Toni

Hallo, amigos? Ist überhaupt jemand da, der das liest?

Foto: IKZ

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Hola, amigos! Der Blick auf den Kalender zeigt so einiges. Zum Beispiel, dass in diesem Moment, in dem ich das hier schreibe, Freitag, der 21. Dezember ist. Und es ist früher Abend. Und was heißt das? Das heißt, dass bis jetzt noch nichts passiert ist. Keine Flutwelle, kein Erbbeben, kein Knall, keine Dunkelheit. Noch nicht mal ein Knällchen. Während ich das schreibe, bin ich noch da. Bis jetzt!

Aber ich, Don Antonio de Hasta Luego, wäre ja nicht der Schlaufuchs in unserer Hütte, wenn ich nicht weiter denken würde. Was die Sache allerdings auch etwas komplizierter macht. Mal angenommen, Ihr würdet meine Zeilen jetzt gerade nicht lesen, dann könnte das natürlich mehrere Ursachen haben. Entweder ich hätte sie gar nicht geschrieben, weil es gestern Abend doch noch geknallt hätte. Oder eben die Flutwelle wäre gekommen. Was bei meinem - zugegeben etwas tiefer gelegten - Grundabstand vom Boden ja noch nicht einmal jetzt die unheimliche Riesenwelle hätte sein müssen. Oder aber ich hätte diese Zeilen sehr wohl noch geschrieben und Ihr selbst wäret einfach nicht mehr da wg. Flutwelle, Erdbeben, Knall oder sonst einer etwas größeren Unpässlichkeit. Wie dem auch sei, das wäre natürlich auch ganz finster. Aber auch nicht zu ändern.

Andererseits, wenn Ihr diese Zeilen heute Morgen doch bei ansprechender Gesundheit lesen könnt, heißt das natürlich auch im Klartext, dass gar nichts passiert ist. Nada! Nichts! Nonada! Nüschte! Herrchen sagt ja sowieso schon länger, dass diese Mayas außer einer drolligen Biene der Welt nicht wirklich was Gewaltiges hinterlassen hätten. Woher ausgerechnet er das nun wissen will, weiß ich allerdings auch nicht.

Da blicken wir doch lieber wieder nach vorn und damit natürlich auch wieder auf den Kalender. Und der sagt nämlich weiterhin, dass in ein paar Tagen Weihnachten ist. Das Fest der Liebe, der Klingel und der Leckerchen. Heißt im Klartext: Weil über Weihnachten immer mal wieder liebe Menschen in unsere Hütte kommen, klingelt es alle naselang an der Tür. Und wenn es klingelt, bekomme ich ein Leckerchen. Weil „Herrchen sonst von meinem ewigen Theater noch mal das Trommelfell platzt.“ Sagt er. Ansonsten ist ja an diesen Weihnachten bei uns alles wie immer.

Und dann ist auch schon wieder das Jahr um und die gesammelten Knallköppe kommen aus ihren Löchern. Also ich sage ja immer, dass alle die, die schon in den Tagen vor dem letzten Tag knallen, eine Meise haben. Wobei ich da noch nicht einmal an mich denke. Ich bin nämlich zum Glück ziemlich schussfest. Nein, ich denke an alle die, denen wirklich der Stift geht, die überhaupt nicht mehr wissen, wo oben und unten ist. Das sind dann auch die, die am Silvesterabend am liebsten in die Sockenschublade springen möchten. Oder mit zum Hamster in den Käfig, Hauptsache, ein Dach über dem Kopf. Amigos, dann bekomme ich immer einen heiligen Zorn. Herrchen sagt ja auch noch immer, dass das so viel kosten würde. Dass man dafür Leckerchen und Spielzeug kaufen könnte, dass sich die Balken in unserer Hütte biegen würden. Und nicht nur in unserer Hütte, sondern überall, wo eben auch andere amigos leben.

Vale! Nun werde ich also bald zehn Jahre alt und mein mahnendes Rufen ist in der Böller-Wüste ist wohl bis heute ungehört verhallt. Da würde ich mir für einen Moment fast wünschen, dass vielleicht inzwischen doch einmal so ein großer Maya-XXL-Kanonenschlag gekommen wäre. Nur mal um zu wissen, wie das ist. Herrchen sagt allerdings auch, dass es am Morgen nach einem Maya-Weltuntergang in Dröschede auch nicht viel dreckiger auf der Straße aussehen würde als an Neujahr. Ach was, freuen wir uns einfach, das wir alle noch da sind, feiern wir ein schönes Weihnachtsfest und rutschen wir gut ins Neue Jahr. Allerdings getreu meinem Motto: Knochen statt Böller!

Hasta luego!

Euer Toni (Christie)

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