Tanz

Breiners Abschied von Gelsenkirchen: „Signaturen“

Szene aus den „Signaturen“

Szene aus den „Signaturen“

Foto: Foto: Costin Radu

Gelsenkirchen  Sag zum Abschied leise „Bridget“. Mit „Signaturen“ verabschiedet sich Ballettchefin Breiner vom „MiR“. Ein Abend so reich wie die Ära Breiner.

. Die Ballettchefin geht. Was am Musiktheater im Revier aber bleibt, ist die unverwechselbare Handschrift der US-Amerikanerin Bridget Breiner, die in den vergangenen sieben Jahren starke Zeichen setzte mit ihrem von der Neoklassik geprägten Tanzstil.

Mit „Signaturen“ zelebriert die kleine Company noch einmal ein kontrastreiches und umjubeltes Kaleidoskop aus Nostalgie und Neukreation. Der Abend mit neun Miniaturen in sieben Handschriften dokumentiert die aufregende choreografische und tänzerische Bandbreite der Ära Breiner.

Bridget Breiners Abschiedsproduktion zeigt von Spitzentanz bis Avantgarde den Reichtum des Ensembles

Die Produktion bewegt sich mit fließenden Übergängen zwischen den Polen klassischer Spitzentanz und zeitgenössischer Avantgarde, zwischen Handlungsballett und reinem Tanz und lässt in der Mitte viel Raum für kreative Neuschöpfungen. Mit einem eleganten Pas de six aus „Schwanensee“ (Choreografie Lynne R. Charles) und dem legendären „Sterbenden Schwan“-Solo von Michel Fokine, berührend intensiv getanzt von Bridgett Zehr als Primaballerina im Tutu, startet der Abschiedsabend und demonstriert noch einmal das hohe tänzerische Niveau des 14-köpfigen Ensembles. Erinnerungen an Erfolgsproduktionen blitzen auf mit einem Auszug aus Kevin O‘Days percussivem „…with the lights on“, mit Marco Goeckes irrwitzig-aufgedrehtem Pas de deux aus „Ring them Bells“, fiebrig-flott getanzt von Francesca Berruto und Louiz Rodriges, oder mit Benvindo Fonsecas energiegeladenem Finale aus „Dawn of an annouced End“.

Drei Uraufführungen zeigen in Gelsenkirchen das kreative Potenzial von Breiner und ihren GastChoreografen

Drei Uraufführungen richten den Blick auf das kreative Potenzial von Bridget Breiner und jenen Gastchoreografen, die die gut vernetzte Ballettchefin immer wieder ans Haus holte. Flüchtige Momente menschlicher Beziehungen setzt Breiner mit ihrem Trio „Fleeting“ (Berruto, Zehr, Rita Duclos) bildschön in zart fließende Bewegungen um.

Mit mathematisch abgezirkelter, präziser Körpersprache verhandelt Amos Ben-Tal mit acht Tänzern zum verzerrten Händel-Sound brillant die Beziehung von Zeit, Musik und Wahrnehmung in „Thirteen“. Renato Paroni de Castro vertanzt lebensfroh die Wiederentdeckung des Lachens in „On Rebuilding Laughter“.

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Bridget Breiner wechselt im Herbst ans Staatsballett Karlsruhe. Für eine neue Handschrift in Gelsenkirchen wird dann der Italiener Giuseppe Spota sorgen. Termine: 14., 23. Juni, 29. Juli. Karten: 0209-4097200.

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