Fernsehen

Deutsch-italienische Liebe – „Bella Germania“ im ZDF

Der Dreiteiler „Bella Germania“ erzählt eine deutsch-italienische Liebes- und Familiengeschichte. Giovanni (Denis Moschitto) ist als Gastarbeiter nach Deutschland gegangen. Nach der Hochzeit auf Sizilien 1968 kehren er und seine Frau Rosaria (Ana Sanchez) nach Deutschland zurück.

Der Dreiteiler „Bella Germania“ erzählt eine deutsch-italienische Liebes- und Familiengeschichte. Giovanni (Denis Moschitto) ist als Gastarbeiter nach Deutschland gegangen. Nach der Hochzeit auf Sizilien 1968 kehren er und seine Frau Rosaria (Ana Sanchez) nach Deutschland zurück.

Foto: Walter Wehner / ZDF und Walter Wehner

Berlin  Die Geschichte einer Familie über mehrere Generationen: Der ZDF-Dreiteiler „Bella Germania“ ist großes Kino – mit kleinem Kitschfaktor.

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Die dramatische Geschichte einer deutsch-italienischen Familie beginnt in den 50er-Jahren. Damals, als der deutsche Ingenieur Alexander (Christoph Letkowski) auf seinem Motorrad nach Italien aufbricht, um dort im Auftrag seiner Firma die deutsche Lizenz für das kleine Isetta-Auto zu erwerben. Doch viel stärker interessiert ihn die schöne Dolmetscherin Giulietta (Silvia Busuioc), mit der ihn fortan eine verhängnisvolle Liebe verbinden wird.

Der totgeglaubte Vater lebt noch

Der Film „Bella Germania“ im ZDF jedoch beginnt eigentlich in der Gegenwart, mit der Modedesignerin Julia, die sich plötzlich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert sieht. Familie, das war bisher nur ihre Mutter Tanja (Andrea Sawatzki), von der sie immer nur gehört hat, dass ihr Vater nicht mehr lebt.

Doch plötzlich ist da dieser alte Mann namens Alexander (jetzt: Joachim Bißmeier), der ihr nicht nur versichert, ihr Großvater zu sein, sondern ihr auch erklärt, dass ihr Vater Vincenzo (Stefan Kurt) tatsächlich noch lebt. Der kranke Mann erzählt ihr noch viel mehr, betont aber stets, dass er Vincenzo noch einmal sprechen müsse, es ginge um seine Mutter. Womit wir wieder am Anfang wären, denn bei dieser Mutter handelt es sich um die Giulietta vom Anfang, Julias Großmutter.

Ein großer Bogen über sieben Jahrzehnte

Der Zuschauer hat es zu Anfang dieses voluminösen Dreiteilers nicht gerade leicht, die Übersicht zu behalten. Doch wenn man sich erst einmal eingelebt hat in die Verästelungen dieser Familie, dann kommt man auch mit den Vor- und Rückblenden zurecht. Der Film von Georg Schnitzler nach dem Roman von Daniel Speck (auch Drehbuch) sucht den großen Bogen über sieben Jahrzehnte und über all das, was die Familie in dieser Zeit tangiert hat.

Warum zahlen wir den Rundfunkbeitrag?

Da ist in den Fünfzigern der Sturm der italienischen „Gastarbeiter“ nach Deutschland, zu denen auch Giuliettas Bruder Giovanni (Denis Moschitto) gehört. Oder der Freiheitsdrang der 68er, dem sich der junge Vincenzo (jetzt: Kostja Ullmann) der Liebe wegen anschließt, um hernach ins Gefängnis zu gehen. Dass der erste Teil des Films ausgerechnet an einem kitschigen „Herzkino“-Termin des ZDF startet, sollte nicht irritieren. Hier wird großes Kino versucht und teilweise sogar erreicht.

Kuriose Sprachverwirrung

Etwas unglücklich wird mit der Sprache jongliert. Hatte man sich zu Anfang gefreut, dass Italiener hier tatsächlich in ihrer Landessprache sprechen, so wird man später mit einem kuriosen Gemisch konfrontiert. Man hätte sonst 40 Prozent des Films untertiteln müssen, heißt es vonseiten des ZDF, das hier natürlich um die Quoten bangt. Man sollte also auf jeden Fall Anerkennung walten lassen bei diesem Projekt, das großes Drama riskiert. Die wallende Musik von Dominik Giesriegl allerdings ist etwas zu aufdringlich.

Fazit: Kinogefühl im Fernsehsessel. Etwas zu schwülstig an manchen Stellen. Aber starker Auftritt für beliebte Schauspieler wie Stefan Kurt und Andrea Sawatzki.

ZDF, Sonntag, Montag, Mittwoch, 20.15 Uhr

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