Literatur

Cornelia Funkes neues Buch „Das Labyrinth des Fauns“

Doug Jones und Ivana Baquero in Guillermo del Toros Film „Das Labyrinth des Pans“.

Doug Jones und Ivana Baquero in Guillermo del Toros Film „Das Labyrinth des Pans“.

Foto: dpa Picture-Alliance / ©Picturehouse/Courtesy Everett C / picture alliance / Everett Colle

Essen.  Ein Film von Star-Regisseur Guillermo del Toro ist Vorlage für Cornelia Funkes neues Buch „Das Labyrinth des Fauns“: so märchenhaft wie düster.

Da haben sich zwei gefunden: Cornelia Funke, deren Literaturfantasien Millionen junge Leser begeisterten. Und Regisseur Guillermo del Toro, der mit surrealen Bildwelten mehrfach Oscars errang. Wo sie sich trafen? In Hollywood, genauer: bei einem Animationsprojekt für Dreamworks. Seit langem schon lebt die gebürtige Dorstenerin Cornelia Funke in Kalifornien, nun wagte sie ein literarisch-cineastisches Experiment, für das es noch nicht mal ein treffendes Wort gibt: Ist das Gegenteil von Literaturverfilmung eine Filmverbuchung? Jedenfalls hat die Bestsellerautorin nun Guillermo del Toros Film „Das Labyrinth des Pans“ (2007) in Worte gefasst.

Der spanische Bürgerkrieg tobt, aber im Wald helfen die Feen ihrer Prinzessin

Nordspanien, 1944. Partisanen kämpfen in den Wäldern gegen die Schergen Francos. Die Mutter der 13-jährigen Ofelia hat, um der Tochter vermeintlich Schutz zu bieten, Capitán Vidal als zweiten Ehemann erwählt und ist bereits hochschwanger mit seinem Sohn. Für Ofelia aber ist der Capitán ein grausamer „Wolf“, Vertrauen hat sie zu Hausmädchen Mercedes und dem Arzt Dr. Ferreiro – die heimlich den Partisanen helfen. Gegenwelt zu den Schrecken des Bürgerkriegs ist ein magisches Reich, dessen Prinzessin Ofelia einst war: Feen und ein Faun leben in dem dichten Wald. Will Ofelia zurück in ihre fantastische Welt, muss sie drei Aufgaben erfüllen.

Cornelia Funke ergänzt Guillermo del Toros Vorlage um ein magisches Geschichtennetz

Den Handlungsstrang, den der Film vorgibt, ergänzt Funke mit Sagen aus der Gegenwelt, in der sie ihre ganze Fabulierkunst einmal mehr unter Beweis stellt und ein fantastisches Geschichtennetz knüpft. Doch so traumschön diese Passagen sind, sie können kaum hinwegtrösten über die Grausamkeiten, zu denen Capitán Vidal imstande ist – so blutig wird gemordet, so grausam werden schon Kinder gefoltert, dass die Altersempfehlung ab 14 Jahre etwas arg niedrig gegriffen scheint.

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