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A-ha lassen 8000 Fans in der Arena Köln schwelgen

a-ha! Wie gut das klingt! Morten Harket am 6. Februar 2018 in der Lanxess-Arena, Köln

Foto: Thomas Brill

a-ha! Wie gut das klingt! Morten Harket am 6. Februar 2018 in der Lanxess-Arena, Köln

Köln.   Eine Handvoll Nörgler, eine begeisterte Menge. a-ha schenkten den Besuchern der Köln-Arena einen besonderen Abend.

Es gibt Menschen, die müssen immer was zu Motzen haben. Sonst sind sie nicht glücklich. Beim Konzert von a-ha Dienstag in der Kölner Arena, kommen solche Gewohnheitsnörgler gleich mehrfach auf ihre Kosten. Angefangen damit, dass die norwegische Band 30 Minuten später anfängt, als angekündigt.

Fakt ist: Morten Harket (58), Pal Waaktaar-Savoy (56) und Magne Furujolmen können zwar ein schneebedecktes Fjord (auf der Leinwand) in eine Frühlingslandschaft verwandeln, nicht aber die Autobahnen in NRW. Zweiter Punkt auf der Mängelliste der ewigen Mäkler: „Das ist ja gar nicht wirklich unplugged!“ Obwohl es auf der Karte drauf steht. Wie auch? In einer Halle mit diesen Ausmaßen? Weitermachen könnte man damit, dass die Stücke ja ganz anders klingen wie früher. So anders, dass man sie zwar kennt, aber nicht auf Anhieb er-kennt. Aber will man das?

Tourstopp in Köln: a-ha zeigen sich klanglich von einer ganz besonderen Seite

Wo doch das Gros der 8000 Besucher am Ende des fast zweistündigen Abends unendlich berührt und dankbar ist? Dafür, dass sie das erleben durften. Die einstigen Synthie-Pop-Heroen in einer Atmosphäre zu erleben, die in ihren besten Momenten fast meditativ wirkte. Harkets Stimme kommt so filigran, schwebend und glasklar daher, wie noch nie. Allzu oft ging ihre Schönheit unter, bei früheren Auftritten, im auf Achterbahngeschwindigkeit getunten Computerbombastical. Ja, Dienstag, beim Ende des Refrains von „Take On Me“, da merkt man, dass der Mann älter geworden ist. Aber das „Staaaay“ in „Summer Moved On“ bekommt er noch tadellos hin.

Morten Harket brilliert bei „Hunting High and Low“, seine „Scoundrel Days“ gelingen meisterhaft. Und was ist mit dem Patzer bei „Living a Boy’s Adventure’s Tale“? Können die unermüdlichen Unkenrufer nicht Mal endlich die Klappe halten? Um etwas zu genießen, mit dem man, womöglich, sogar Schnee zum Schmelzen bringen könnte? So warm und innig und traurig und tröstend zugleich, wie das klingt?

a-ha in Köln, das sind spannende Arrangements mit Cello, Oboe, Vibraphon

Die ungewohnte Instrumentierung – unter anderem mit Cello, Oboe, Vibraphon und Spinett – verleiht dem ein intimes, kammermusikalisches Gepräge. Da, wo mehr Fülle statt solistischer Finesse mit Hilfe von Saiten und Bögen, Tasten und Hämmern oder Klöppeln und Platten gefragt ist, kommen die starken Stimmen der drei Streicherinnen zum Einsatz. Mitunter erhebt sich ein klanggewaltiger Chorgesang aus allen Kehlen derer, die da auf der Bühne stehen. Zusammen mit Harket, mit Waaktaar-Savoy und Furuholmen sind das sieben Menschen. Das Schlagzeug macht Druck, und der Bass braust auf wie eine mächtige Brandung.

Vor fünf Jahren haben a-ha ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Ebenfalls mit einer Tour. Überraschungen gab es dabei keine. Alles genauso, wie es sein sollte. Das Kölner Konzert dagegen beglückt mit einer Erkenntnis: Manchmal ist weniger tatsächlich mehr.

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