Ausschuss

„Die Motivation tendiert gen Null“

Es „brennt“ bei der Feuerwehr im wahrsten Sinne des Wortes. Durch viele geleistete Stunden Mehrarbeit  sind die Blauröcke fast am Ende ihrer Motivation für ihren Beruf angelangt.

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Es „brennt“ bei der Feuerwehr im wahrsten Sinne des Wortes. Durch viele geleistete Stunden Mehrarbeit sind die Blauröcke fast am Ende ihrer Motivation für ihren Beruf angelangt. Foto: IKZ

Letmathe.   Viel Zündstoff lag in der Sitzung des Feuerwehrausschusses, der am Donnerstag im Gerätehaus Oeger Straße tagte.

Zu seiner letzten Sitzung hatte sich der Feuerwehr-Ausschuss der Stadt Iserlohn am Donnerstag im Gerätehaus Oeger Straße versammelt. Auch wenn sie einen harmonischen Verlauf nahm, so barg sie doch Zündstoff in sich, der die Politik in den kommenden Monaten weiter beschäftigen wird.

Es geht um den „Personalausfall-Faktor“, der, so Oliver Krause, der stellvertretende Leiter der Iserlohner Wehr, „politisch gewollt derzeit bei einem Faktor von 4,8 steht“. Das bedeutet, dass die Feuerwehr für jede ihrer derzeit 20 Funktionen auf dem Papier 4,8 Feuerwehrleute vorzuhalten hat. Trotz mehrmaliger Aufforderungen, den Schlüssel anzuheben, hat sich die Finanzverwaltung keinen Zentimeter bewegt und stets auf den beschlossenen Wert gepocht. Berechnungen der Feuerwehr hatten ergeben, dass dringend ein Faktor von aktuell 5,03 anzustreben ist. Inzwischen laufen jährlich bei der Feuerwehr durch das stoische Festhalten der Verwaltung an dem alten Schlüssel zwischen 7000 und 10 000 Überstunden auf. Das dafür zu zahlende Gehalt beläuft sich auf 250 000 bis 300 000 Euro.

Für diesen Betrag könnten auch vier bis fünf Stellen geschaffen werden, was aber seitens der Verwaltung abgelehnt wird. Um so befremdlicher ist es, dass inzwischen der Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens diese 10 000 Stunden Mehrarbeit angeordnet hat. Oliver Krause: „Inzwischen bläst mir ein eiskalter Wind der Kollegen ins Gesicht, sie haben die Schn. . . voll und die Motivation ist im Keller“. Krause: „Ich kann nicht verstehen, warum nicht reagiert wird!“. Auch Barbara Barban, die Vorsitzende des Personalrates, fand deutliche Worte. „Grundsätzlich wird von einer Wochenarbeitszeit von 48 Stunden ausgegangen. Es ist zu prüfen, ob der Bürgermeister nicht einen Rechtsverstoß begeht, denn schließlich hat er als Dienstherr auch eine Fürsorgepflicht für seine Mitarbeiter“. Ein erhöhter Krankenstand und sinkende Motivation sind die Auswirkungen dieser Mehrarbeit , auch sie plädiert dringen dafür, dass sich die Verwaltung in Sachen Personalausfall-Faktor bewegt.

Nach weiterer Diskussion sprach sich der Ausschuss dafür aus, dass für die nächste Sitzung im kommenden Jahr eine detaillierte Drucksache über die Mehrarbeit bei der Feuerwehr seitens der Verwaltung erstellt wird, die dann die Basis für weitere Entscheidungen der Politik sein soll. Dass sich grundsätzlich in diesem Fall etwas bewegen muss, darüber ist sich der Ausschuss parteiübergreifend einig. Dieter Beele (SPD): „Es muss doch möglich sein, die Feuerwehr, die Finanzverwaltung und den Ausschuss an einen Tisch zubekommen, damit der Faktor 4,8 gekippt wird. Ich möchte nicht erleben, dass irgendwann ein Fahrzeug nicht besetzt werden kann und dadurch Schlimmeres passiert“.

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