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Finale für die Superhelden – „Avengers: Endgame“Finale für die Superhelden – „Avengers: Endgame“

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Foto: Disney

Im Crossover-Event „Avengers: Endgame“ schlägt die vielköpfige Marvel-Heldentruppe ihre größte Schlacht

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Was Spoiler angeht, ist das „Avengers“-Finalstück ein brandheißes Eisen. Die Marketing-Gurus von Disney hielten die Story im Vorfeld generalstabsmäßig geheim, um die Fans mit Häppchen anzufixen. Die Trailer wurden millionenfach angeschaut und haarklein analysiert. Jede Einstellung, jeder Tweet, jedes Set-Foto konnte neue Erkenntnisse enthalten und wilde Spekulationen entfachen. Nach 21 Blockbustern, die mehr oder minder auf das Gipfeltreffen der Helden hinarbeiteten, endet für die Fans eine ganze Ära. Der Hype um das Finale ist unermesslich.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Nach „The First Avenger: Civil War“ und „Infinity War“ inszenierten die Brüder Anthony und Joe Russo auch das neue Schauspiel. Für optische und erzählerische Kontinuität ist also gesorgt, wobei der vollgestopfte Marvel-Film ohne Vorwissen kaum verständlich ist. Wenigstens die bisherigen „Avengers“-Teile sollten bekannt sein. Denn wie zuvor müssen fast drei Dutzend Helden ihre Auftritte absolvieren, darunter Iron Man, Thor, Captain America und die Guardians of the Galaxy. Obwohl der Film drei Stunden dauert, bleiben manche Figuren fast zwangsläufig Randgestalten.

Der Plot beginnt am bisherigen Tiefpunkt der „Avengers“-Allianz. Im Vorgänger hat der Despot Thanos (Josh Brolin) die machtvollen Infinity-Steine ergattert und mit einem Fingerschnippen die Hälfte allen Lebens im Universum ausgelöscht. Dabei verblichen auch Helden wie Black Panther, Spider-Man und Scarlet Witch. Die Stimmung ist am Anfang von „Endgame“ entsprechend gedämpft. Während Iron Man und Nebula auf dem Planeten Titan ausharren, versinkt die Erde im Chaos. Captain America, Black Widow und andere Überlebende wollen Thanos’ ungeheuerliche Tat ungeschehen machen. Hilfe erhalten sie von Captain Marvel, Ant-Man und Hawkeye, die beim halben Weltuntergang noch keine Rolle spielten.

Fan-Service mit Gefühlskollaps

Freilich liefert auch das neue Pop-Epos effektreiche Unterhaltung. Für Kenner bietet der Höhepunkt des dritten Marvel-Zyklus einige Insider-Momente und Twists, die die jeweiligen Fahnen der Charaktere schwenken. Black Widow hat wieder rote Haare, der Zwist zwischen Iron Man und Captain America muss enden und Bruce Banner seinen inneren Hulk wiederfinden. „Endgame“ ist wie ein Familientreffen, bei dem man die Hälfte der Verwandtschaft kaum kennt.

Die Leinwandzeit des beachtlichen Star-Ensembles wirkt den Umständen entsprechend gut austariert. Letztlich haben die Russo-Brüder eben kein Charakterdrama inszeniert, sondern ein Spektakel. Wie gehabt sorgt die Mischung aus krachenden Fights und humorigen Dialogen für Kurzweil. Ein besonderes Plus ist der Antagonist Thanos. Dessen Feldzug gegen die intergalaktische Überbevölkerung ist besonders ambivalent erzählt. So liegt unter allem Pomp ein emotionales Dilemma verborgen. Wenn Iron Man, mit dessen Debüt im Jahr 2008 alles begann, in einer Szene mit seinem Helm spricht, drängt sich der Gedanke an Shakespeare förmlich auf.

USA 2019, 181 Min., R: Anthony Russo, Joe Russo, D: Robert Downey Jr., Scarlett Johansson
FSK 12, Wertung: 4 von 5 Sternen

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