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Im Arte-Thriller „Elven“ überzeugen nicht alle Figuren

Showdown im Grenzgebiet: Die norwegische Serie „Elven“.

Showdown im Grenzgebiet: Die norwegische Serie „Elven“.

Foto: © Torbjørn Sundol Holen/@ ZDF/Modern Time Group MTG Ltd

Hamburg  In der düsteren Serie „Elven – Fluss aus der Kälte“ wühlt ein gut gehütetes Geheimnis ein ganzes Dorf auf. Die Bilder beeindrucken.

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Ganz oben in Norwegen sind Finnland und Russland nicht weit. Die Winter sind dunkel. Und alles wiegt ein bisschen schwerer als im helleren Süden. Hier oben, am Ufer eines Flusses zwischen majestätischen Bergen, findet Silja (Wiola Wilmi) eine Hand. Abgerissen von einem menschlichen Körper.

Die Dorfpolizisten sind erschüttert: Mord? Thomas Lønnhøiden (Espen Reboli Bjerke) befragt das Mädchen, als nächstes ist sie verschwunden. Und als übernächstes tot. Angeblich erfroren, auf militärischem Sperrgebiet. Wie ist sie dorthin gekommen? Und warum hat Thomas das Gefühl, dass er bei seinen Ermittlungen von allen Seiten boykottiert wird?

Beim anhaltenden Serien-Hype des abgründigen „Nordic Noir“ spielen Schweden und Dänemark die Hauptrolle, aber jetzt zeigt Arte mit „Elven – Fluss aus der Kälte“ eine norwegische Variante. Und die Bilder der winterlichen Landschaften, die die Kamera (Martin J. Edelsteen) immer wieder von weit oben malt, helfen, die hölzerne Erzählweise zu verzeihen.

Nicht alle Figuren überzeugen

Polizist Thomas ist ein Einzelgänger. Zwar im harten Norden geboren, aber er war zu lange in Oslo, um von den Einheimischen akzeptiert zu werden. Allein trinkt er morgens seinen Kaffee, allein wundert er sich über den Umschlag, den jemand an die Windschutzscheibe seines Autos geklemmt hat.

Alte Zeitungsausschnitte? Der Zuschauer erfährt lange nicht, was das bedeuten soll, oder was Thomas darüber denkt. Nach und nach wird aus Puzzlestücken eine Geschichte. Sie führt den Polizisten zurück in die Vergangenheit – die des Ortes und seine eigene. Bis hin zum Kalten Krieg.

Richtig gute Serien können bis in die Nebenfiguren begeistern, jeder Konflikt erscheint dort unvermeidbar und logisch, jede Reaktion nachvollziehbar. So ist es in „Die Brücke“ (Dänemark/Schweden) oder „Kommissarin Lund“ aus Dänemark. Hier leider nicht.

Polizeichef Jensen (Erik Smith-Meyer) beispielsweise, der offenbar ebenso etwas zu verbergen hat wie der Chef der örtlichen Militärbasis (Roger Hilleren), wirkt unfreiwillig komisch in seiner gestelzten Nervosität. Und die überdramatische Inszenierung der Religiosität von Siljas Familie erklärt sich auch nicht recht.

Es bleibt der Reiz des Rätsellösens in weiter Landschaft. Was haben die Russen mit der Hand im Fluss zu tun? Antworten in acht Folgen am heutigen und den kommenden zwei Donnerstagen.

Arte, Donnerstag, 20.15 Uhr

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