Komponist

Die Experimentierlust von Gerhard Stäbler ist ungebrochen

Vielseitiges Schaffen: Gerhard Stäbler schreibt Musiktheater-, Orchester-, Kammermusik-, Solowerke und Performances.

Vielseitiges Schaffen: Gerhard Stäbler schreibt Musiktheater-, Orchester-, Kammermusik-, Solowerke und Performances.

Foto: Markus Weißenfels / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Gerhard Stäbler, Komponist und Performance-Künstler, wird 70 Jahre alt. Dem Revier ist er verbunden. Und Nordrhein-Westfalen hat ihn geprägt.

Er trug wesentlich dazu bei, dass sich das Ruhrgebiet zu einem renommierten Stützpunkt für Neue Musik entwickeln konnte. Geboren ist Gerhard Stäbler zwar in Süddeutschland, doch seine wichtigsten musikalischen Impulse erhielt er in Nordrhein-Westfalen, zunächst in Detmold und dann vor allem an der Folkwang Hochschule in Essen. Seit 50 Jahren wirkt Stäbler, der am 20. Juli seinen 70. Geburtstag feiert, als Komponist und Performance-Künstler in der Region. Lange Zeit in Essen und, mit Unterbrechungen, seit fast 20 Jahren in Duisburg, wo er im Herzen des neu gestalteten Innenhafens zwischen Synagoge und dem Museum Küppersmühle mit dem „EarPort“ ein Zentrum für zeitgenössische Musik und Kunst betreibt. Und zwar mit seinem Lebensgefährten Kunsu Shim, seinem auch künstlerisch wichtigsten Partner.

Er ist Mitbegründer des Ensembles „MusikFabrik NRW“ und organisierte 1995 in Essen das Weltmusikfest der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik IGNM. Duisburg, die Stadt, die ihm 2003 auch den angesehenen „Musikpreis der Stadt Duisburg“ verlieh, empfindet er als seine Heimat, auch wenn er mehrere Monate des Jahres im Ausland verbringt. Als Dozent und Leiter experimenteller Workshops reist er rastlos durch die Welt.

Gerhard Stäbler setzt auf politisch-soziale Botschaften

Sein mittlerweile auf fast 400 zum Teil abendfüllende Werke angewachsenes Schaffen ist bestimmt von ungebrochener Experimentierlust, die sich in bisweilen provozierenden „Performances“ ebenso wie in traditionellen Gattungen von der Oper bis zum Streichquartett niederschlägt. Dabei kommt es Stäbler nicht nur darauf an, die Wahrnehmung des Publikums für akustisch-musikalische Phänomene außerhalb klischeehafter Modezwänge zu sensibilisieren. Seine Werke sind darüber hinaus oft mit politisch-sozialen Botschaften verbunden, die sich in den letzten Jahren auch intensiv mit der Flüchtlingsproblematik auseinandersetzen.

Bei seinen mit Kunsu Shim präsentierten „Performances“ reichen herkömmliche Instrumente und gängiges elektronisches Equipment nicht aus. Da kommen auch natürliche Materialien und Alltagsgegenstände und bisweilen sogar Hubschrauber und Propellermaschinen zum Einsatz. Seinen 70. Geburtstag verbringt Stäbler in Stuttgart. Natürlich nicht untätig, sondern im Rahmen eines Festivals. Im Rheinland können die Musikfreunde neue Werke Stäblers im September und November mehrfach in Köln, Düsseldorf und Duisburg erleben.

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