Filmfest

Kinofest Lünen: Starke Streifen zum 30. Geburtstag

Szene aus dem Film „Rocca verändert die Welt" mit Luna Marie Maxeiner.

Szene aus dem Film „Rocca verändert die Welt" mit Luna Marie Maxeiner.

Foto: Warner Brothers

Lünen.  Vom 13. bis zum 17. November präsentiert das Kinofest Lünen Filme, die ein Geschenk sind – das Festival feiert in diesem Jahr den 30. Geburtstag.

Zum 30. Geburtstag gehen die Filme als gelungenes Geschenk durch: starke Streifen, neue Themen, viele Experimente. „Die Auswahl war leicht diesmal“. Sagt Sven Ilgner, der Vize beim Kinofest Lünen, das sich 1990 klein anschickte, das Publikum für junge deutsche Filme zu begeistern, die es an die Kinokasse erst noch schaffen müssen. 500 lange, mittellange und kurze Streifen haben er und Kinofest-Leiter Michael Wiedemann gesichtet, 50 für fünf Tage ins Programm genommen. Die Magie des Kinosaals und Neues aus der Traumfabrik locken wieder Tausende nach Lünen. Sechs Spiel- und zwei Dokumentarfilme konkurrieren im Wettbewerb um die „Lüdia“. Alle Regisseure und Regisseurinnen kommen zum Festival.

Filme über Großstadt-Horror und Geburtstags-Überraschungen

Als eine Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm geht „Als ich mal groß war“ ins Rennen. Lilly Engel und Philipp Fleischmann haben die Freunde Lucas, Marius und Renée über drei Jahre begleitet, ihre Wünsche für die Zukunft in Szene gesetzt. Mit leichter Hand springt der Film in drei Zeitebenen. Eine Horrorvision von Großstadt liefert Georg Pelzer mit „Fluten“ ab: Wie ein Großstadtcowboy streunt Jonas, gerade aus dem Job geflogen, durch Hamburgs Straßen. Mysteriös und in Schwarz-Weiß läuft „Der Geburtstag“ ab (Buch & Regie: Carlos A. Morelli). Mark Waschke mimt einen desinteressierten Erzeuger/Vater, der dann doch erkennt, was er seinem Kind schuldig geblieben ist.

Am Puls der Zeit bewegt sich auch „Der letzte Mieter“. Regisseur Gregor Erler entwickelt aus der Story um Dietmar Heine (67), der seine Wohnung für eine Luxussanierung räumen soll, einen spannenden Polizeithriller.

Da sitzen sie in ihrem lichterbehängten Wohnmobilen und warten auf Freier: „Lovemobil“ von Elke Margarete Lehrenkrauss dokumentiert das einsame Leben von jungen Frauen – oft aus Osteuropa – an einer norddeutschen Bundesstraße. „Master of Disaster“ von Jürgen Brügger und Jörg Haaßengier, der zweite Dokumentarfilm im Hauptwettbewerb, spielt in der Welt der Katastrophenschützer. Man fragt sich: Kann man den Ernstfall wirklich üben? Auch „Mein Ende, Dein Anfang“ von Mariko Minoguchi probiert sich in neuen Erzählformen und springt zwischen den Zeiten. Nora und Anton wollen nur mal eben bei der Bank Geld abheben, als sie in einen Überfall geraten. Das Drama beginnt.

„Sag du es mir“: Ein Film wie ein Puzzle, erzählt aus drei Perspektiven

„Sag Du es mir“, ein Film wie ein Puzzle, beginnt mit einem Sprung von der Brücke. Ist Silke, wie sie später erzählt, gestoßen worden? In drei Kapiteln aus drei unterschiedlichen Perspektiven, erzählt der junge Filmemacher Michael Fetter Na­thansky diese seltsame Geschichte.

Vier Kinderfilme wollen diesmal die „Rakete“ abschießen: „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ ist der erste Kinofilm der beliebten KiKa-Reihe „Checker Tobi“. Ein Kindheitstraum wird wahr in „Invisible sue – plötzlich unsichtbar“. Und mit „Rocca verändert die Welt“ will uns eine moderne Pippi Langstrumpf vom Hocker reißen.

Die Fußball-Story „Zu weit weg“ spielt im rheinischen Braunkohlerevier und gewann bereits den „Schlingel“-Jugendfilmpreis. Ob er auch in Lünen punktet? Das entscheidet wie immer das Publikum.

30. Kinofest Lünen, das Festival für deutsche Filme: 13. – 17. November im Cineworld Lünen als Publikumsfestival. Die Besucher entscheiden, wer den Hauptpreis erhält (die LÜDIA, dotiert mit 10 000 Euro) oder die „Rakete“ abschießt (bester Kinderfilm), im Wettbewerb „Erste Hilfe“ (Kurzfilme) punktet oder im „Ersten Gang“ (mittellange Kurzfilme) vorne liegt. Prämiert werden auch RuhrPott-Dokus und das beste Drehbuch. Frauen in der Filmbranche konkurrieren um die „Perle“. Tickets ab Donnerstag, 31. Oktober, 12 Uhr, unter www.kinofest-luenen.de

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