Formel 1

Fünfter Saisonsieg: Sebastian Vettel dämpft seinen WM-Frust

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel

Foto: Getty Images

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Sao Paulo.  Ferrari-Pilot Sebastian Vettel gewann den Großen Preis von Brasilien. Weltmeister Lewis Hamilton raste vom letzten auf den vierten Platz.

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Wenn nur alles beim Großen Preis von Brasilien so sicher gewesen wäre wie der fünfte Saisonsieg von Sebastian Vettel, der erste für den Ferrari-Piloten seit Ende Juli. Valtteri Bottas blieb aus der dritten Pole-Position ein zweiter Platz vor Kimi Räikkönen. Aber allen auf dem Podium wurde die Show gestohlen von Lewis Hamilton, der als Letzter ins Rennen gehen musste – und als Vierter ganz knapp das Podium verpasste, nach 71 Runden Aufholjagd mit ganzen 5,4 Sekunden Rückstand auf den deutschen Sieger.

Der Erfolg, der ihm wohl den zweiten Platz in der Fahrer-Weltmeisterschaft endgültig sicherte, ist Balsam für die wunde Seele Vettels, der zur Aufmunterung sein übliches „Forza Ferrari“ über den Boxenfunk schickte. Schon vor dem Rennen hatte er seinen Frust über den verlorenen Titel gestanden: „Ich erwarte sehr viel von mir, und bin enttäuscht, wenn es nicht klappt.“ Entsprechend genoss er das kleine rote Freudenfest, dirigierte bei der italienischen Nationalhymne mit. Schwungholen für den nächsten Anlauf: „Der Sieg war eine große Erleichterung für uns.“

Ein Rennen gegen den Uhrzeigersinn, mit der kürzesten Startgerade des Jahres, das ließ beste Unterhaltung erwarten, zumal es für die meisten um nichts mehr ging. Schon die Startaufstellung sprach dafür: Ein Mercedes, der von Valtteri Bottas, war Erster – und einer, der von Lewis Hamilton, Letzter. In der Qualifikation war dem Weltmeister ein Fahrfehler unterlaufen, der erste in diesem Jahr. Sebastian Vettel hätte das gern mal wieder für eine Pole-Position genutzt, aber Hamiltons finnischer Stellvertreter vereitelte das.

„Lewis, wir jagen das Podium“

Dafür revanchierte sich der Heppenheimer gleich in der ersten Kurve. Der Ferrari kam am besten weg und ging innen mit Millimeterarbeit am Silberpfeil vorbei: „Ich bin gut weggekommen und habe Valtteri überrascht“, sagte der Sieger später über die rennentscheidende Szene. Das Hoch über Interlagos mit einer deutlichen Temperatursteigerung kam dem italienischen Rennwagen zusätzlich entgegen.

Fünf Mal musste Hamilton schon von ganz hinten zurückkommen, vier Mal schaffte er es wieder in die Punkte, drei Mal sogar aufs Podium. Nach einem Renndrittel in Sao Paulo war er schon Siebter, kurz danach Fünfter.

Und nach 30 Runden übernahm er sogar die Führung, allerdings nur, weil die vor ihm liegenden Fahrer schon beim Reifenwechsel waren. Was für eine spektakuläre Aufholjagd, eines Champions würdig. Dass seine Pneus Blasen warfen, interessierte den Briten wenig, er wollte es sich und allen anderen beweisen.

„Lewis, wir jagen das Podium“, hetzte ihn sein Renningenieur. Es war mal wieder Hammer-Time. Aber Räikkönen behielt die Nerven und wurde Dritter. Sein Teamkollege Vettel ließ sich den Sieg nicht nehmen.

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