Musical

Ein Musical für Punk-Rock-Fans kommt nach Deutschland

Foto: Getty Images

Essen.   Das mit Green-Day-Songs gespickte Stück „American Idiot“ feiert Deutschland-Premiere in Frankfurt. Es erwartet die Fans ein Musical mit Tiefgang.

Green Days Album „American Idiot“ erstürmte 2005 die Charts in zahlreichen Ländern, brachte der Band einen Grammy ein und hat sich bis heute 15 Millionen Mal verkauft. Und das trotz oder gar wegen der lauten, ja schreienden Kritik der Punk-Rock-Giganten (im Bild Sänger Billie Joe Armstrong) an der US-Gesellschaft. Irak-Krieg, George W. Bush als Präsident und der Turbo-Kapitalismus sind nur einige Themen.

Dieser siebte Longplayer der Kalifornier ist damit Soundtrack einer ganzen Generation Jugendlicher, die desillusioniert abseits des amerikanischen Traums aufwuchsen. Als „Punk-Rock-Oper“ wollten Green Day selbst das Konzeptalbum verstanden wissen. Vorbild waren „The Who“ und deren Album „Thommy“. Die Brücke zum Musical war damit geschlagen. 2010 feierte „American Idiot“ dann tatsächlich als Bühnenstück seine Broadway-Premiere in New York, mit mäßigem kommerziellen Erfolg, konnte aber zwei Tony-Awards und damit den wichtigsten amerikanischen Theater- und Musicalpreis einheimsen. Die Aufzeichnung der Broadway-Show bekam einen Grammy verliehen. Am 17.1. feiert das Green-Day-Musical nun in Frankfurt seine Deutschlandpremiere.

Green-Day-Songs auf Deutsch

Held der „American Idiot“-Songs, um genauer zu sein Anti-Held, ist „Jesus of Suburbia“, ein Heranwachsender aus der unteren amerikanischen Mittelschicht. Im Musical heißt er dann Johnny und lebt zusammen mit seinen Freunden Will und Tunny frustriert und unglücklich in einem amerikanischen Vorort. Will erfährt, dass seine Freundin Heather schwanger ist und findet sich mit seinem Leben in der Vorstadt ab.

Für Johnny und Tunny soll ein Trip in die Großstadt Abwechslung bringen und führt doch ins Verderben: Tunny lässt sich dort von der Armee anwerben und Johnny fängt an, harte Drogen zu nehmen. Doch trotz Wut, Ängsten und dem Taumel durch das Leben finden sich die Freunde in ihrer Vorstadt wieder.

Die Green-Day-Songs, vor allem der „American-Idiot“-Platte, aber ebenso einige Songs des Albums „21st Century Breakdown“, sind in Frankfurt nun auf Deutsch zu hören. „Die Songs hierzulande auf Englisch zu spielen, ist leider schwierig, da das Musical wenig Sprechtexte enthält und die Handlung fast ausschließlich über die Musik entwickelt wird“, sagt Veranstalter Stephan Huber. Texter und Schauspieler Titus Hoffmann übertrug die Songs ins Deutsche. Musical-Star Philipp Büttner, der bereits in in den Großproduktionen „Das Wunder von Bern“ und „Aladdin“ zu sehen war, spielt den Johnny.

„Off-Musical Frankfurt“, ein Unternehmen, das sich selbst als „junges Musical-Start-Up“ bezeichnet, hat das Stück nach Deutschland geholt. Die Frankfurter Musik-Firma will alternativen Musicals den Weg bereiten, erklärt Gesellschafter Stephan Huber: „Musikalisch moderne, anspruchsvolle und alternative Musicals finden bislang noch viel zu selten den Weg nach Deutschland. Das ist dem Image der seichten Unterhaltung zuträglich, das dem Genre zu Unrecht anhaftet. Das wollen wir ändern.“

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