Klimapolitik

Mit Kohlendioxid handeln: Wir erklären den Emissionshandel

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Kohlendioxid zählt zu den Treibhausgasen, die für die Erderhitzung verantwortlich sind. Auf diesem Foto weisen Umweltschützer bei einer Demonstration auf die CO2-Gefahr hin.

Kohlendioxid zählt zu den Treibhausgasen, die für die Erderhitzung verantwortlich sind. Auf diesem Foto weisen Umweltschützer bei einer Demonstration auf die CO2-Gefahr hin.

Foto: Uwe Anspach / dpa

In der Europäischen Union gibt es ein System, das dafür sorgen soll, dass weniger CO2 in die Atmosphäre gepustet wird: den Emissionsrechtehandel.

Der Begriff CO-Kompensation steht dafür, dass man seinen Kohlendioxid-Ausstoß auf irgendeine Weise wieder ausgleicht. Man kann zum Beispiel Geld für Klimaschutzprojekte geben. Für Unternehmen wurde eine andere Möglichkeit geschaffen, die Atmosphäre vor immer mehr Kohlendioxid zu schützen: der Emissionsrechtehandel.

In dem Begriff steckt das Wort „Emission“. Damit ist der Ausstoß von CO2 gemeint. Aber wieso gibt es ein Emissionsrecht? Warum wird damit gehandelt?

Die Europäische Union begann im Jahr 2005 damit, Unternehmen zu erlauben, CO2 in die Atmosphäre zu pusten. Sie bekamen also ein „Recht auf Emission“. Für jede erlaubte Tonne Kohlendioxid gab’s ein Zertifikat, also eine Art Urkunde.

Die Idee ist: Ein Unternehmen, das zehn Tonnen CO2 ausstößt, braucht zehn Zertifikate. Eine Firma, die 100 Tonnen ausstößt, braucht 100 Zertifikate.

Das Besondere ist: Wenn ein Unternehmen zum Beispiel 100 Zertifikate hat, aber deutlich weniger Kohlendioxid ausstößt als 100 Tonnen, kann es einen Teil der Zertifikate verkaufen. Man sagt dann: Es handelt damit. Andere Firmen, die mehr CO2 ausstoßen, kaufen die Zertifikate.

Alles für den Klimaschutz

Dieser Handel mit den Emissionsrechten soll dazu führen, dass Unternehmen sich anstrengen, weniger CO2 auszustoßen. Sie stecken dann zum Beispiel Geld in moderne Technik. Oder sie stellen auf erneuerbare Energien um. Dann brauchen sie nicht mehr all ihre Zertifikate. Sie können sie verkaufen und damit Geld verdienen.

Die Gesamtmenge, die alle Unternehmen in der EU gemeinsam ausstoßen dürfen, ist festgelegt. Sie wird jedes Jahr kleiner. Auch das soll den Planeten schützen.

Die Idee des Emissionsrechtehandels ist gut, aber das Ganze klappt nicht so, wie es am Anfang geplant war. Ein Problem ist: Es wurden viel zu viele Zertifikate vergeben. Ein anderes Problem ist: Der Preis der Zertifikate ist sehr niedrig. Das gibt Unternehmen nicht genügend Anreize, Klimaschutz zu betreiben.

Ein drittes Problem ist: Firmen, die sehr viel Geld haben, können sich sehr viele Zertifikate leisten. Kritiker werfen ihnen vor, dass sie sich „freikaufen“ und sich gar nicht richtig für den Klimaschutz anstrengen.

Die Europäische Union versucht, die Probleme, die es beim Emissionsrechtehandel gibt, für die Zukunft besser zu lösen.

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