Toni

Denkt an mich und daran: Niemals geht man so ganz . . .

Toni

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Hola amigos, das war es dann wohl. ¡Se ha acabado la broma! Oder um es mal auf Dröschederisch zu sagen: Schluss mit lustig!

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Ihr wisst schon, was ich meine. Wenn Ihr diese Zeilen lest, bin ich nicht mehr da. Aus die Maus! Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da habe ich noch Scherzchen gemacht über die Kolleginnen und Kollegen, die in der Zuckerdose auf dem Kaminsims stehen. Und nun stehe ich wahrscheinlich selbst in einem frisch getöpferten Öko-Pöttchen in unserer Hütte, und Herrchen muss alles zusammensuchen, was nach candela, also Kerze, aussieht. Und laut sprechen darf er mit Sicherheit in meiner Nähe auch nicht.

Amigos, si soy honesto, also wenn ich mal ganz ehrlich bin, hat es zum Schluss auch keinen wirklichen Spaß mehr gemacht. Nur mal un emjemplo, also ein Beispiel: Da stehst Du plötzlich aus welchem Grund auch immer von deinem weichen Lager auf, schlurfst bereits leicht schleuderig in der Hüfte durch die Hütte und stehst plötzlich in einer Dir nicht bekannten Ecke.

Und dann fragst Du Dich: Was um alles in der Welt machst du hier? Du weißt es nicht, Herrchen weiß es auch nicht. Nur Frauchen fragt: „Ja, was ist denn da in der Ecke? Was will der kleine Schatz denn da?“ Mit anderen Worten – sie weiß es auch nicht. Amigos, da kommt man doch ins Grübeln.

Oder man liegt – ploooiiiing – der Länge nach im Schlafzimmer, weil das Bett plötzlich offensichtlich 20 Zentimeter kürzer ist als gestern. Unsereinem sagt ja keiner was. Was ich allerdings ja auch ohnehin nicht gehört hätte, weil ich ja schon seit einem Jahr auf den Ohren Sendeschluss hatte.

Und dann meinte die Herrschaft natürlich auch noch, ich würde nicht merken, dass inzwischen mehr pildoras, also Pillen, als Gehacktes in meiner Abendmahlzeit-Schüssel waren. Nicht mit dem Don Antonio de Hasta Luego.

Aber wenn der Lebens-Daumen dann so langsam nach unten geht, kannste machen, was Du willst. Dann muss auch der stärkste Edel-Rüde sehen, wie er ordnungsgemäß und aber natürlich auch stilvoll die Kurve kriegt. Aber da kann ich auch von hier oben aus nicht meckern. Dr. Negro war gut in Form an dem Tag. Auch wenn meine Visiten bei ihm normalerweise im Ergebnis immer anders verlaufen sind, kann und will ich auch die letzte mal gelten lassen. Ich kann mich sogar noch an den meinen ersten Besuch bei ihm erinnern. Da war ich noch keine 48 Stunden in der neuen Hütte und bei meiner neuen Familien-Truppe – und hatte schon Mandelentzündung. Frauchen dachte aber, Herrchen, der ewig Unkonzentrierte, hätte mir am Tag zuvor Hühnerbrust mit Mini-Knöchelchen gegeben, die ich jetzt im Hals hätte, weil ich ja so hustete. Also saßen wir morgens um drei Uhr bei Dr. Negro – und ich bekam Hustensaft. Das ist gut 15 Jahre her. Seitdem sind Negro und ich fast Freunde und gemeinsam älter geworden. Aber beide auch nicht mehr gewachsen. Ulkig, oder?

Ich erinnere mich auch noch an meine erste Begegnung mit meinem Kumpel Mattin R.. Der war richtig angesäuert, als ich ihm bei meinem Antritts-Besuch vor 15 Jahren ins Klassenzimmer gepieselt habe. Hinterher hat er jedem auch noch erzählt, dass ich ein Sexprotz wäre. Und dass ich versucht hätte, Pastor Fliege flachzulegen. Mit immer so einem leicht neidischen Unterton. Ich glaube, er war erst zufrieden, als Dr. Negro schnippschnapp gemacht hat. Also bei mir.

Vale! Nun bin ich also hier in einer besseren Welt. Steht zumindest am schwarzen Brett. Ob das stimmt, werden wir erst noch sehen. Vorher war es summasummarum ja nun auch wirklich nicht schlecht. Ihr müsst und sollt auch gar nicht lange traurig sein. Seid lieber froh, dass Ihr mich hattet. Weil ich nämlich ein Guter war. Und vergesst mir die Kumpel im Tierheim nicht.

Hasta luego, si no en este mundo . . . Wenn nicht in dieser Welt . . . Ihr werdet mir fehlen, aber wir sehen uns! Versprochen!

Euer Toni

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