Klimaschutz

„Unsere Erde, unsere Zukunft“: Der „Green Deal“ von Europa

Diese Regionalbahn fährt mit Wasserstoff. Auf dem Dach sind die Gastanks zu sehen.

Diese Regionalbahn fährt mit Wasserstoff. Auf dem Dach sind die Gastanks zu sehen.

Foto: Bernd Settnik / dpa

Der „Green Deal“ der EU hat ein großes Ziel: In 30 Jahren sollen Autos abgasfrei fahren und die Städte grüner sein. Dafür muss sich viel ändern.

Habt ihr Lust auf eine Reise in die Zukunft? Stellt euch vor, ihr seid 30 Jahre älter. Es ist das Jahr 2050. Alle Autos fahren abgasfrei durch die Straßen. Die Häuser sind so gedämmt, dass man praktisch nicht mehr heizen oder kühlen muss. Die Städte sind viel grüner als heute, überall wurden neue Bäume gepflanzt. Die Industrie produziert ohne Abgase, Bauernhöfe und Stromerzeuger auch.

„Das geht doch gar nicht“, sagt ihr jetzt vielleicht. Die Europäische Union will aber genau das schaffen. Bis zum Jahr 2050 soll Europa als erster Kontinent klimaneutral werden. Das ist das Ziel des „Green Deal“. Diese „grüne Vereinbarung“ hat die EU vor knapp einem Jahr vorgestellt.

Bäume speichern Kohlendioxid

Die Deutsche Ursula von der Leyen ist die Chefin der EU-Kommission. Ihr ist der „Green Deal“ sehr wichtig. Sie sagte: „Wir geben dann unser Bestes, wenn wir mutig sind und das Ziel hoch stecken.“

Aber was bedeutet „klimaneu­tral“? In unserer Serie konntet ihr bisher viel darüber lesen, dass die Durchschnittstemperatur auf der Erde steigt. Die Ursache sind Treibhausgase, etwa Kohlendioxid und Methan. Ihre Menge ist gestiegen, seit die Menschen Kohle, Erdöl und Erdgas nutzen. Der Klimawandel hat weltweit Folgen. Wenn man etwas ändern will, kann man den Ausstoß neuer Treibhausgase entweder vermeiden. Oder man kann sie speichern, zum Beispiel indem man Bäume pflanzt. Wenn man so handelt, dass das Klima nicht beeinflusst wird, handelt man „klimaneutral“.

Wichtiges Ziel im Jahr 2030

Der geplante „Green Deal“ bedeutet eine ganze Menge. Die Industrie, die Energieversorgung, der Verkehr und die Landwirtschaft müssen dafür komplett umgebaut werden. Aber die EU guckt nicht nur auf das Jahr 2050. Auch das Jahr 2030 ist wichtig. In zehn Jahren soll die EU etwa die Hälfte weniger Treibhausgase ausstoßen als im Jahr 1990.

Um das alles zu schaffen, wird es jede Menge neue Gesetze geben. Ein paar Beispiele: Regionen, in denen Kohle gefördert wird, sollen Geld bekommen, um ihre Wirtschaft umzubauen. Produkte, die klimaschädlich hergestellt wurden, sollen nicht mehr in die EU eingeführt werden dürfen. Landwirte sollen weniger Pestizide und Dünger einsetzen. Wälder sollen geschützt und neue Bäume gepflanzt werden.

USA und China sind große Verschmutzer

Das alles kostet sehr viel Geld. Ursula von der Leyen sagt aber, die Folgen von Überschwemmungen, Dürren und anderen Wetterkatastrophen kosteten jetzt schon Milliarden. „Wir sollten nicht vergessen, wie teuer es wäre, jetzt nicht zu handeln.“ Die EU will ein Vorbild sein und ihre technischen Lösungen in alle Welt verkaufen.

Kritiker sagen, es sei nicht möglich, schon 2050 klimaneutral zu sein. Außerdem seien China und die USA die größten Verschmutzer, nicht die EU. Klimaschützer finden aber, die Ziele für 2030 gingen nicht weit genug.

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