Kommentar

Auch Platz zwei wäre für den BVB ein Erfolg

Kapitän Marco Reus appeliert nach der Niederlage im Liga-Gipfel an die Metalität der Mannschaft.

Kapitän Marco Reus appeliert nach der Niederlage im Liga-Gipfel an die Metalität der Mannschaft.

Foto: dpa

Dortmund  Kann sich Dortmund von dem 0:5 bei Bayern schnell erholen? Vor zwei Jahren hatte der Klub viel schlimmere Probleme und hat selbst die bewältigt.

Natürlich waren alle Dortmunder am vergangenen Wochenende niedergeschlagen. 0:5 beim FC Bayern – das war schon ein heftiger Rückschlag im Titelrennen, auch wenn er sich tabellarisch nur durch einen Punkt Rückstand ausdrückt. Selbst Lucien Favre, der routinierte Trainer des BVB, prophezeite nach der Partie in München, dass diese Niederlage schwer zu verarbeiten sein werde.

Das war in dem Moment ehrlich gemeint, aber natürlich keine gute Ansage für die Spieler. Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspieler-Abteilung, zog das bessere Fazit. Auch er hatte eine erschreckend schwache Leistung der Schwarz-Gelben gesehen, aber er stellte sofort klar: „Die Meisterschaft ist noch nicht entschieden!“

Und so ist es doch. Die Bayern müssen am vorletzten Spieltag noch nach Leipzig. Da gewinnt man nicht im Spaziergang. Und am Sonntag spielen sie in Düsseldorf – die Fortuna hat sie schon beim 3:3 im Hinspiel geärgert.

Der BVB kann zwar nicht mit einem Ausrutscher der gewöhnlich mental starken Bayern rechnen, doch eine Chance hat er durchaus noch. Er muss jetzt aber selbst ganz schnell die Kurve kriegen – und zwar schon am Samstag im Heimspiel gegen Mainz 05. Das wird sehr schwer werden, denn der Gegner hat im Gegensatz zur Borussia kaum etwas zu verlieren.

Dortmund hat die Bundesliga wieder spannend gemacht

Aber selbst wenn es am Ende so kommen sollte, wie es jetzt logisch wäre und allgemein erwartet wird, wenn also der FC Bayern gefestigt bliebe und sich im Endspurt um die Meisterschaft nicht mehr von Platz eins verjagen lassen würde: Dann hätte die vergleichsweise junge Mannschaft des BVB immer noch eine tolle Saison gespielt.

Borussia Dortmund hat die Bundesliga wieder spannend gemacht, das allein ist schon viel Anerkennung wert. Zwei Jahre nach dem furchtbaren Sprengstoff-Anschlag auf die Mannschaft kann man nur den Hut ziehen vor allen Verantwortlichen, die diesen Klub wieder stabil gemacht haben.

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