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Eine Hochzeit versinkt im Chaos: „Love Wedding Repeat“

Es hätte alles so schön laufen können: Jack (Sam Claflin) und Dina (Olivia Munn).

Es hätte alles so schön laufen können: Jack (Sam Claflin) und Dina (Olivia Munn).

Foto: riccardo ghilardi / Netflix

Die Komödie „Love Wedding Repeat“ spielt mit den Möglichkeiten, wie eine Heirat schief gehen kann – leider geht das Spiel gegen Ende verloren.

Das Schicksal meint es nicht gut mit Jack (Sam Claflin). Gerade als er Dina (Olivia Munn) getroffen, mit ihr ein paar wundervolle Tage verbracht und realisiert hat, dass sie die Frau seines Lebens ist, werden sie getrennt. Drei Jahre vergehen. Jack hat eine gescheiterte Beziehung mit Amanda (Freida Pinto) hinter sich. Seine Schwester Rebecca (Aisling Bea) ist derweil über beide Ohren in den Italiener Roberto (Tiziano Caputo) verliebt und lädt Jack zu ihrer Hochzeit nach Rom ein. Dort trifft er Dina wieder und das Schicksal gewährt ihnen eine zweite Chance. Aber im Laufe eines solchen Tages kann eine Menge schief gehen.

Und wer sich noch an „Sterben für Anfänger“ von 2007 erinnert, die Hitkomödie von Drehbuchautor Dean Craig, der weiß, dass hier auch eine Menge schief gehen wird. Sorgte er damals – und im drei Jahre später erschienenen US-Remake – noch für Chaos auf einer Trauerfeier, ist der Anlass hier wesentlich fröhlicher. Die prunkvolle Hochzeit bietet aber umso mehr Potenzial für peinliche Situationen, folgenschweren Alkoholkonsum und schräge Figuren.

„Love Wedding Repeat“: Was möglich ist, wird wahr

Ein Potenzial, das Craig in seinem Regiedebüt bis zur Schmerzgrenze ausreizt. Besonders, als Rebeccas Ex Marc Fisher (Jack Farthing) auftaucht und droht, eine Szene zu machen. Der ungebetene Gast muss schleunigst verschwinden, bevor schmutzige Geheimnisse in die adrett gekleidete Hochzeitsgesellschaft dringen – und da wir uns hier in einer britischen Komödie befinden, darf man erwarten, dass die Lösung moralisch nicht ganz einwandfrei ist.

„Love Wedding Repeat“ beginnt als charmante, lockerleichte romantische Komödie mit viel Situationskomik im Stil von Mike Newell („Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) oder Roger Mitchell („Notting Hill“). Das Knistern zwischen Sam Claflin und Olivia Munn ist spürbar, die Charaktere um sie herum sind sympathisch und man wünscht allen eigentlich nur das Beste. Dann kippt Craig allerdings die Stimmung und verwendet die etablierten Figuren und das vertraute Setting für ein folgenschweres Gedankenexperiment.

Die Stimmung kippt spürbar

Verliebt, verlobt, verheiratet – und dann nochmal von vorn. Das macht den besonderen Dreh von „Love Wedding Repeat“ aus. Basierend auf der französischen Vorlage von Francis Nief, spielt der Brite Dean Craig mit den vielen Möglichkeiten, wie ein Moment scheitern kann oder gelingt, wenn die Voraussetzungen stimmen – und alle ehrlich zu sich selbst und ihrem Gegenüber sind. Die Aufrichtigkeit, die er seinen Figuren abverlangt, verrät er allerdings für ein verlogenes Finale, wo sich wirklich alles fügt, ohne Rücksicht auf den Verlust der Glaubwürdigkeit. Selbst hoffnungslose Romantiker bleiben verwirrt auf der Strecke.

Love Wedding Repeat
100 Min., ab 10. April
Onlinestreaming, Netflix
Wertung: 2 / 5 Punkten

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