Fernsehen

RTL-Jahresrückblick: Gottschalk und zu Guttenberg übernehmen

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Thomas Gottschalk (l.) und Karl-Theodor zu Guttenberg moderieren "Menschen, Bilder, Emotionen".

Thomas Gottschalk (l.) und Karl-Theodor zu Guttenberg moderieren "Menschen, Bilder, Emotionen".

Foto: RTL / Stefan Gregorowius / privat

Berlin.  Paukenschlag bei RTL: Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Thomas Gottschalk folgen auf Günther Jauch.

Den Plenarsaal hat er längst hinter sich gelassen, nun zieht es den früheren Verteidigungsminister auf die Showbühne. Im Juni bereits hatte RTL die Verpflichtung von Karl-Theodor zu Guttenberg bekanntgegeben. Bisher war die Rede jedoch nur von fürs Internet produzierten Dokus, durch die Guttenberg führen werde. Jetzt wird klar, dass der ehemalige Spitzenpolitiker beim Medienkonzern richtig groß rauskommt: Der 50-Jährige wird an der Seite von Thomas Gottschalk (72) den Jahresrückblick „Menschen, Bilder, Emotionen“ moderieren. Gemeinsam tritt das ungewöhnliche Duo die Nachfolge von Günther Jauch (66) an, der die Sendung zuvor 26 Jahre lang präsentiert hatte.

Günther Jauch moderierte RTL-Jahresrückblick 25 Jahre lang

Guttenberg und Gottschalk stünden, so formuliert es der Sender, „für die große thematische Bandbreite der Sendung von Unterhaltung über Gesellschaft bis Weltpolitik“. Die Show soll am 11. Dezember um 20.15 Uhr ausgestrahlt werden. Guttenberg auf Jauchs Spuren – hat er dafür genug Format? Auf dem Engagement lastet Erfolgsdruck. Mit „Menschen, Bilder, Emotionen“ erreicht RTL jedes Jahr im Dezember Millionen Zuschauer. Jauch moderierte den Rückblick erstmals 1996, 2021 gab er mit feuchten Augen seinen Abschied von der Sendung bekannt: „Ich finde, dass das jetzt ein guter Moment ist, um zu sagen: Schön war’s.“

Die Show geht also mit Guttenberg weiter. Der wurde während seiner Zeit als politischer Hoffnungsträger zwar zum „Mann des Jahres“ und zum „bestangezogenen Deutschen“ gekürt, muss sich als Fernsehpräsentator indes erst beweisen. Der rhetorisch talentierte Guttenberg, dessen Markenzeichen damals die mithilfe von viel Gel zurückgekämmten Haare waren, war 2011 von der Spitze des Verteidigungsministeriums zurückgetreten, nachdem herausgekommen war, dass der CSU-Politiker seine Doktorarbeit zu großen Teilen von anderen Autoren abgeschrieben hatte. „Der schmerzlichste Schritt meines Lebens“, wie er seinerzeit kommentierte.

Karl-Theodor zu Guttenberg arbeitet jetzt als Unternehmensberater

Guttenberg zog in die USA, wurde Lobbyist und Unternehmensberater. 2013 gründete er in New York das Beratungs- und Investmentunternehmen Spitzberg Partners, das unter anderem auch den inzwischen insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard als Kunden hatte. Außerdem berät er die Lufthansa und die EU-Kommission. Immerhin hat er es nicht allzu weit ins Kölner RTL-Studio: Zusammen mit seiner Frau Stephanie (45), einer geborenen Gräfin von Bismarck-Schönhausen und gelernten Textilbetriebswirtin, lebt er dem Vernehmen nach wieder in Deutschland.

Er scheint sich von seinem Karriereknick erholt zu haben. Nachdem die Universität Bayreuth ihm den Doktortitel im Zuge der Plagiatsaffäre entzogen hatte, trägt er mittlerweile wieder einen akademischen Grad: An der britischen University of Southampton hat er vor wenigen Jahren einen weiteren Titel erworben – diesmal einen Doktor der Philosophie. Der prestigeträchtige Moderatorenjob könnte ihm dabei helfen, seinen guten Ruf wiederherzustellen. Falls das Publikum ihn in seiner neuen Rolle sehen will.

Guttenberg arbeitet für RTL an Docutainment-Sendungen

Der Spross eines fränkischen Adelsgeschlechts sieht seine künftige Rolle offenbar als weltgewandter Politikerklärer. Sein RTL-Debüt gibt Karl-Theodor zu Guttenberg schon früher: Dem Sender zufolge arbeitet er an zwei 90-minütigen Docutainment-Sendungen für das Streamingangebot RTL+. Die erste Dokumentation soll sich im November mit der Machtpolitik Wladimir Putins, deren Hintergründen und Folgen beschäftigen. Dafür habe er in den vergangenen Wochen zahlreiche Interviews in der Ukraine und den USA sowie in England geführt.

Guttenbergs Rücktritt war 2011 übrigens kein großes Thema bei „Menschen, Bilder, Emotionen“. Dafür begrüßte Jauch damals Thomas Gottschalk. Der hatte einen Tag zuvor zum vorerst letzten Mal „Wetten dass..?“ moderiert.

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