Serie

„Sweet Magnolias“ versprüht Kleinstadt-Idylle auf Netflix

Maddie (JoAnna Garcia Swisher) lässt sich von ihrem Mann scheiden. Ein Drama in der verträumten Kleinstadt Serenity.

Maddie (JoAnna Garcia Swisher) lässt sich von ihrem Mann scheiden. Ein Drama in der verträumten Kleinstadt Serenity.

Foto: ELIZA MORSE/NETFLIX

Die neue Serie „Sweet Magnolias“ ist vorerst nur in der englischen Originalfassung auf Netflix. Viel verpasst man dadurch nicht.

Man stelle sich einen kleinen Ort in South Carolina vor. Jeder kennt hier jeden, schon alleine, weil alle gemeinsam am Sonntag in die Kirche gehen. Das Leben könnte perfekt sein, wenn da nicht die kleinen Dramen im Alltag wären. Ein solches durchlebt Maddie (JoAnna Garcia Swisher) gerade, denn sie lässt sich von ihrem Mann scheiden. Im Ort spricht sich das natürlich schnell herum, zumal ihr zukünftiger Ex Chris schon längst eine neue, jüngere Freundin hat. Zum Glück hat Maddie ihre beiden besten Freundinnen an ihrer Seite: Restaurantbesitzerin Dana Sue und Anwältin Helen. Gemeinsam wollen sie ein Spa eröffnen.

Das ist die Prämisse der neuen Netflix-Serie „Süße Magnolien“ von Sheryl J. Anderson. Der Titel passt insofern hervorragend, denn Serenity, wie der Südstaaten-Ort heißt, ist vor allem das: süß. Die Drama-Serie, die auf der gleichnamigen Buchreihe von Sherryl Woods basiert, erinnert dann auch ein bisschen an „Gilmore Girls“.

Schöne Fassade, nichts dahinter

Alles ist von harmonischer Musik unterlegt. Die stets perfekt gestylten Frauen haben immer ein Lächeln auf den Lippen und Probleme sind nur Hürden, die sich im Nu überwinden lassen. Wo „Desperate Housewives“ oder „Weeds“ der perfekten Vorstadtkulisse eine subversive Ebene hinzufügten, verzichtet Anderson darauf und liefert harmlose Unterhaltung.

Perfekt ist in Serenity aber natürlich nicht alles. Hinter der Fassade mag es vielleicht nicht direkt brodeln, aber ein bisschen köchelt es schon. Da ist die Beziehung von Chris zu seinen Söhnen, er fordert Respekt ein und zeigt kein Verständnis. Dana Sue ist eines Abends gezwungen, ihren Sous Chef zu feuern, weil er sich in der Küche mit firmeneigenem Alkohol betrinkt. Dieser lässt die Kündigung natürlich nicht auf sich sitzen und wehrt sich mit einer Anzeige.

Bei manch anderem Handlungsstrang fällt es aber schwer, ihn ernst zu nehmen: Annie, die Tochter von Dana Sue, besitzt etwa einen Instagram-Account, in dem sie die hässlichen Seiten von Serenity aufzeigt – ein Affront für die Mutter, die den Ort so einfach nicht wahrgenommen haben will. Natürlich löst sich das am Ende in Wohlgefallen auf. Die erste Folge endet damit, wie Annie auch einmal ein Foto der drei Freundinnen auf ihren Kanal hochlädt. Das Leben kann so schön sein.

Nur in der Originalfassung verfügbar

Netflix bietet die Serie zur Zeit nur in der englischen Originalfassung (und in spanischer, sowie polnischer Synchronfassung) an. Das ist tatsächlich schade, denn mit dem süßen Setting und den milden Dramen ist die Serie eigentlich ideal für die beiläufige Berieselung. Da stehen Untertitel oftmals eher im Weg.

Grund dafür, dürfte die vorübergehende Schließung der Synchronstudios in der Corona-Pandemie sein. Schon die neue Staffel „Dead to Me“ erschien nur in der Originalfassung. Ob und wann in diesem Fall die deutsche Tonspur nachgeliefert wird, ist indes unklar.

Süße Magnolien
Staffel 1, 10 Folgen, je ca. 47 Min.
Onlinestreaming, Netflix
Wertung: 2/5

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