DHDL

Williams: „Ich weiß in zehn Minuten, ob ich investiere“

„Die Höhle der Löwen“: In der Vox-Show präsentieren Start-up-Unternehmer ihre Ideen. Mit diesen vier Regeln ist der Erfolg (fast) garantiert.

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Berlin  Bei „Let’s Dance“ hat Judith Williams sich für „Die Höhle der Löwen“ fit gehalten. Nun spricht sie über die neue Staffel der Vox-Show.

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Judith Williams hat sich körperlicha auf die fünfte Staffel „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) vorbereitet und sich fit gehalten. Die fünfte Folge zeigt ein Kurz-Porträt von Williams, die eine bewegte Geschichte hinter sich hat. Im Interview erzählt die Unternehmerin, dass die Doppelbelastung – Auftritte bei „Let’s Dance“ und Aufzeichungen von DHDL – auch für fitte Menschen eine große Anstrenung bedeutete.

Frau Williams, wie haben Sie sich auf die neue Staffel „Die Höhle der Löwen“ vorbereitet?

Judith Williams: Mein tägliches Berufsleben bereitet mich darauf vor. Ich persönlich versuche aber vor einer Staffel etwas abzunehmen, damit ich in dem Sessel, der sehr tief ist, gut aussehe. Und ich versuche meine Rückenmuskulatur zu stärken, damit ich im Sessel gerade sitzen kann.

Hat bei der persönlichen Vorbereitung denn geholfen, dass Sie bei „Let’s Dance“ mitgemacht haben?

Williams: Bei der körperlichen Vorbereitung sicherlich. Aber es war schon eine ordentliche Doppelbelastung. Das habe ich während „Let’s Dance“ nicht erwähnt, weil ich kein Mitleid erzeugen wollte. Aber ich konnte natürlich nicht meine unternehmerische Tätigkeit liegen lassen. Ich musste teilweise um vier Uhr morgens zum Tanztraining, dann um 9 Uhr zur „Höhle der Löwen“ und danach teils bis in die Nacht noch weiterarbeiten. Das war schon nicht einfach.

In der „Höhle der Löwen“ sind Sie Juror. War es denn eine besondere Erfahrung bei „Let’s Dance“ selbst vor einer Jury zu stehen?

Williams: Viele denken, dass ich als Firmenchefin nicht kritisiert werde. Wir haben in unserem Unternehmen aber eine bewusst offene Kultur. Vor allem von den jungen Mitarbeitern in der Firma verlange ich, dass sie mich hinterfragen. Von diesen Mitarbeitern kann ich noch viel lernen, das ist quasi meine tägliche Jury. Es war aber schon toll, einmal die andere Seite zu sehen.

Ich habe „Let’s Dance“ gemacht, weil ich Frauen Mut machen wollte, nicht an sich selbst zu zweifeln. Ich wollte ihnen sagen: „Spring aus deiner Schublade, in die du geraten bist und probiere etwas neues.“ Mir haben alle von „Let’s Dance“ abgeraten, ich habe aber auf mein Bauchgefühl gehört und es hat mich sehr bereichert.

Müssen auch Gründer auf ihr Bauchgefühl hören und emotional für ihr Produkt einstehen?

Williams: Natürlich. Ein Gründer, der nicht für sein Unternehmen brennt, passt nicht zu mir. Wenn etwa ein Gründer nur ein One-Hit-Wonder und einmal schnelles Geld will, würde ich sagen: „Gehen Sie lieber zu jemand anderem“. Ich bin an nachhaltigem Markenaufbau interessiert.

Gibt es denn Faktoren, von denen Sie ihr Investment abhängig machen?

Williams: Ja, das Produkt muss vor allem sinnvoll sein. Ich möchte keine Produkte, die man auf dem Wühltisch kauft, dann aber sofort in die Besenkammer stellt. Qualität steht dazu für mich über allem. Es gab durchaus Produkte in der „Höhle der Löwen“, die in der Qualität nicht zu uns gepasst haben. Ich würde aber nie die Gründer deswegen angreifen, weil sie in der Regel viel in ihr Produkt investiert haben. Der Gründer muss für mich teamfähig sein und auch bereit sein zu lernen.

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Sie wechseln sich in der „Höhle der Löwen“ mit Georg Kofler ab. Wie unterscheiden Sie sich in ihren Investment-Entscheidungen?

Williams: Wenn es um das Thema Beauty geht, dann kann ich Georg Kofler beraten. Aber es gibt auch Felder, in denen Georg mich berät. Wir gehen aber auch sehr offen miteinander um. Wenn einer sagt, dass er einen Deal alleine verwirklichen möchte, dann geht auch das. Denn wir haben auch jeder unterschiedliche Firmen, mit denen wir investieren würden.

Mit Popcornloop musste zuletzt ein Gründer, den Sie unterstützt haben einen Insolvenzantrag stellen. Ist es wichtig Gründern zu vermitteln, dass es auch schwierige Phasen im Geschäftsleben gibt?

Williams: Jedes Unternehmen kann innerhalb weniger Wochen in Schwierigkeiten geraten. Bei Popcornloop habe ich leider viel zu spät davon erfahren, so dass nichts mehr zu machen war. Aber du bist kein gescheiter Gründer, wenn du nicht mal gescheitert bist.

Wie lange brauchen Sie, um eine Entscheidung für ein Investment zu treffen?

Williams: Ich weiß eigentlich in den ersten zehn Minuten, ob ich investiere oder nicht. Manchmal wollen wir es etwas spannender machen, aber meistens weiß ich sehr früh, ob ich an dem Investment interessiert bin oder nicht.

Sie sind von Beginn an in der „Höhle der Löwen“ mit dabei. Gibt es auch Produkte, in die Sie im Nachgang gerne investiert hätten?

Williams: Ich glaube daran, dass alles zu dir kommt, was zu dir kommen soll. Und ich habe ehrlich gesagt auch so viele Projekte, dass ich wenig Zeit habe, über verpasste Deals nachzudenken.

In einigen Fällen sind Deals nach der Aufzeichnung der Show geplatzt. Wie wichtig ist Ihnen, auch das offen zu vermitteln?

Williams: Das ist ja die Realität. Nur eines von zehn Start-ups funktioniert. In den ersten Staffeln mussten wir auch erstmal erklären, was Due Diligence („Prüfung mit gebotener Sorgfalt“) ist. Das wusste auch in der Presse nicht jeder, so dass wir erstmal erklären mussten, dass eine solche Überprüfung im Nachgang stattfindet. Es gab auch Fälle, in denen Gründer einen Deal dann doch nicht mehr wollten. Oder man hat gemerkt: Es passt nicht, man ist unterschiedlicher Meinung. Das wird auch immer wieder vorkommen.

In der ersten Staffel war es für uns Juroren oft so, dass wir gar nicht wussten, in welche Gründer wir investieren sollten, weil klar war, dass die Start-ups einer Prüfung nicht standhalten würden. Seitdem haben sich aber die Gründer verändert und die ganze Start-up-Welt in Deutschland hat sich verändert.

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