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ARD, ZDF und Deutschlandradio fordern Milliarden Euro mehr

Immer wieder steht der Rundfunkbeitrag in der Kritik. Dabei ist er als ein Pfeiler unserer Demokratie gedacht. Wir zeigen, wofür wir den Beitrag eigentlich zahlen.

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Frankfurt a.M./Köln  Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD, ZDF und Deutschlandradio wollen drei Milliarden Euro mehr. Steigt auch der Rundfunkbeitrag?

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Brauchen die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten deutlich mehr Geld? ARD, ZDF und Deutschlandradio sind sich sicher, dass sie künftig rund drei Milliarden Euro mehr benötigen.

Die Sender haben nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes (epd) bei der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) diesen ungedeckten Mehrbedarf angemeldet. Dabei stehe auch schon fest, wie viel jeder einzelne Senderverbund haben wolle.

Die ARD fordere demnach 1,84 Milliarden Euro, das ZDF 1,06 Milliarden Euro und das Deutschlandradio 104 Millionen Euro. Diese Forderungen gelten für die kommende Beitragsperiode von 2021 bis 2024. Zunächst hatte der Fachdienst „Medienkorrespondenz“ über die Zahlen berichtet. Pro Jahr entspricht der Mehrbedarf insgesamt 750 Millionen Euro.

Ministerpräsidenten entscheiden über Geld für ARD, ZDF und Deutschlandradio

Ende April mussten die Anstalten ihren Bedarf den 16 KEF-Sachverständigen vorlegen. Die absoluten Zahlen gaben die Sender damals nicht bekannt. Bei der Berechnung der Programmkosten wurde den Sendern zufolge eine Teuerungsrate von 2,49 Prozent angenommen. Bei den Personalkosten gingen ARD und ZDF von einer linearen Steigerung um 2,5 Prozent jährlich aus.

Die Öffentlich-Rechtlichen hatten zudem auf ihre laufenden Sparbemühungen verwiesen. Das ZDF hatte durch fehlende Einnahmen einen Stellenabbau und ein Sparprogramm verabschiedet. Legt man den angemeldeten Mehrbedarf zugrunde, könnte der Rundfunkbeitrag von derzeit 17,50 Euro pro Monat und Haushalt um 1,70 Euro auf 19,20 Euro steigen. Zuletzt hat sich die kommissarische SPD-Chefin Malu Dreyer für eine „moderate Anpassung“ des Rundfunkbeitrages ausgesprochen.

Urteil Rundfunkbeitrag- Verfassungsgericht mahnt Korrekturen an

Allerdings ist zu erwarten, dass die KEF den Bedarf wie in der Vergangenheit üblich kürzen wird. Die Kommission wird in den kommenden Monaten über die Anmeldungen beraten und den Ländern einen Vorschlag über die Beitragshöhe ab 2021 unterbreiten. Mit der Veröffentlichung ihres Berichts wird für das kommende Frühjahr gerechnet.

Über die Höhe des Beitrags entscheiden dann auf Basis der KEF-Empfehlung die Ministerpräsidenten. Anschließend müssen die Parlamente aller 16 Bundesländer zustimmen. Der Beitrag wurde zuletzt 2009 erhöht und 2015 sogar gesenkt. (epd/ac)

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