Kino

Im Film „Enzo“ spielt ein Hund die Hauptrolle

Enzo steht im Vordergrund dieses Films.

Enzo steht im Vordergrund dieses Films.

Foto: 20th Century Fox / Agentur

Neu im Kino: Der Film „Enzo und die wundersame Welt der Menschen“ erzählt ganz aus Sicht eines Hundes – mit der Synchronstimme von Kevin Costner.

Filme mit Hunden haben sich längst ein eigenes Kino-Genre erobert. Was allein in der letzten Zeit mit den Vierbeinern produziert wurde, lässt einen staunen. Ob das nun Animationsfilme waren wie „Royal Corgi“ und „Isle of Dogs“, oder Reales wie Detlev Bucks „Wuff“. Ganz zu schweigen davon, dass Disney schon bald mit einem Remake von „Susi und Strolch“ aufwarten wird.

Wenn jetzt ein Film wie „Enzo und die wundersame Welt der Menschen“ im Kino auftaucht, sollten selbst jene Zeitgenossen aufhorchen, die mit Hunden wenig anfangen können. Denn hier geht es um einen Golden Retriever, der uns mit seinen klugen Anmerkungen und Erkenntnissen durch die Geschichte einer Familie führt.

Der britische Regisseur Simon Curtis verfilmt einen Roman von Garth Stein

Der britische Regisseur Simon Curtis („Goodbye Christopher Robin“) hat sich dafür den gleichnamigen Roman von Garth Stein vorgenommen. Er hat daraus etwas gemacht, das zwar auch komische Momente besitzt, dem aber eine Ernsthaftigkeit in Enzos Dialogen nicht abzusprechen ist. Es ist sicher ein Glücksfall, dass in der Originalfassung Kevin Costner den Erzählpart des Hundes übernommen hat. Und ein noch größerer Glücksfall ist es letztendlich, dass der deutsche Verleih Frank Glaubrecht verpflichtete, der Costner fast immer schon synchronisiert hat.

Der Film beginnt damit, dass sich der in Seattle lebende Denny (Milo Ventimiglia) einen Hund anschaffen möchte, um die Einsamkeit erträglicher zu machen. Der talentierte Rennfahrer und Automechaniker weiß sofort, dass der noch kleine Enzo der Richtige für ihn ist. Der italienische Name, den Denny seinem Hund gibt, hat mit seinem Beruf zu tun. Denn er verehrt den Sportwagenbauer Enzo Ferrari und träumt von der Formel 1. Anfangs muss der Hund die Abende vor dem Fernseher zubringen, wo meist Aufzeichnungen berühmter Rennen oder Hunde-Dokus laufen.

Milo Ventimiglia und Amanda Seyfried spielen die menschlichen Hauptrollen

Was Enzo jedoch aufhorchen lässt, ist eine Legende, nach der verstorbene Hunde als Menschen wiedergeboren werden können. Es hat etwas Wunderbares, all das, was nun kommt, aus der Perspektive von Enzo zu sehen. Wie er damit fertig wird, dass mit Eve (Amanda Seyfried) plötzlich ein neuer Mensch im Haus ist, der seinem Freund Denny offenbar gut tut. Aber auch, wie er auf das plötzlich vorhandene Baby reagiert und auf die Abneigung des betuchten Brautvaters gegenüber seinem Schwiegersohn.

Vor allem aber spürt Enzo geradezu körperlich, dass die ihm lieb gewordene Eve offenbar eine Krankheit in sich trägt, die dann auch zum Ausbruch kommt. Wann hat man es schon mal, dass man im Kino an den Monologen eines Hundes hängt und die Dialoge der Menschen erst die zweite Geige spielen? Da verzeiht man es sogar, wenn sich am Ende dann doch ein wenig Rührseligkeit breit macht.

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