MUSIK

Die Donots setzen auf Punk als Mittel gegen Twitter-Trump

Neues Album, neue Tour: Die Donots wollen 2018 voll durchstarten.

Foto: Dennis Dirksen

Neues Album, neue Tour: Die Donots wollen 2018 voll durchstarten. Foto: Dennis Dirksen

Auf dem Album „Lauter als Bomben“ singen die Donots erneut in deutscher Sprache. Laut Sänger Ingo Knollmann ist die Platte „vielseitig wie nie“.

Die Donots aus Münster sind eine Institution des deutschen Punkrocks. Nach Hits wie „Stop the Clocks“ oder „We’re not gonna take it“ setzt die Band jetzt auf dem elften Album „Lauter als Bomben“ erneut auf deutsche Texte. Steffen Rüth sprach mit Donots-Sänger und Texter Ingo Knollmann (41).

Nach 20 Jahren hatten Sie mit „Karacho“ Ihr erstes deutschsprachiges Album gemacht. War es logisch, dass Sie jetzt auf Deutsch weitermachen?

Ingo Knollmann: Nicht unbedingt, aber wir dachten: Das Deutschding ist noch nicht durch. Die Reaktionen auf „Karacho“ waren sehr positiv, die Tour war der Ultrawahnsinn. Es wäre jetzt falsch, das zu stoppen.

Musikalisch ist „Lauter als Bomben“ ein Rundumschlag. Wolltet Sie sich alles offen halten?

Ja. So ein vielseitiges Album hatten wir wohl noch nie. Über die Jahre ist unser stilistischer Spielraum immer größer geworden, wir waren noch nie so frei wie auf dieser Platte. Wir haben in Münster jetzt unser eigenes Studio, dort haben wir viel Zeit verbracht. Unsere Devise ist: Alles geht, es muss nur allen in der Band gefallen.

Es gibt von den Smiths „Louder than Bombs“. Ist die Platte eine Verbeugung vor den Kollegen?

Auch, aber noch mehr ist sie eine Verbeugung vor den Bands der Achtziger, die uns sehr geprägt haben. Und ganz klar: Wir haben uns bewusst für einen plakativen Titel entschieden, weil wir in plakativen Zeiten leben. Wenn Trump jeden Tag auf 140 Zeichen antwittert, dann halten wir jetzt eben mit unseren Mitteln dagegen.

„Lauter als Bomben“ ist ein ganz schön wütendes Album geworden.

Zum Teil ja. „Gegenwindsurfen“ zum Beispiel ist ein lauter, wütender Song. Aber wir wollen zeigen, dass Wut nicht nur negativ besetzt sein muss. Unzufriedenheit, Frust und Wut können auch Ansporn sein. Um im Bild zu bleiben: Beim Gegenwindsurfen peitscht dir eisiger Wind ins Gesicht, und du denkst „Jetzt erst recht!“

Sind politisch aufgeladene Zeiten gute Zeiten für den Rock‘n’Roll?

Ja. Aber wir hätten eigentlich auch mehr Bock, über positive Dinge zu singen. Ud nicht alle Songs auf „Lauter als Bomben“ sind politisch gefärbt oder mit erhobenem Zeigefinger. Ich habe mich beim Texten diesmal sogar gebremst und gezügelt.

„Heute Pläne. Morgen Konfetti“ heißt der letzte Song auf der Platte. Ist das das Donots-Motto?

Kann man schon sagen. Wir sind fünf Leute, die verdammt sprunghaft sein können. Nichts ist planbar, und das finden wir schön.

Die Donots live: 20.3. Dortmund, 22.3. Köln, 15.12. Münster.

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