Interview

Gernot Hassknecht: Ich lehne die Groko ab!

Brüllt sich gerne mal in Rage: Gernot Hassknecht (Hans-Joachim Heist) tritt am Samstag, 24. Februar, 20 Uhr, im Ringlokschuppen auf. Dann wird’s aber ganz persönlich.

Foto: Rainer Rafalski/ WAZ FotoPool

Brüllt sich gerne mal in Rage: Gernot Hassknecht (Hans-Joachim Heist) tritt am Samstag, 24. Februar, 20 Uhr, im Ringlokschuppen auf. Dann wird’s aber ganz persönlich. Foto: Rainer Rafalski/ WAZ FotoPool

Mülheim.   Der 163 Zentimeter kleine Mann ist für seine geballten Wutausbrüche bekannt: Gernot Hassknecht gastiert bald im Ringlokschuppen. Ein Interview.

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Der 163 Zentimeter kleine Mann ist für seine geballten Wutausbrüche bekannt. Gernot Hassknecht poltert, zetert und grantelt sich so lange in Rage, bis man ihm in der ZDF Heute-Show den Saft abdreht. Der Choleriker ist die Paraderolle von Hans-Joachim Heist. In seinem Bühnenprogramm nimmt er es jetzt im Ringlokschuppen (Samstag, 24. Februar, 20 Uhr) persönlich. Aber auch privat ist der Schauspieler und Komiker ein politischer Kopf.

Sie leben ganz idyllisch im südhessischen Pfungstadt. Dort haben Sie sich über zehn Jahre für die SPD engagiert, waren bis 2011 auch Stadtverordneter, bis Sie das Mandat wegen beruflicher Verpflichtungen abgaben. Können Sie sich mit den Zielen der Sozialdemokraten noch identifizieren?

Hans-Joachim Heist: Zunächst einmal: Kommunalpolitisch ticken die Uhren anders, da kann ich mich noch identifizieren. Bundespolitisch mache ich keinen Hehl daraus, dass ich die Groko ablehne!

Nach den verloren gegangenen Wahlen und jüngsten Umfragen musste die SPD gehörig einstecken. Jetzt gilt es, sich neu zu erfinden. Haben Sie eine Idee?

Heist: Das geht meines Erachtens nur in der Opposition und mit neuen unverbrauchten Leuten, die noch politische Visionen haben. Die Grünen haben es gerade vorgemacht, wie es gehen kann.

Die kommende Regierungsperiode

Was sind Ihrer Meinung nach die vordringlichen Aufgaben für die kommende Regierungsperiode?

Heist: Als Überschrift sage ich „Soziale Gerechtigkeit“ und das wäre unter anderem: sozialer Wohnungsbau, es fehlen immer mehr bezahlbare Wohnungen. Zweitens: eine umfassende Rentenreform gegen die Altersarmut, und drittens eine große Steuerreform, das heißt mehr Steuergerechtigkeit.

Den Vorsitz von drei Ausschüssen besetzt die AfD im Bundestag, drängt besonders im Osten wie in Sachsen in die Parlamente. Wie kann man dem zunehmenden Rechtsruck begegnen?

Heist: Indem man sie im Bundestag so behandelt, dass Sie sich nicht mehr in einer Opferrolle präsentieren können. Außerdem sollte man sie, wie wir das in der „heute show“ machen, mit ihren eigenen rechtspopulistischen Argumenten vorführen!

Was sollte im Zentrum von Politik stehen?

Heist: Demokratie, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit!

Junge Leute und Politik

Politik ist bei vielen jungen Leuten verpönt. Wie kann man sie dafür wieder gewinnen?

Heist: Es gibt meines Erachtens bei den jungen Leuten keine Politikverdrossenheit, sondern eine Parteienverdrossenheit. Deshalb sollten die Parteien keine Politik der kleinen Schritte machen. Junge Leute erwarten eine Politik mit Zukunftsvisionen. Wie sieht Deutschland in 20, 30 Jahren aus? Die Politik muss die Menschen mitnehmen in dieser globalen, digitalisierten, sich immer schneller drehenden Welt.

Der Choleriker ist Ihre Paraderolle. Was regt Sie persönlich am meisten auf?

Heist: Die Intoleranz gegenüber Andersdenkenden und die niedrige Hemmschwelle brutaler Gewalttaten.

„Jetzt wird’s persönlich“ heißt Ihr neues Programm. Um welche Themen geht es? Und darf der Besucher mit Wutausbrüchen rechnen?

Heist: Demokratie, Rechtspopulismus, Bildung, Gesundheit, Brexit und natürlich Trump. Also Themen, die uns alle angehen, und hier sind Wutausbrüche nicht ausgeschlossen. Die Themen werden kabarettistisch mit viel Witz aufgearbeitet, denn auch die Lachmuskeln wollen trainiert werden.

Sie haben einen Zwillingsbruder, der Busfahrer ist. Würden Sie gern mal mit ihm die Rolle tauschen oder haben Sie es schon mal getan?

Heist: Nein, mein Zwillingsbruder ist mittlerweile in Rente und außerdem habe ich keinen Busführerschein.

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