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Artus für Anfänger: „Wenn Du König wärst“ ab heute im KinoArtus für Anfänger: „Wenn Du König wärst“ ab heute im Kino

Die britische Sage als Jugendabenteuer.

Die britische Sage als Jugendabenteuer.

Foto: Twentieth Century Fox

Das britische Jugendabenteuer verlegt die Artussage in die Gegenwart - und überzeugt mit kreativen Ideen.

„Wir sind Han und Chewie, Frodo und Sam“, meint Bedders, der beste Freund des zwölfjährigen Schülers Alex. Später beschwört er neben diesen Helden aus „Star Wars“ und „Herr der Ringe“ noch Harry Potter, um Alex zu motivieren. Dieser hat auf einer Baustelle nämlich das sagenumwobene Schwert Excalibur aus einem Stein gezogen und sich damit als würdig erwiesen, gegen die finstere Magierin Morgana Le Fay anzutreten. Dabei ist der Außenseiter Alex gar kein heldenhafter Typ. „Ich bin hier der König“, erklärt ihm auch der Schulrowdy Lance, der mit der gehässigen Kaye Schwächere drangsaliert.

Jugend-Heldenfahrt

Gemeinsam mit dem Zauberer Merlin, der in jugendlicher Gestalt nach London gereist ist, brechen die vier Teenager zur Insel Tintagel in der Grafschaft Cornwall auf, wo sich der Eingang zu Morganas Unterwelt befindet. Klar, dass es bei den unterschiedlichen Charakteren unterwegs zu Streitigkeiten kommt.

Die Artussage wurde schon vielfach quer durch alle Kunstformen adaptiert. Als Filmklassiker gilt John Boormans „Excalibur“ aus dem Jahr 1981, während Guy ­Ritchie vorletztes Jahr mit dem poppigen „King Arthur: Legend of the Sword“ eine herbe Enttäuschung hinlegte. Die aktuelle Neuinterpretation des Autors und Regisseurs Joe Cornish transferiert die Sage nun in die Jetztzeit und lässt halbwüchsige Schüler die Abenteuer des mythischen Königs Arthur bestreiten. Dadurch gibt es automatisch einiges zum Schmunzeln, etwa wenn der in ein „Led Zeppelin“-Shirt gehüllte Merlin mit seiner mittelalterlichen Sprache aneckt (alle Gefährte nennt er „Kutschen“) oder auf der Suche nach Käferblut, Biberurin und gemahlenen Tierknochen in einem Fast-Food-Laden fündig wird.

Zugleich stellt die Verlegung ins Heute lose Bezüge zum Brexit her. Die Hexe Morgana will Großbritannien der Sklaverei unterwerfen und Alex beschreibt ein gespaltenes Land, in dem es den Menschen an Orientierung und Hoffnung fehlt. Dasselbe gilt für die Heldentruppe selbst: Nachts, wenn die Barriere zwischen Licht und Dunkelheit schwächer wird, müssen die Jugendlichen immer wieder Morganas berittene Schergen abwehren, tagsüber droht die Gruppe an internen Querelen zu zerbrechen.

Humor, Action, Grusel

Joe Cornish verpackt die vielen Themen in ein Fantasy-Abenteuer mit einigen aufregenden Momenten wie Verfolgungsjagden im Auto und zu Pferd und insgesamt sehenswerten Computereffekten wie lebendigen Bäumen für das Schwertkampftraining. Die Szenen mit der im Erdreich ausharrenden Morgana fallen ziemlich gruselig aus, das Finale, bei dem das Schulgebäude zur Festung umfunktioniert wird, kommt überaus actionreich daher. Für das jüngste Publikum ist die kreativ adaptierte Sage daher nicht geeignet, für etwas ältere Kinder und ihre erwachsenen Kinobegleitungen dafür umso mehr.

GB 2019, 120 Min., R: Joe Cornish, D: Louis Serkis, Dean Chaumoo, Tom Taylor, Rhianna Dorris, Angus Imrie, Patrick Stewart, R. Ferguson FSK 6, Wertung: 4 von 5 Sternen

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