Pay-TV

Wer Bundesliga will, muss weiter mehrere Sender abonnieren

Wer in Zukunft Bundesliga-Spiele wie das Derby Schalke gegen Dortmund live im Fernsehen sehen will, muss weiterhin bei Pay-TV-Sendern schauen.

Wer in Zukunft Bundesliga-Spiele wie das Derby Schalke gegen Dortmund live im Fernsehen sehen will, muss weiterhin bei Pay-TV-Sendern schauen.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Berlin  Bei der Media Convention in Berlin wurde über die Vergabe der Bundesliga-Rechte im TV diskutiert. Hoffnung für Fans gab es dabei wenig.

Freitags Eurosport, samstags und sonntags Sky und montags Dazn: So kann aktuell das TV-Programm von Fußball-Fans aussehen, die alle Spiele der Bundesliga verfolgen wollen. Vertreter von TV-Sendern haben aktuell wenig Hoffnung, dass die Bundesliga in Zukunft wieder komplett auf einem Sender zu sehen sein wird – im Gegenteil.

Am Mittwoch wurde auf der Konferenz Media Convention Berlin über Sportübertragungen und damit auch über Bundesligaspiele diskutiert. Die Vielfalt könnte sich sogar noch verschärfen, wenn Ende 2020 die Bundesliga-Rechte wieder für vier Jahre vergeben werden, waren sich Experten sicher.

Welche Anbieter angesichts der Konkurrenz von Giganten wie Discovery (Eurosport), der Streaming-Plattform Dazn und mögliche Neuzugänge wie Amazon oder Disney dann zum Zuge kommen, sieht Sky-Vizepräsident Roman Steuer locker. „Wir haben keine Angst. Wir stellen uns jedem Wettbewerber“, sagte Steuer bei der Podiumsrunde.

Bundesliga im TV: Fans üben Kritik an Sky Go

Damit Zuschauer alle Spiele ihrer Mannschaft in der Bundesliga und dem Europapokal live im TV sehen können, brauchen sie in dieser Saison die kostenpflichtigen Zugänge zu Sky, Eurosport und Dazn. Sky mit seinen 5,3 Millionen Abonnenten sieht sich für den Wettbewerb gut gerüstet: Der Anbieter bediene alle Ausspielwege. In dieser Spielzeit liefen dort 770 Fußballspiele, zwei Drittel aller zahlenden Kunden hätten Zugang zu den Sportpaketen, sagte Steuer.

Allerdings war Sky zuletzt in die Kritik geraten, weil die unterschiedlichen Ausspielwege – vor allem das Streaming – dem Sender wiederholt Probleme bereitet hatten.

gegen Liverpool im Achtelfinale der Champions League.

Spontane Anmeldungen für ein Abo waren eineinhalb Stunden vor Spielbeginn nicht mehr möglich und Bestandskunden klagten über eine stockende Übertragung. Eine weitere Neuerung, die Fans nicht nur positiv aufgenommen haben: Die

Auch das Bundeskartellamt spricht bei Fußball-Rechten mit

Stephanie Struppler (Eurosport/Discovery Deutschland) geht davon aus, dass Zuschauer weiterhin mehrere Abos haben müssen, wenn sie die Bundesliga komplett sehen wollen. Denn nach wie vor verbiete das Bundeskartellamt, Fußballrechte an nur einen Betreiber zu vergeben. Das

Das Streaming bedeutet für die Möglichkeiten der Sportübertragung einen tiefgreifenden Umbruch. Vor allem für kleine Sportarten, etwa die zweite Basketball-Bundesliga, dem E-Sport oder Amateuren biete das Internet Möglichkeiten, ein eigenes Publikum zu erreichen, sagte Zeljko Karajica, Geschäftsführer des ProSiebenSat.1-Ablegers 7Sports. Auch Dirc Seemann (Sport1) sieht im Netz Chancen für Nischeninteressen. Doch der Treiber bleibe das Live-Erlebnis Fußball.

Abseits vom Sport geraten jedoch etablierte (Pay-TV)-Sender durchaus unter Druck. Auch Marktführer im Streamingbereich bekommen Konkurrenz:

Die Media Convention Berlin findet vom 6. bis 8. Mai statt und ist Teil eines gemeinsamen Programms mit der Digitalkonferenz

(dpa/ac)

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