MUSIK

Frankreich ist 2018 Schwerpunkt beim Klavier-Festival Ruhr

Vom 19. April bis zum 13. Juli geht das Klavier-Festival Ruhr 2018 über die Bühnen.

Foto: Getty

Vom 19. April bis zum 13. Juli geht das Klavier-Festival Ruhr 2018 über die Bühnen.

Essen.   115 Solisten und 16 Orchester in 21 Städten: Das Klavier-Festival Ruhr geht 2018 mit einem Frankreich-Schwerpunkt in das 30. Jahr des Bestehens.

Der 100. Todestag Claude Debussys und das Ende des Ersten Weltkriegs im gleichen Jahr veranlassen Intendant Franz Xaver Ohnesorg, das diesjährige Klavier-Festival Ruhr unserem Nachbarland Frankreich zu widmen. Mit 66 Veranstaltungen in 21 Städten des Ruhrgebiets und darüber hinaus, ausgeführt von 115 Solisten und 16 Orchestern, bekräftigt das Klavier-Festival Ruhr auch im 30. Jahr seines Bestehens seinen Ruf als weltweit größtes Festival seiner Art.

Vom 19. April bis zum 13. Juli können sich Musikfreunde auf eine stattliche Phalanx mal berühmter, mal hoffnungsvoller Pianisten freuen, die sich diesmal unter dem Motto „Vive la France“ schwerpunktmäßig mit der Musik Frankreichs auseinandersetzen werden.

Vom Barock bis zur Gegenwart

Neben dem großen Klavierwerk Claude Debussys sowie Camille Saint-Saëns als zweitem thematischen Zentrum findet die französische Musik vom Barock bis zur Gegenwart in großer Bandbreite ihren Niederschlag. Von Barockmeistern wie Couperin und Rameau über die Romantiker Fauré, Chausson, Dukas & Co. bis hin zu Ravel, Messiaen und Pierre Boulez reicht der tiefe Einblick in die französisch gefärbte Palette des Programmangebots.

Debussy ist an 40 Abenden vertreten, wobei sich wieder interessante Interpretationsvergleiche anstellen lassen, wenn etwa die „Images“ aus der Sicht von fünf Pianisten angeboten werden. Dass französische Künstler besondere Berücksichtigung finden, versteht sich dabei fast von selbst.

Auftaktkonzert am 19. April in Duisburg

Pierre-Laurent Aimard wird mit einer originellen Debussy-Hommage nicht nur das Auftaktkonzert am 19. April in der Duisburger Mercatorhalle eröffnen, sondern auch Ende Mai zu einem Meisterkurs in Sachen Debussy in das Essener Haus Fuhr einladen. Hélène Grimaud schmückt ihr eigenwilliges Programm „Woodlands and beyond“ am 6. Juni in der Wuppertaler Stadthalle mit Fotoinstallationen von Mat Hennek. Und Jean-Yves Thibaudet wird am 24. Mai mit den Bochumer Symphonikern in der Essener Philharmonie Debussys selten zu hörende Fantasie für Klavier und Orchester zu Gehör bringen.

Sklavisch hält sich Intendant Franz Xaver Ohnesorg selbstverständlich nicht an das Motto, so dass Anne Sophie Mutter zwei Uraufführungen von André Previn und Krzysztof Penderecki vortragen kann. Zu den weiteren Stars zählen Mitsuko Uchida, Arcadi Volodos, Daniel Barenboim, Maurizio Pollini und Daniil Trifonov. Und wie immer bietet das Festival vielen hochbegabten Nachwuchskünstlern eine Plattform.

Neben Jazz auch Chanson

Das Schlusskonzert am 13. Juli in der Essener Philharmonie ist als „Verbeugung vor dem französischen Chanson“ gedacht. Zu den Interpreten zählen Götz Alsmann und Pe Werner. Auch der Jazz ist wieder reich vertreten, etwa mit dem Jacky Terrasson Trio, Chick Corea, Jerry Lou sowie Till Brönner und der WDR Big Band.

Als neue Spielstätten konnten das „Arcadeon – Haus der Wissenschaft und Weiterbildung“ in Hagen sowie das Magazin der Zeche Zollern in Dortmund gewonnen werden. Die guten Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr mit der Wuppertaler Stadthalle und dem neuen Musikforum in Bochum sollen sich mit etlichen Konzerten in dieser Saison fortsetzen. Und Wuppertal ist auch Schauplatz der Rückkehr des großen Maurizio Pollini am 30. Mai.

„Education“-Projekte für Kinder und Jugendliche

Besonders am Herzen liegen Intendant Ohnesorg die diversen „Education“-Projekte, mit denen Kinder und Jugendliche aus eher bildungsfernen Milieus des Ruhrgebiets gefördert werden sollen. Seit zehn Jahren betreut Tobias Bleek mit wachsendem Erfolg ein Projekt im Duisburger Stadtteil Marxloh, an dem alle Schulen des Viertels sowie eine Förderschule beteiligt sind. Mehrere 100 Kinder von der Grundschule bis zum Gymnasium, darunter Flüchtlinge und behinderte Kinder, wirken an dem Projekt mit. Am 28. Juni und am 3. Juli werden die Ergebnisse im Landschaftspark Duisburg-Nord präsentiert.

Bei der Nachwuchsförderung des Klavier-Festivals engagiert sich seit vielen Jahren die Pianistin Elena Bashkirova, die in diesem Jahr den „Preis des Klavier-Festivals Ruhr“ erhalten wird. Termin: 19. Juni auf Schloss Gartrop in Hünxe.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik