WDR-Sendung

„Unser Land in den 90ern“: Auftakt mit Hugo Egon Balder

Hugo Egon Balder führte in den 90ern durch die RTL-Show „Tutti-Frutti“, heute im WDR durchs Jahr 1990.

Hugo Egon Balder führte in den 90ern durch die RTL-Show „Tutti-Frutti“, heute im WDR durchs Jahr 1990.

Foto: imago stock / imago/teutopress

Essen.  Ab heute nimmt der WDR seine Zuschauer erneut auf eine zehnteilige Zeitreise mit. Prominente aus NRW blicken auf die 90er-Jahre zurück.

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Das ZDF schickte einige Wochen „Grüße aus...“, bei SAT.1 schwärmte Hugo Egon Balder „Was für ein Jahr“. Mit anderen Worten: Zeitreisen im TV sind schwer angesagt. Beim WDR weiß man das schon lange.

Die Reihe „Unser Land in den 70ern“, bzw. 80ern lockte sehr viele Zuschauer vor den Bildschirm. Bei den 35- bis 55-Jährigen sogar über neun Prozent aller TV-Zuschauer. Eigentlich logisch, dass es von heute an zehn Wochen lang immer freitags in die 90er-Jahre geht.

Den Auftakt macht Hugo Egon Balder

Das Konzept, man ahnt es schon, ist nahezu unverändert. Der WDR widmet jedem Jahr dieses Jahrzehnts eine eigene Folge und konnte für die Reihe wieder einmal zehn mehr oder weniger prominente Persönlichkeiten aus Nordrhein-Westfalen als Paten und Sprecher der Filme gewinnen – manche sind übrigens Wiederholungstäter, haben bei früheren Staffeln schon einmal gesprochen.

Den Auftakt macht Hugo Egon Balder – er macht das sehr souverän und für seine Verhältnisse fast schon zurückhaltend. In den kommenden Wochen folgen unter anderem Michael Kessler, Reinhold Beckmann, Esther Schweins und Sabine Heinrich.

1990 – klar: Fußballweltmeister

1990 also. Nicht chronologisch, sondern nach Themenbereichen geht es durch das Jahr. Manches ist so nah, als ob es gestern gewesen wäre. Anderes hat man nach fast 30 Jahren längst vergessen. Deutschland wird Fußballweltmeister, klar. Und Pierre Littbarski erinnert sich. Aber wer weiß noch, dass der Duisburger Hafen im gleichen Jahr Freihafen wurde. Oder dass Orkan „Wiebke“ die Narren an Rhein und Ruhr aus den Kostümen blies. Überall fielen die Karnevalszüge aus, nur nicht in Köln.

Die SPD hat noch die absolute Mehrheit und „Bruder“ Johannes Rau blickt etwas mitleidig auf die Grünen, die es erstmals in den Landtag schaffen. In Düsseldorf beginnt der Bau des Rheinufertunnels und in Mühlheim wird Oscar Lafontaine bei einer Wahlkampfveranstaltung niedergestochen.

Wer eroberte die Hitparaden? Für welche Filme ging man ins Kino? Über welche TV-Sendungen sprach man im Büro? Zur großen Geschichte gesellen sich viele kleine Geschichtchen. Wobei letztere manchmal sogar interessanter sind – auch weil sie sich dank des immer umfangreicheren und besseren Bildmaterials jener Jahre immer besser erzählen lassen.

Streiten um das „richtige Erinnern“

Ein wenig verwundert es daher, dass sich der WDR zwei Mal bei RTL-Shows bedient. , dass man aber auf ein – damals junges Talent – aus Marijke Amados Mini-Playback Show zurückgreift und zeigt, was aus ihm geworden ist, ist zumindest verwunderlich. Den Unterhaltungswert der Sendung schmälert das allerdings kaum.

Streiten kann man trotzdem. Über das, was es am Ende in die Sendung geschafft hat. Und darüber, ob es zu wenig oder zu viel Zeit bekommen hat. Aber das kann man immer bei Rückblicken.

Ein Jahr ist lang, 45 Minuten meist zu kurz, um es umfassend abzubilden. Aber sie reichen, um wieder einmal festzustellen: „Kinder, wie die Zeit vergeht.“

• WDR, Freitag, 9. August, 20.15 Uhr

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