Radweg-Eröffnung

Startschuss auf der neuen Fahrrad-Trasse in Menden und Hemer

Der Radweg verläuft parallel zur Fahrbahn der B 7.

Foto: WP

Der Radweg verläuft parallel zur Fahrbahn der B 7. Foto: WP

Menden.  Startschuss auf dem neuen Radweg durchs Oesetal. Am heutigen Samstag, 15. November, eröffnen die Bürgermeister von Menden und Hemer gemeinsam den Weg auf der alten Bahntrasse. Gestern waren noch Restarbeiten an der Reihe. Auf Mendener Stadtgebiet fehlen zur Eröffnung noch Kleinigkeiten wie die Geländer am Hassenbruch. Dafür stehen jetzt aber hinter der Lärmschutzwand am Felsenkeller Straßenlaternen.

Kritik von Grünen, ADFC und Oesetal-Bahnverein

„Wir haben keine gravierenden Mängel mehr festgestellt“, sagt der Hemeraner Bürgermeister Michael Esken. Der Weg liegt bei den Kosten voll im Plan. In der Endabrechnung stehen 1,35 Millionen Euro Ausgaben. 200 000 Euro hat Hemer bezahlt. Die Ampel am Real-Markt kostete weitere 60 000 Euro. Die Stadt Menden beteiligt sich mit 5000 Euro – eine Summe, die noch leicht wachsen kann.

Auf Hemeraner Gebiet wurden 33 Lampen aufgestellt, um dunkle Ecken und den Tunnel Edelburg zu erleuchten. Menden hat acht Lampen bekommen. Der Großteil des 5,6 Kilometer langen Weges verläuft mit 3813 Metern Anteil über Hemeraner Stadtgebiet, der Rest durch Menden. Die asphaltierte Fläche ist 28 200 Quadratmeter groß, so groß wie vier Fußballstadien. „Jetzt sind die Menschen dran, wie sie mit dem Pedal oder zu Fuß abstimmen“, sagt Esken mit Blick auf den Start.

In die Harmonie wollen Matthias Gast vom Oesetalverein und Ingrid Ketzscher von den Mendener Grünen nicht einstimmen. „Gewünscht hätten wir allen einen dauerhaft angelegten Radweg, der nicht voraussichtlich nach einigen Jahren wieder abgebaut werden muss“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme. „Und wir hätten den Radfahrern einen Radweg gegönnt, der solide und sicher gebaut ist.“ Auch der Fahrradclub ADFC wäre für eine Trasse, die weiter entfernt von der B 7 verläuft. „99,5 Prozent der deutschen Radwege verlaufen an einer Straße“, kontert Esken.

Offiziell ist der Radweg nur eine Zwischennutzung. Die Trasse ist weiter als Bahnstrecke gewidmet. Aktuell läuft eine Untersuchung zur Reaktivierung der Bahn. Die Wiederinbetriebnahme soll 10,6 Millionen Euro kosten. Die Bauarbeiten könnten in zehn Jahren beginnen. Betriebsstart wäre im Jahr 2028 möglich. Ob das so funktioniert, hängt vom zweiten Teil der Studie ab. Darin wird ermittelt, ob überhaupt ein Bedarf besteht. Ergebnisse konnte der zuständige Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Ruhr-Lippe (ZRL) gestern noch nicht verraten.

Beim Test der Redaktion zeigte der Weg großes Potenzial für Berufspendler. Beim Freizeitwert fiel die Strecke allerdings komplett durch.

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