WDR-Show

„Zimmer frei“ verabschiedet sich mit Tränen und Küssen

Es war ein liebevoller Abschied: Nach 20 Jahren „Zimmer frei“ sagen Götz Alsmann und Christine Westermann Auf Wiedersehen.

Es war ein liebevoller Abschied: Nach 20 Jahren „Zimmer frei“ sagen Götz Alsmann und Christine Westermann Auf Wiedersehen.

Foto: imago/Sven Simon

Berlin.  Christine Westermann und Götz Alsmann feiern eine große Abschieds-Show – und sorgen für ein seltenes Phänomen in den sozialen Medien.

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Und plötzlich wird es feucht im Augenwinkel und die Träne kullert die Wange herunter. Eben noch wurde gewitzelt als wäre es eine ganz normale Ausgabe der WDR-Show „Zimmer frei“. Doch dann wird es ernst. Denn an diesem Sonntagabend ist nichts normal. Christine Westermann und Götz Alsmann sagen Auf Wiedersehen. „Zimmer frei“ ist Geschichte. Und das Publikum sagt Danke.

Es war ein liebevoller Abschied. Mit vielen Küsschen und Tränen. Am Ende sitzen Christine Westermann und Götz Alsmann auf Barhockern. Götz singt, Frau Westermann weint. Es ist rührend, wie sie sich in den Armen liegen. Das war’s. 20 Jahre, fast 700 Sendungen. Aus und vorbei. Spätestens jetzt dürften auch im Studio-Publikum und an den Fernsehbildschirmen zu Hause ein paar Tränchen fließen.

Intime Gespräche und Selbstironie

Aber warum hat einen das Finale so mitgenommen? Es geht immerhin nur um eine Show. Um eine Unterhaltungs-Show, die oft mit einem Kindergeburtstag für Erwachsene verglichen wurde. In der alberne Spiele gespielt und flache Witze erzählt wurden. In der aber auch intime Gespräche geführt wurden. Und die mit Selbstironie und geistreichem Humor bestochen hat.

Die Sendung hat immer vom Duo Alsmann/Westermann gelebt. Was der Zuschauer 20 Jahre lang an dem Gespann hatte, und in nächster Zukunft schmerzlich vermissen wird, haben die beiden in der Finalshow noch einmal gezeigt. Die Blödel-Partie hat wie üblich Götz Alsmann übernommen. Wie ein Animateur, der im Ferienclub Urlauber dazu bringt, peinliche Szenen am Pool zu spielen. Was im Urlaub passiert, bleibt auch im Urlaub. Ein bisschen galt das auch immer für die Sendung „Zimmer frei“.

Jan Hofer, der Käse-Igel

Sich einfach mal eine Kartoffel in den Mund stecken und seinen Mitmenschen Ortsnamen ins Gesicht schreien: „Wo gibt’s das denn? In keiner anderen Show!“ freute sich am Sonntag auch Moderatorin Kim Fisher über die Gelegenheit, mal wieder Quatsch machen zu dürfen. Wo sonst darf ein Nachrichtensprecher Jan Hofer ungestraft im Igel-Kostüm dummes Zeug, also Käse, erzählen, um so – Achtung, der kommt tief – einen Käse-Igel darzustellen. Sein Kollege Jens Riewa lag vor Lachen fast unterm Tisch. Zu Recht.

Eine ganze Reihe von Ehrengästen gab dem Moderatoren-Duo zum Abschied noch einmal die Ehre. Wunderbar: Maite Kelly, die als Polin verkleidet behauptete, mit der Straßenbahn von Warschau nach Köln gereist zu sein. Auch bei ihr ging es darum, einen Begriff zu erraten. Der da war: Tram-Polin. Model-Coach Jorge Gonzales gab den National-Elf, Oliver Welke drehte den Interview-Spieß um und hielt ein Quätschchen mit Christine Westermann, Anne Will befragte Götz Alsmann. Und brachte ihn schon recht früh in der Sendung zum Weinen. Als er erzählte, dass Autofahrer anhalten, das Fenster herunterkurbeln und sich für 20 Jahre „Zimmer frei“ zu bedanken, blieb dem sonst so coolen Entertainer die Stimme weg.

Geheimnisse wurden auch verraten, in der letzten Ausgabe der WG-Zimmer-Kuppelshow. Zum Beispiel, dass Götz Alsmann vor der Sendung gerne mal seine Hose öffnet, um Christine Westermann zu schocken. Seine Kollegin bringe er zwar nicht aus der Ruhe, aber für ihn sei es eben ein Ritual, sich kurz vor Show-Beginn noch schnell zurecht zu machen, rechtfertigte er sich in der Sendung.

Rettich zwischen den Beinen

Dass seine geliebte Kollegin das Geheimnis überhaupt ausplauderte, überraschte den Entertainer sichtlich. Er lachte herzlich, verschränkte seine Hände aber auch vors Gesicht. Da war nichts gespielt, das war authentisch. Wie immer. Und das Timing passte auch: Christine Westermann verriet das Hosen-Geheimnis ausgerechnet in der Sendung, in der Kollege Alsmann in einem Spiel mit einem Rettich zwischen den Beinen durch das Studio trippelte.

So lustig die letzte Sendung war, so warmherzig war sie auch. Es wurde geküsst und geknuddelt. Die Zuneigung, die Alsmann und Westermann füreinander empfinden, war zu spüren. Und das liebevolle Verhältnis, das sie zur eigenen Show hatten. Vielleicht ist das ja der Grund dafür, dass selbst die sonst so schnelllebige soziale Plattform Twitter am Abend der Show für einen Moment innezuhalten schien.

Und, ganz untypisch für Twitter nach wichtigen Fernsehshows: Getwittert wurde jede Menge, aber fast ausschließlich positiv. Kaum Schmähungen oder Kritik. Dafür ganz viel Bedauern und ein großes Dankeschön für 20 Jahre Fernsehunterhaltung.

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