Iserlohn Roosters

„Signal für Fans und Sponsoren“

Trainer Rob Daum bei einem Heimspiel der Roosters in der Eissporthalle Iserlohn.

Trainer Rob Daum bei einem Heimspiel der Roosters in der Eissporthalle Iserlohn.

Foto: Lukas Schulze

Iserlohn.  Die Verlängerung mit Trainer Rob Daum bis 2020 zeigt auch: Die Iserlohn Roosters wollen die Außenseiterrolle in der Deutschen Eishockey Liga langfristig ablegen.  

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Ein leichtes Schmunzeln huschte über das Gesicht von Karsten Mende, als er den Zeitpunkt der Vertragsverlängerung mit Iserlohns Cheftrainer Rob Daum kommentieren sollte. „Sagen wir mal so“, entgegnete der Roosters-Manager dann auf Nachfrage dieser Zeitung, „es fällt gerade jetzt vielleicht ganz passend.“

Gemeint war damit jedoch nicht der am Freitag anstehende 60. Geburtstag des Kanadiers, sondern die aussichtsreiche Position der Sauerländer im Kampf um die Playoff-Plätze in der Deutschen Eishockey Liga. Den sechsten Rang hatten die Iserlohner mit dem etwas überraschenden 2:1-Auswärtssieg in Wolfsburg am Sonntag behauptet – und ihre Ambitionen auf den direkten Einzug in die K.o.-Spiele damit untermauert. Dass die Nachricht, dass Daum bis 2020 am Seilersee bleibt, dem Team für die letzten zehn Partien der Hauptrunde noch mal einen Schub gibt, ist zwar nicht zwingend beabsichtigt, aber ja auch nicht ausgeschlossen.

47 Punkte in 29 Spielen unter Daum

Daum war es, der den IEC binnen eines Vierteljahres in diese aussichtsreiche Situation geführt hat. Auf Platz 13 hatte der Nordamerikaner die Mannschaft Mitte Oktober von Jari Pasanen übernommen. In 29 Spielen unter Daum sammelten die Roosters seitdem 47 Punkte. „Man erkennt eine andere Handschrift. Seine ruhige und besonnene Art zeichnet Rob Daum aus – auch in schwierigen Situationen. Und dass er einfach die richtigen Knöpfe drückt“, lobte Mende seinen Wunschtrainer, den er in Österreich zuvor intensiv beobachtet hatte.

Seitdem der ehemalige Linzer nun in Westfalen als Chefcoach arbeitet, agiert die Mannschaft taktisch disziplinierter, gleichzeitig aggressiver und mit mehr Zug zum gegnerischen Tor. „Das sind die Basics“, sagte Wolfgang Brück. Noch größeren Wert legt der Geschäftsführende Gesellschafter jedoch auf Daums „Menschenführung, auf seine Empathie.“

Daums Erwartungen haben sich offenkundig ebenfalls erfüllt. „Ich hatte im Vorfeld nur Positives über die Roosters gehört, was die Organisation, das Management, das Umfeld und die Fans betrifft“, erzählte der Nordamerikaner, „aber was Sache ist, weißt du erst, wenn du da bist.“ Alles sei „ideal“, stellte Daum zufrieden fest, will die Eishockey-Leidenschaft in Iserlohn aber langfristig weiter anheizen.

Eine weitere Trainingseinheit

Kontinuität lautet das große gemeinsame Stichwort – und Perspektive. „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren mit Ausnahme der vergangenen Saison immer eine erfolgreiche Arbeit abgeliefert. Diesen positiven Trend wollen wir auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Die Verlängerung ist auch ein Signal an Fans und Sponsoren“, erklärte Brück.

Es gibt noch ein anderes Zeichen, eines an den bisher so erfolgreichen Trainer: Demnächst soll es eine weitere Trainingseinheit pro Woch geben. „Es sieht dafür schon sehr gut aus“, munkelte Mende.

Dieses Zugeständnis hatte Daum auch eingefordert. Damit dürften aber auch die Erwartungen am Seilersee ansteigen. Oder besteht die Gefahr, dass Daum bei einem lukrativen Angebot der finanzkräftigeren DEL-Konkurrenz schnell wieder weg ist und die Ansprüche plötzlich wieder heruntergeschraubt werden müssen? „Auch bei uns wird nicht mit Milch und Kartoffeln bezahlt“, sagte Brück – und schmunzelte leicht.

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