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Im Jenseits - Pixar mit neuem Film „Coco“ im Kino

„Coco- Lebendiger als das Leben“ der neue Familienfilm von Pixar startet in den Kinos.

„Coco- Lebendiger als das Leben“ der neue Familienfilm von Pixar startet in den Kinos.

Foto: Pixar

BERLin.  Ein musikalischer Film für die ganze Familie. „Coco - Lebendiger als das Leben“ geht mit Spaß und Witz der auf Thema Erinnern und Vergessen ein.

Seit Jahren befindet sich das Pixar-Studio in einem sanften, aber stetigen künstlerischen Sinkflug. Vorbei sind die Zeiten, in denen jeder Film überraschende Originalität, technischen Fortschritt und einen irrwitzig lustigen Humor versprach. Die meisten der Pixar-Filme der letzten Jahre waren Fortsetzungen – alle nicht richtig schlecht, aber auch nicht wirklich gut.

Endlich wieder ein Original-Stoff

Insofern kann man sich freuen, dass jetzt mit „Coco“ endlich wieder einmal ein Original-Stoff in die Kinos kommt. Gedreht wurde der Film nach einer Idee von Regisseur Lee Unkrich („Findet Nemo“, „Toy Story 3“), der gemeinsam mit der Produzentin Darla K. Anderson nach Berlin gekommen war, um seinen Film vorzustellen. „Coco“ ist der interessanteste Pixar-Film seit „Alles steht Kopf“ (2015). Und das schon allein deshalb, weil man sich hier auf eine neue kulturelle Sphäre mit neuen Figuren eingelassen hat.

Die Geschichte von „Coco“ kreist um die Bräuche am mexikanischen „Tag der Toten“, einem den verstorbenen Familienmitgliedern gewidmetem Feiertag, und katapultiert den zwölfjährigen Musikliebhaber Miguel vorübergehend in ein mopsfideles Jenseits. In diesem türmt sich Schicht für Schicht eine Stadt der Toten auf. Deren „Leben“ unterscheidet sich gar nicht sonderlich von dem auf der anderen Seite: Es gibt genauso viele dramatische Probleme wie im Diesseits – und dazu auch noch eher mehr Party als weniger.

Sechs Jahre haben Unkrich, Anderson und ihre Mitarbeiter an „Coco“ gearbeitet, eine selbst für Animationsfilme lange Zeit. „Dies ist ein großer Film, da gab es viel zu tun“, erklärt Unkrich im Interview. „Umfassende Recherchen, das Erschaffen einer ganzen Welt mit vielen neuen Figuren, viele Massenszenen. Auch war die Geschichte von ihrer Struktur her nicht ganz einfach zu erzählen. Außerdem ist ‚Coco‘ der musikalischste Film, den Pixar je gemacht hat. Es mussten viele Songs geschrieben werden, die wir dann in Mexiko aufgenommen haben.“ Und Anderson ergänzt: „Da unsere Story auf einem realen Feiertag basiert, wollten wir in Bezug auf den kulturellen Hintergrund auch besonders genau sein.“

Ein ernster Tonfall

Der Tonfall von „Coco“ erscheint noch etwas ernster, als man es sonst von Pixar-Filmen gewohnt ist. Dies liegt aber mehr an der Dramatisierung des Themas Erinnern und Vergessen als an der Darstellung des Totenreichs: „Die Skelette haben wir so sympathisch wie möglich designt“, erklärt Unkrich. „Das sind einfach Leute, die zufällig Skelette sind. Ich wollte, dass sie eine Seele haben. Deshalb haben wir ihnen auch Augen gegeben, was ja im Grunde sehr seltsam ist.“

Kinder nicht unterschätzen

Grundsätzlich ist es Unkrich und Anderson aber daran gelegen, in einem auf ein Familienpublikum abzielenden Film die emotionale Intelligenz von Kindern nicht zu unterschätzen, auch mit den dunkleren Themen des Lebens umgehen zu können. „Vielleicht“, sagt Lee Unkrich, „liegt das auch daran, dass wir nie das Gefühl haben, Filme für Kinder zu drehen. Wenn ich das versuchen würde, würde ich furchtbar versagen. Ich habe keine Ahnung, was Kinder wollen.“

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