Kinojahr 2018

Kinos beklagen für das Jahr 2018 einen Zuschauerrückgang

Kinojahr 2018: Oft blieben im Sommer viele Sitze leer.

Kinojahr 2018: Oft blieben im Sommer viele Sitze leer.

Foto: Oliver Mueller

OBERHAUSEN.   In der Lichtburg und im Cinestar gingen die Besucherzahlen um rund zehn Prozent zurück. Ein Grund liegt in dem Mangel an interessanten Filmen.

Es liegt kein einfaches Kinojahr hinter den Lichtspielhäusern. Zwar steht die Veröffentlichung der offiziellen Zahlen der Filmförderungsanstalt noch aus, doch vorläufige Bilanzen wie von Marktforscher ComScore lassen einen Besucherückgang von über zehn Prozent erkennen. Auch bei den Oberhausener Kinobetreibern fiel der Besucherschnitt 2018 deutlich schwächer aus als in vorhergegangenen Jahren.

Zu wenige echte Hits

„Es für uns definitiv das schwächste Jahr seit fünf Jahren gewesen“, resümiert Petra Rockenfeller, Programmdirektorin der Lichtburg. Über das gesamte Jahr verteilt seien knapp über 140.000 in das Innenstadt-Kino gekommen. In anderen Jahren waren es dagegen bis zu 160.000. Erfolgreichster Film war dabei „Phantastische Tierwesen 2“ mit 5000 verkauften Tickets. „Das ist für zwei Monate Laufzeit sensationell. Das haben wir normalerweise aber häufiger“, sagt Rockenfeller.

Auch das Cinestar am Centro bezeichnet das Kinojahr 2018 als „unbefriedigend“. Theaterleiter David Jehring möchte zwar keine konkreten Zahlen nennen, doch würden diese den „allgemeinen Branchentrend“ widerspiegeln.

Was die Gründe für den Rückgang betrifft, da sind der Lichtburg-Filmpalast und das Cinestar geteilter Meinung. Für Jehring liegt der wesentliche Faktor an dem „fünfmonatigen Traumsommer in Verbindung mit der Fußball-Weltmeisterschaft“. Dies sei jedoch keine Überraschung gewesen. „Gerade in WM-Jahren stellt man sich bereits auf solche Ergebnisse ein. Entsprechend konzentriert man sich dann stark auf das letzte Quartal.“

Auch Rockenfeller sieht die Phase von Mai bis August als Knackpunkt für die Auslastungszahlen. Das liege aber weniger an den Temperaturen oder an Sportgroßereignissen. Sie macht den Mangel an interessanten Filmen als entscheidenden Grund aus. „Das ist für mich ein ganz klares Problem der Verleihpolitik gewesen, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann.“

Optimismus für die Zukunft

Während zum Beispiel in den Anfangsmonaten viele Zuschauermagnete wie die Marvel-Filme kurz nach einander starteten, fehlte während der heißesten Phase des Jahres das Angebot. Doch nicht nur hier sieht Rockenfeller ein Problem. „Während der Sommerferien startete im größten Bundesland nur ein einziger Kinderfilm. Für ein Kino, das sich auf Kinder und Jugendliche spezializiert hat, war das deutlich zu spüren.“

Trotz des Rückgangs herrscht bei David Jehring Optimismus für die nähere Zukunft. „In diesem Jahr stehen keine sportlichen Großveranstaltungen an und die Bandbreite an kommenden Filmen wie „Captain Marvel“ oder „Der König der Löwen“ stimmt uns positiv“, sagt Jehring. Aufgrund guter Erfahrungen wolle das Cinestar im größeren Umfang mit zusätzlichen Specials unterschiedliche Zielgruppen erreichen, wie Blockbuster in Originalversionen, Kinderfeste oder Konzert-Übertragungen.

Petra Rockenfeller sieht die Begeisterung der Menschen fürs Kino ebenfalls als ungebrochen an. „Wir haben ein sehr treues Stammpublikum, wo die Liebe zum Kino nicht plötzlich erloschen ist.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben