, erklärt der AWO-Vorsitzende Michael Scheffler. Der SPD-Sozialpolitiker weiß, dass 70 Prozent von ihnen Zuhause versorgt werden nach dem Grundsatz „ambulant vor stationär“: „Hier gibt es großen Handlungsbedarf, dass ihnen Unterstützung zur Seite gestellt wird.“ Aus seiner Tätigkeit als stellvertretender Bürgermeister fällt ihm das Beispiel einer 103-jährigen Iserlohnerin ein, die von einer über 80-jährigen Tochter gepflegt wird.

Mitarbeiter der AWO-Pflegeberatung vermitteln pflegenden Angehörigen künftig spielerisch Informationen zum möglichen Pflege- und Unterstützungsbedarf. „Auf dem Deutschen Pflegetag in Berlin ist unser dafür entwickeltes Spiel ,Blockade’ auf großes Interesse gestoßen“, erzählt Michael Scheffler.

Im AWO-Seniorenzentrum Iserlohn stellte Scheffler das Spiel vor, das verschiedene Betreuungssituationen simuliert und Angehörige durch den Dschungel an Gesetzen, Paragrafen und Leistungen navigiert. Es liefert Antworten auf Fragen wie: Wer hilft, wenn ich ein paar Stunden Zeit für mich brauche? Wie finanziere ich barrierefreie Umbauten für meinen Angehörigen im Rollstuhl? Wo beantrage ich eine Kur gemeinsam mit meinem Angehörigen?

„Wir wollen nicht nur zeigen, wie man eine Insulinspritze ansetzt, sondern auch psychosoziale Unterstützung geben“, erklärte AWO-Mitarbeiterin Ulrike Weiß. Gemeinsam mit den AWO-Verantwortlichen aus dem Bezirksverband Westliches Westfalen stellte sie zudem stationäre, ambulante und teil-stationäre Angebote der AWO vor.

„Das Seniorenzentrum Iserlohn bietet 80 Bewohnern ein Zuhause und verfügt über zehn Plätze in der Kurzzeitpflege, damit pflegende Angehörige eine Auszeit vom Alltag nehmen können“, erläutert Dirk Niggemann. Michael Scheffler verweist außerdem auf Kurkliniken, die spezielle Angebote für pflegende Angehörige vorhalten. Die AWO-Verantwortlichen wollen Familien stärken und entlasten und fordern gesetzliche Grundlagen für stationäre Vorsorge und Rehabilitationsangebote für Familien.

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