Hitze von A bis Z

So kommen Sie gut durch die heißen Tage

Trinken, trinken, trinken: An heißen Tagen ist es besonders wichtig, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

Trinken, trinken, trinken: An heißen Tagen ist es besonders wichtig, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

Foto: dpa

Berlin  Die Temperaturen gehen auf Rekordjagd. Wenn es 35 Grad und heißer wird, fällt es nicht immer leicht, kühlen Kopf zu bewahren. Was tun?

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Schlafen, Wohnen, Freizeit, Arbeit: Die Hitze wirkt sich auf fast alle unsere Lebensbereiche aus. Wie geht man am besten mit den hohen Temperaturen um? Wissenswertes im Überblick.

A wie Abkühlung: Wer lange in der Sonne gelegen hat, sollte sich vor einem Sprung in den Badesee oder ins Schwimmbecken abkühlen und nicht kopfüber ins Wasser stürzen. Schonender für den Kreislauf ist es, langsam ins Wasser zu gehen oder sich vorher abzuduschen.

B wie Bier: Der beliebte Durstlöscher ist aus Medizinersicht bei hochsommerlichen Temperaturen genauso wenig zu empfehlen wie Wein, Sekt und andere alkoholische Getränke. Gesünder sind Wasser, isotonische Getränke, ungezuckerter Tee oder Saftschorlen - und auch die werden am besten nicht eiskalt genossen.

D wie Dresscode: Kleidungsvorschriften am Arbeitsplatz können viele Beschäftigte auch bei Hitze nicht einfach ignorieren. Das gilt vor allem für Branchen wie Banken und Versicherungen. Chefs können zwar die Regeln lockern, wenn es sehr heiß wird. Aber auch dann ist nach Angaben des Deutschen Anwaltvereins davon auszugehen, dass Konventionen gelten. Wer Kundenkontakt hat oder in eher konservativen Unternehmen arbeitet, sollte sich auch bei Hitze dezent kleiden.

E wie Erschöpfung: Bei tagelanger Hitze kann der Körper mit Erschöpfungszuständen reagieren. Der Grund sind Wasser- und Nährstoffverluste durch das Schwitzen, die nicht ausgeglichen werden. Betroffene fühlen sich fiebrig und schwach. Hinzu kommen Schwindel, Übelkeit, Muskelkrämpfe und Verwirrtheit. Um wieder auf die Beine zu kommen, müssen Betroffene vor allem trinken und sich ausruhen.

G wie Garten: Pflanzen sind bei Hitze mindestens genauso durstig wie Mensch und Tier. Gießen sollte man sie am frühen Morgen oder späten Abend, keinesfalls aber mittags oder nachmittags. Der beste Zeitpunkt für die Pflanzen wäre nach Ansicht von Experten um 4.00 Uhr nachts.

H wie Handy: Auch das coolste Smartphone macht bei Hitze schlapp, wenn es in der prallen Sonne oder im geparkten Auto liegen gelassen wird. Manche Geräte fahren sich selbst herunter, wenn es ihnen zu heiß wird. Ist das Handy einmal überhitzt, muss es abkühlen - und zwar langsam bei Raumtemperatur und nicht etwa im Kühlschrank.

K wie Klimaanlage: Auch bei großer Hitze sollte ein solcher Helfer im Auto nicht sofort beim Losfahren angeschaltet werden. Experten empfehlen, erstmal Fenster und Türe öffnen und beim Starten kurz die Umluft einschalten. Erst anschließend sollten Fahrer die Fenster schließen und die Klimaanlage einschalten. Bei Kurzstrecken raten Autoexperten dazu, auf den Einsatz der Anlage ganz zu verzichten.

L wie Lüften: Oftmals das einzige Mittel, die Hitze zumindest etwas aus der Wohnung zu bekommen. Dabei gibt es laut Prof. Hartwig Künzel vom Fraunhofer Institut für Bauphysik in Holzkirchen (Bayern) eine Faustregel: Immer dann die Fenster öffnen, wenn es draußen kühler ist als drinnen. An Sommertagen mit großer Hitze ist das in vielen Gebäuden nur nachts und in den frühen Morgenstunden der Fall. Umgekehrt heißt das aber auch: Heizt sich eine Wohnung - zum Beispiel im Dachgeschoss - so stark auf, dass es drinnen wärmer wird als draußen, sollte durch offene Fenster für Ausgleich gesorgt werden.

M wie Mieterrechte: Eine heiße Wohnung ist nach Angaben des Eigentümerverbandes Haus & Grund generell kein Grund für eine Mietminderung. Eine gesetzliche Regelung, wie hoch die Temperatur in einer Mietwohnung klettern darf, gebe es nicht. Im Einzelfall haben Gerichte allerdings entschieden, dass die Bewohner die Miete anteilig für besonders heiße Tage mindern dürfen - zum Beispiel dann, wenn der Wärmeschutz nicht dem Stand der Technik entspricht, wie er zum Zeitpunkt der Errichtung der Wohnung vorgeschrieben war.

Q wie Quark und Joghurt: Diese Hausmittel zur Linderung bei Sonnenbränden kühlen zwar. Sie können laut Gesundheitsexperten die geschädigte Haut aber zusätzlich reizen und sogar Entzündungen verursachen. Auch Eis oder Kühl-Packs aus dem Gefrierfach setzen die Haut unter Stress. Besser helfen nasse Umschläge, parfümfreie Gels und Lotionen oder fließendes Wasser.

S wie Sonnenstich: Starke Sonneneinstrahlung auf einen unbedeckten Kopf kann zu einer Schwellung des Hirngewebes oder einer Entzündung der Hirnhäute führen. Die Symptome eines Sonnenstichs sind oft Kopfschmerzen, steifer Nacken, Übelkeit und Erbrechen. Sind diese Anzeichen sehr stark oder kommen weitere hinzu - etwa Fieber über 39 Grad, Krampfanfälle oder Verwirrtheit -, sollte ein Arzt gerufen werden. Generell gilt: schnell raus aus der Sonne und in den Schatten; Kopf und Nacken mit feuchten, kühlen Tüchern bedecken.

V wie Ventilatoren: Tierschützer warnen davor, Kleintiere in Käfigen davor zu stellen. Menschen können das Weite suchen oder den Ventilator ausschalten, wenn es unangenehm wird, Käfigtiere nicht. Zugluft kann bei ihnen zu Erkältungen und Augenentzündungen führen.

Z wie Zubettgehen: Wenn die Hitze den Schlaf raubt, kann das zur Qual werden. Wer daheim keine Klimaanlage hat, dem raten Experten dazu, nach gründlichem Lüften am frühen Morgen das Schlafzimmer tagsüber durch Abdunkeln möglichst kühl zu halten. Die kuschelige Bettdecke verschwindet, besser schläft man nur unter einem Laken - oder ganz ohne. Die letzte schwere Mahlzeit sollte zwei Stunden vor dem Zubettgehen gegessen werden. Warmer Tee hilft beim Einschlafen. Bier oder Wein können das ebenfalls, Alkohol stört aber auch den Schlaf der zweiten Nachthälfte - und ist deshalb bei Hitze eher zu meiden.

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