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Was Damian Hardung durch „Club der roten Bänder“ gelernt hat

Damian Hardung hat durch die Rolle eines Krebspatienten eine andere Sicht aufs Leben bekommen.

Foto: Andreas Rentz / Getty Images

Damian Hardung hat durch die Rolle eines Krebspatienten eine andere Sicht aufs Leben bekommen. Foto: Andreas Rentz / Getty Images

Köln  Damian Hardung spielt in der Erfolgsserie „Club der roten Bänder“ einen Krebspatienten. Während des Drehs trug er auch privat Glatze.

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Kommenden Montag (13. November) geht es los, dann startet der „Club der roten Bänder“ in die dritte und definitiv letzte Staffel . Aber für Damian Hardung ist das Finale der erfolgreichsten deutschen Serie der vergangenen Jahre schon länger Geschichte. Im Sommer wurde gedreht, jetzt geht es um Promotion. Und was für viele andere Schauspieler eine lästige Pflichtübung ist, scheint dem 19-Jährigen immer noch Freude zu machen.

Fest ist der Händedruck, strahlend das Lächeln, als er in T-Shirt, Jeans und Sneakers zum Interview kommt. „Hallo, wie geht’s?“ Ihm jedenfalls gut. „Ich genieße den Augenblick“, sagt er. Wobei der Augenblick jetzt schon zwei Jahre dauert.

Im November 2015 lief die erste Folge der in Monheim bei Köln gedrehten Serie. Damian spielt Jonas, einen von sechs schwer kranken Jugendlichen, die im Krankenhaus einen Club gründen, um sich gegenseitig zu helfen. Oft traurig, nicht selten sarkastisch, manchmal sogar witzig und stets berührend sind die Geschichten, die auf den niedergeschriebenen Erlebnissen des Spaniers Albert Espinosa beruhen.

„Club der roten Bänder“ von Fans und Kritikern gefeiert

Vor allem aber sind sie erfolgreich. Von Woche zu Woche schalten mehr Menschen ein und bescherten dem ausstrahlenden Sender Vox am Ende der zweiten Staffel bei jungen Menschen Marktanteile von fast 20 Prozent. Und in seltener Einigkeit schwärmen von Anfang an auch die Kritiker von der Serie und überschütten sie mit Auszeichnungen – unter anderem dem Grimme- und dem Deutschen Fernsehpreis. „Schon irre“, findet Damian.

Natürlich hat sich viel geändert durch den plötzlichen Erfolg. „Man lernt, anders durch das Leben zu gehen, auf vielen Ebenen findet ein Perspektivwechsel statt.“ Zum Beispiel hat er sich öfter mit Krankheit und Tod beschäftigt, als das 19-Jährige für gewöhnlich machen. Schon weil er während der Dreharbeiten lange auch privat mit Glatze herumgelaufen ist und die vielen „mitleidigen Blicke“ mitbekommen hat, „die einem jede Normalität rauben“.

Und natürlich spült so ein TV-Engagement mehr Geld auf das Konto als der Kellnerjob in der Eckkneipe. Aber davon hat er nicht viel ausgegeben. Auto? Hat er nicht, will er nicht. Nicht jetzt, wo er in Köln lebt und in Berlin arbeitet. „Was soll ich da mit einem Auto?“ Fährt mal kein Bus, leiht er sich das Motorrad vom Bruder.

Auch sonst ist Damian offensichtlich bescheiden geblieben. Wie viele in seinem Alter ist er nach dem Abi verreist, ist quer durch Südamerika gezogen. Mit Rucksack auf dem Rücken und Übernachtungen in Gemeinschaftsunterkünften, in denen eine Übernachtung für ein paar Euro zu haben ist: „War richtig gut.“

Fans tuscheln meist, statt ihn anzusprechen

Weil er dort seine Ruhe hatte, nicht dauernd angequatscht wurde in der Öffentlichkeit? Damian schüttelt den Kopf. „Ich habe gar nichts dagegen, wenn Fans mich ansprechen. Das kommt aber auch gar nicht so oft vor, wie man denkt. Die meisten, die mich erkennen, stecken nur die Köpfe zusammen und tuscheln.“

Der „Club der roten Bänder“ geht zu Ende und der letzte Drehtag war „sehr emotional“ und„unvergesslich“ für den Kölner Teenager. Aber wird es weitergehen vor der Kamera? „Na ja, sagt er,, „eigentlich wollte ich ja in diesem Herbst mit dem Medizinstudium anfangen.“ Notentechnisch wäre das angesichts eines Einser-Abiturs kein Problem. „Aber ich habe zwei tolle Angebote bekommen.“ Einzelheiten darf er noch nicht verraten, nur dass es um eine Serie und einen Kinofilm geht. „Ich habe beides angenommen.“

Warum auch nicht? „Abi nach zwölf Schuljahren, keinen Wehrdienst. Ich bin doch noch jung, ich habe doch noch Zeit.“ Und aufgeschoben ist – um mal eine alte Weisheit zu bemühen – ja nicht aufgehoben. Grundsätzlich, sagt Hardung, wolle er sich nach wie vor nicht auf eine Karriere bei Film und Fernsehen verlassen. „Nächstes Jahr“, sagt er und grinst, „studiere ich. Wahrscheinlich.

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